Konzept für Dorferneuerung bewilligt

Ulrichstein (au). Ohne Diskussion wurde am Freitagabend von der Stadtverordnetenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Feldkrücken der Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes "Vorm Mäuerchen" in der Gemarkung Ober-Seibertenrod zur Schaffung eines Test- und Prüfgeländes für "hybrid erneuerbare Energiesysteme" sowie die Offenlegung des Bebauungsplanes genehmigt, denn die Ausschüsse hatten ihre "Hausaufgaben" gut gemacht.

Ulrichstein (au). Ohne Diskussion wurde am Freitagabend von der Stadtverordnetenversammlung im Dorfgemeinschaftshaus Feldkrücken der Vorentwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes "Vorm Mäuerchen" in der Gemarkung Ober-Seibertenrod zur Schaffung eines Test- und Prüfgeländes für "hybrid erneuerbare Energiesysteme" sowie die Offenlegung des Bebauungsplanes genehmigt, denn die Ausschüsse hatten ihre "Hausaufgaben" gut gemacht. Sie hatten in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Fischer/Linden das Planwerk durchgearbeitet und die Änderungen und Stellungnahmen der Öffentlichkeit sowie der Behörden und Träger öffentlicher Belange abgewogen.

Bereits im Herbst 2009 hatte die Firma Hübner-Giessen Hybrid-Erneuerbare Energiesysteme bezüglich der Entwicklung eines Test- und Prüfgeländes für so genannte "hybrid erneuerbare Energiesysteme" nachgefragt. In Abstimmung mit der hessenEnergie wurde dem Unternehmen in unmittelbarer Nähe bestehender Windkraftanlagen und im Vorgriff auf das beabsichtigte Repowering im Windpark "Platte" die Überlassung eines städtischen Grundstücks in Aussicht gestellt.

Den Schwerpunkt setzt das Unternehmen auf die Errichtung eigener horizontaler Windenergieanlagen mit 20, 50, 100 bis 150 kW, die Errichtung von Energiecontainern mit hybriden integrierten Energiegewinnungssystemen aus Wind-, Photovoltaik- und Back-Ou-Diesel. Das Unternehmen will dabei außerdem einen landwirtschaftlich nutzbaren und leicht zusammen baubaren "Crawler" zum Einsatz bringen. Diese "Crawler" können mit kleineren horizontalen (bis 5kW) und auch mit vertikalen Windsystemen (bis 20 kW) ausgerüstet werden und haben eine Solarfläche.

Eine Vielzahl der Anregungen hatte es wegen dem Standort, einer inzwischen wieder aufgeforsteten Windwurffläche sowie durch eventuelle Nachteile bei der Jagdausübung gegeben. Die Hinweise wurden aufgenommen und es würden bereits Flächen für die erforderliche Ersatzaufforstung geprüft.

Auch bezüglich der Dorferneuerung Unter-Seibertenrod hatten Haupt- und Finanzausschuss sowie Bau- und Planungsausschuss gute Arbeit geleistet. Gemeinsam legten beide Ausschüsse einen Beschlussvorschlag mit sechs Punkten vor, der auch einstimmig verabschiedet wurde. Ein Grundsatzbeschluss beinhaltete zunächst die Umsetzung des Dorfentwicklungskonzeptes mit einem zuschussfähigen Gesamtinvestitionsrahmen von 625 000 Euro. Durch den Magistrat soll in Zusammenarbeit mit dem Dorferneuerungsbeirat eine Prioritätenliste erarbeitet und der Stadtverordnetenversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Hierbei soll die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt in den kommenden Jahren berücksichtigt werden. Danach wird jede Einzelmaßnahme gesondert beschlossen. Als Sofortmaßnahme wird mit der Sanierung des Backhauses begonnen. Als nächste Maßnahme soll die Umsetzung der „Kulturellen Mitte“ erfolgen. Mit der Planung sei unverzüglich zu beginnen. Als letzten Punkt beinhaltet der Beschluss, dass jeweils für die Umsetzung der einzelnen Projekte Finanzmittel in den Haushaltsplan eingeplant werden.

Zurückgezogen wurden von den Antragstellenden Fraktionen FDP-FWG und CDU sowie von Dr. Ernst-Ludwig Roth (SPD) und Holger Schmidt (CDU) die Anträge betreffend der Anschaffung einer handgetriebenen Markise an der Trauerhalle Ulrichstein sowie die Aufhebung des Sperrvermerkes über 6000 Euro für den Jugendraum Wohnfeld sowie die Sanierung von drei Brücken in Wohnfeld. Alle Anträge sollen zur Klärung weiterer Fragen im Haupt- und Finanz- sowie im Bau- und Planungsausschuss beraten werden. Da der Magistrat bereits in dieser Sache tätig sei, zog die CDU-Fraktion ihren Antrag zur Prüfung von Pflanzkläranlagen für Ulrichstein ebenfalls zurück.

Als zusätzlichen Tagesordnungspunkt hatte die Stadtverordnetenversammlung zu Beginn ihrer Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus den Sachstandsbericht der Internet-Kommission aufgenommen. Norman Möller (CDU) wies auf die drei Problemdörfer Wohnfeld, Bobenhausen und Helpershain hin, wo sofort gehandelt werden müsse. OR Network (WiDSL) sei schon länger in der Gemeinde nutzbar, aber alle Funklösungen seien nur Übergangslösungen. Das Grundproblem bleibe bestehen.

Heute spreche man ab einer Übertragungsrate von 1MBit von Breitband. Die Zukunft sei 1GBit, also 1000-mal schneller. Damit rechne man bei der Entwicklung des Internets wahrscheinlich in 8 bis 10 Jahren. Eine Glasfaserversorgung sei nur mit dem Vogelsbergkreis möglich, wie im Odenwald. Dazu könne die Gemeinde jetzt schon Leerrohre verlegen, das Land förder dies. Möller wies auf neue Techniken hin: Ein Bagger schaffe angeblich 250 Meter am Tag. Eine neue Maschine soll etwa 600 bis 800 Meter in der Stunde schaffen. Der Graben werde 30 Zentimeter breit und 1,30 tief - perfekt für Kabel. Angefragt sei eine Ausbauliste der Mobilfunkanbieter.

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