JAK ist erwachsen geworden

Ulrichstein-Feldkrücken (au). Die Ölkrise führt zum ersten autofreien Sonntag in der Geschichte der Bundesrepublik, in Ost-Berlin finden die zehnten Weltfestspiele statt und Rex Gildo bringt mit "Fiesta Mexicana" einen seiner bekanntesten Hits.

Dies sind nur einige Ereignisse aus dem Jahre 1973, die im kleinen Vogelsbergdörfchen Feldkrücken wahrgenommen wurden. Aber hier stand noch etwas anderes im Mittelpunkt: Aus der Idee von fünf Jugendlichen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren, einen Treffpunkt für die Jugendlichen aus Feldkrücken zu schaffen, wurde der Grundstein für den Jugendarbeitskreis (JAK). Inzwischen sind 40 Jahre vergangen und dies ist Anlass für ein großes Straßenfest am kommenden Wochenende in der Dorfmitte.

Am Freitag startet ab 20 Uhr eine "Warm-up-Party" mit Musik aus der Konserve und den besten "Cocktails entlang der Streitbach". Die "große Jubiläumsfeier mit Hitparade" und anschließendem Tanz mit der Kapelle "Silverbirds" schließt sich am Samstag ab 19.30 Uhr an. Ein Festgottesdienst läutet am Sonntag um 10 Uhr das Programm ein. Anschließend ist Frühschoppen und Familienmittag mit "Olli an der Orgel".

Zur Geschichte eines der ältesten Jugendgruppen des Kreises ist der Chronik zu entnehmen, dass sich die Jugendlichen im Gründungsjahr zwar in der Gastwirtschaft treffen konnten, doch war man da nicht unter sich. Daher führte man Gespräche mit der Stadt und begab sich auf die Suche nach Räumlichkeiten, die man in der alten Schule fand. Hier stand der alte Schulraum leer.

Jedoch gab es zu Anfang auch Vorurteile bei den Älteren. "Die wollen doch nur Alkohol trinken" oder Ähnliches war zu hören. In Eigenleistung wurde der alte Schulraum renoviert und zum Jugendraum eingerichtet. Seitens der Stadt wurde zur Auflage gemacht, dass ein Ansprechpartner benannt werden solle, was dazu führte, dass man den Verein Jugendarbeitskreis Feldkrücken gründete. 18 Personen fanden sich bei der Vereinsgründung zusammen. Erster Vorsitzender wurde Günther Mattes.

Als eine der ersten Aktivitäten wurden Filme vorgeführt, über die anschließend diskutiert wurden. Hierzu besuchten einige Mitglieder Seminare. Um sich finanziell besser zu stellen, wurde der Kindermaskenball ins Leben gerufen, zumal kein Mitgliedsbeitrag erhoben wird. Auch wurden mit der Zeit die anfänglichen Vorurteile leiser und der Verein wurdeanerkannt. Bereits 1978 veranstaltete man den ersten Discoabend im DGH.

Nach Fertigstellung der Ortsdurchfahrt 1985 veranstaltete der JAK sein 1. Straßenfest. Aufgepeppt wurde das Straßenfest ein Jahr später mit einer Misswahl. In den Jahren 1989, 1991, 1993 und 1994 wurde das Straßenfest durch eine Hitparade ergänzt. Beim 20-jährigen Bestehen schloss man am Sonntagmorgen einen Festgottesdienst vor der Kirche und einen Frühschoppen an. Nach längerer Pause wurde im Jahr 2007 wieder ein Straßenfest durchgeführt.

Als 1987 das Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde, engagierte sich der JAK mit großem Fleiß und stellte in Eigenleistung einen neuen Jugendraum her. In diesem Jahr wurde auch eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die bis heute über die Stadtgrenzen von Ulrichstein bekannt ist, die Theateraufführungen. Das erste Stück "Eine Frau muss her" wird am 2. August im Rahmen der Kirmes noch mal aufgeführt und sogar die meisten der damaligen Akteure sind dabei.

Erstes Theaterstück kommt wieder

Es werden nicht nur Veranstaltungen durchgeführt, auch die Geselligkeit im eigenen Kreise kommt nicht zu kurz. Auch gelang es 1991 eine Drei-Tagesfahrt nach Bergisch-Zell zu organisieren. Weitere Fahrten gingen nach München, Berlin und Köln. Die Schoppenmannschaft brachte einige Pokale mit nach Hause. Um sich als Jugendgruppe nach außen darzustellen, wurden nach und nach Pullover und T-Shirts angeschafft.

Viel ist in den vergangenen 40 Jahren gemacht worden. Erwähnenswert ist, dass sich der Jugendarbeitskreis an der jährlichen stattfindenden "Aktion saubere Landschaft" beteiligt. Zudem beteiligte man sich finanziell an der Orgelrenovierung, der Anschaffung einer Kühlzelle im Gefrierhaus und an der Renovierung der Kirche. Weil der Verein durch Veranstaltungen ganz gut da steht, konnte der Jugendraum immer wieder renoviert undMobiliar ausgetauscht werden.

Die Schränke hinter der Theke und die Deckenbeleuchtung wurden erneuert sowie den Wänden ein neuer Anstrich verpasst. Dank und Anerkennung sei auch denen auszusprechen, die seit 1973 aktiv zum Vereinsleben beigetragen haben. Besonderer Dank ging an die Gründungsmitglieder. Und was wäre der JAK ohne all diejenigen Bürgern aus Feldkrücken die dem Verein in den Jahren seines Bestehens mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Der heutige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Stefan Rühl, 2. Vorsitzende Jasmin Schütter, Rechner Florian Faust, Schriftführer Christian Faust, Beisitzer Lena Nickel, Noel Müller und Sabrina Markwort.

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