Größere Windkraftanlagen bringen fünfmal sowiel Strom

Ulrichstein (au). Der Austausch von Windktaftanlagen durch größere Geräte auf der "Platte" läuft. Dort investiert die OVAG-Gruppe 29 Millionen Euro. Die Fundamente der Alstanlagen werden restlos beseitigt.

Ulrichstein (au). Eine kurze Verschnaufpause gab es an diesem Wochenende beim Repowering des Windparks "Platte" in der Gemarkung Ober-Seibertenrod. Nachdem die letzten Wochenenden durchgearbeitet wurde, gönnt man sich eine Ruhepause. In den letzten Wochen wurden dort bereits 13 Anlagen abgebaut und auch schon mehrere Fundamente komplett entfernt. Von diesen 13 Anlagen gehörten vier der Stadt Ulrichstein, die damit 1996 den ersten kommunalen Windpark Deutschlands ins Leben gerufen hatte.

Im November 2010 beschloss die Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich den Verkauf von vier Windenergieanlagen mit einer Leistung von je 500 kW an die hessenENERGIE. Auf ein Repowering von bis zu drei Windenergieanlagen als kommunales Nachfolgeobjekt wurde aus Kostengründen verzichtet, denn eine neue Anlage sollte mit rund 4 Millionen Euro zu Buche schlagen. Mit dem Kaufpreis wurde in etwa der bis zum Jahre 2014 erzielte Ertrag abgedeckt.

Die 13 alten Anlagen werden nun durch sieben moderne Anlagen Enercon E-82 E 2 mit Rotordurchmesser von 82 Metern, Nabenhöhe von fast 140 Metern und Nennleistung von je 2,3 MW ersetzt. Vorteil dieses Tauschs: Die auskömmliche Erträge für einen langfristigen wirtschaftlichen Betrieb sprechen vor allem eine wesentlich höhere Energieausbeute. So wird sich die Stromproduktion an diesem Standort bei gleicher Fläche mehr als verfünffachen. Die Erwartungen gehen von einer jährlichen Stromerzeugung von rund 48 Millionen Kilowattstunden aus. Dies entspreche rechnerisch dem Strombedarf von 14000 Haushalten oder 56000 Personen. Der Betrieb der Anlagen vermeide jährlich Emissionen von an die 28000 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids.

Das "Repowering" – also die Verbesserung der Ertragsleistung – geschieht in Absprache zwischen der hessenENERGIE, der Stadt Ulrichstein und der hessenWIND I GmbH. Für den Standort spricht neben der guten Ertragsprognose und der Ausweisung als Windvorrangfläche der bereits vorhandene Eingriff in die Landschaft durch die bestehenden Windenergieanlagen und die 110 kV-Freileitung Grünberg – Lauterbach. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist auf den durch den Sturm "Kyrill" 2007 geschädigten Bestand an Bäumen hinzuweisen, außerdem auf die durch den Windpark führende Ferngasleitung und die Zufahrtswege.

Nach einem ersten Repowering-Projekt 2004 in Hartmannshain, ist das jetzige Vorhaben der OVAG-Gruppe an der "Platte" in Ulrichstein das landesweit zweite von großer Bedeutung. Die Investition von fast 29 Millionen Euro beinhaltet einen Anteil am neuen Umspannwerk. Interessante Zahlen gibt es zu den Fundamenten: Außendurchmesser 22 Meter, 73 Tonnen Stahl und knapp 800 Kubikmeter oder 1900 Tonnen Beton.

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