Traumschiffreisen

Von Helpershain an die Strände von Barbados

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Wenn das zu lesen sind, ist Eike Zimmermann mit der Kamera im Schlepptau schon wieder los. Der junge Helpershainer filmt die schönsten Ecken der Welt.

Auf einem Schiff um die Welt reisen, davon träumen wohl viele. Eike Zimmermann hat diesen Traum wahrgemacht, und das, ohne es so recht geplant zu haben. Nach seinem Studienabschluss ging der 23-Jährige mit der Kamera an Bord eines Luxuskreuzfahrtschiffes und filmte über Monate das Leben an Bord und bei Ausflügen und Landgängen. Ihn kennen sicher nicht nur im Raum Ulrichstein viele. Als freier Mitarbeiter dieser Zeitung war er bis vor kurzem als "rasender Reporter" unterwegs.

Sein wohl aufregendster Einsatz führte den 23-jährigen an ganz andere Orte, an Bord eines "Traumschiffs". Er stach im Sommer vergangenen Jahres in Bremerhaven mit der "Mein Schiff 5" von Tui Cruises in See. Im Auftrag einer Firma drehte er dort Filme, die anschließend über die Leinwand flimmerten oder von den Gästen als Souvenir mit nach Hause genommen werden konnten.

Und wie es der Zufall so will, kam er zufällig sogar mit einem Studienkumpel an Bord zusammen, wo beide als sogenannte Video-Operatoren aufregende Wochen und Monate verbrachten. Wie es dazu kam? Eike Zimmermann hat am privaten SAE-Institute in Frankfurt Film studiert. Über den Sohn einer früheren Lehrerin war er auf den exotischen Studiengang aufmerksam geworden. Bis dahin hat er schon immer gern mit seiner Digitalkamera kleine Videos gedreht, Familie und Freunde waren als Darsteller gefragt. Und trotz des Anfahrtswegs ist er immer im Vogelsberg wohnen und bodenständig geblieben, denn Großstädte sind "nicht so sein Ding", erzählt er im Gespräch.

Das Studium war sehr praktisch aufgebaut, es beinhaltete viele Übungen. Die jungen Leute schnappten sich eine Kamera und dann ging es raus auf die Straße. Lustig ging es übrigens zu beim Dreh für seine Abschlussarbeit: Ein Werbespot sollte es werden. Dafür musste im tiefsten Winter ein Lkw mit seinen dick eingepackten Freunden in einem Ulrichsteiner Feldweg rangieren – gar nicht ganz so einfach, wie man sich denken kann. Doch es hat geklappt – und er hatte seinen Abschluss in der Tasche. Ein Semester hat er für den Bachelor drangehängt und dann Bewerbungen losgeschickt.

Nach einem Gespräch in Hamburg fand er sich dann kurzerhand für einige Wochen auf dem Kreuzfahrtschiff wieder. Im September hieß es Leinen los, die folgenden Monate wurde zunächst das Mittelmeer erkundet mit Städten wie Lissabon oder Barcelona, dann ging es in die Karibik.

Auf Trauminseln wie Barbados, Guadeloupe, Martinique oder Grenada konnte er die Füße in feinsten weißen Sand und tiefblaues Wasser strecken – natürlich nach getaner Arbeit. Auf Ausflügen lernte er die Arbeit von Kakaobauern kennen, er schnorchelte mit Schildkröten und drehte eine Runde mit dem Jet-Ski. Ein Höhepunkt war auch der Hubschrauberflug, um die Côte d’Azur zu filmen.

An Bord wuchs das ganze Team schnell zu einer kleinen Familie zusammen und "die sechs Monate waren total schnell vorbei," erzählt Eike Zimmermann. Eine tolle Zeit, auch wenn das üppige Bordbüffet nach vielen Wochen ab und zu eintönig wurde und er das leckere Essen von zu Hause und seine Familie und Freunde vermisst hat. Mit ihnen hat er per Skype Kontakt gehalten, auch wenn die Verbindung manchmal etwas wacklig war. Es ist für ihn immer noch erstaunlich, wie eine Crew mit Mitgliedern aus 45 Nationen so reibungslos funktioniert.

Einige Wochen war Eike wieder daheim in seinem Elternhaus in Helpershain, saß zwischen alten Filmplakaten an den Wänden und ordnete die vielen Eindrücke im Kopf und auf der Speicherkarte. Aber weil ihn das Fernweh gepackt hat: In dieser Woche ging es schon wieder los. Jetzt ist der junge Vogelsberger auf großer Nordland-Tour in den skandinavischen Ländern.

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