Besuch bei Windpark: CDU setzt weiter auf Windkraft

Ulrichstein (jol). Ortstermin am Riesen-Rotor: Auch in Vogelschutzgebieten werden Straßen gebaut, da müsse es möglich sein, Windkraftanlagen zu errichten, die weniger die Natur belasten.

So konterte der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Stephan die Kritik von Dr. Horst Meixner (HessenEnergie) an den Schwierigkeiten beim Errichten von Windparks im Vogelsberg. Anlass war die vorübergehende Stilllegung von Windkraftwerken im Bereich Helpershain, die Windkraft-Promoter Erwin Horst scharf kritisiert. Bei einer Rundreise der Energie-Fachleute in der CDU-Landtagsfraktion durch den Vogelsberg konnten Meixner und Horst ihre Positionen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien darzulegen. Sie diskutierten mit den CDU-Parlamentariern Stephan, Judith Lannert, Kurt Wiegel und Dr. Walter Arnold am Windpark Platte.

Dabei warb Stephan besonders für den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen. Stillstand wie in Helpershain sei nicht hinnehmbar, es dürfe nicht sein, dass ein rechtsfreier Raum von Gerichten juristisch erst ausgefüllt wird. Da gehe es um das Vertrauen der Investoren in die Planungssicherheit. Da sei die Politik gefordert, so Stephan.

Der Arbeitskreis Energie der hessischen CDU-Landtagsfraktion informierte sich im Rahmen einer zweitägigen Reise über die verschiedenen Aspekte und Herausforderungen beim forcierten Ausbau der Windenergie in Hessen. Stephan: "Der Energiegipfel hat den Rahmen für einen forcierten Ausbau der Windenergie in Hessen gesetzt. Wir als CDU-Landtagsfraktion stehen hinter den Ergebnissen. Der Ausbau der Windenergie auf zwei Prozent der Landesfläche ist richtig und für die Energiewende notwendig. Es ist aber auch nötig, dass mit Augenmaß und Vernunft zu machen und die unterschiedlichen Beteiligten mitzunehmen und Akzeptanz zu schaffen."

Dazu besuche der Arbeitskreis unter anderem hessische Unternehmen und Stadtwerke, wie den hiesigen Energieversorger OVAG. "Der Ausbau kann nur gelingen, wenn unsere Unternehmen und Bürger bereit sind, in Hessen in Windkraft zu investieren. Hier spielen insbesondere die Stadtwerke eine zentrale Rolle. Es ist gut, dass unter anderem Mainova und OVAG hier so engagiert sind," so Stephan. Auch bei den Genehmigungsverfahren geht es um Akzeptanz in der Öffentlichkeit. "An verträglichen Abstandsregelungen und klaren Vorrang- und Ausschlussflächen führt dabei kein Weg vorbei." Um einen Eindruck zu bekommen, hat der Arbeitskreis auch bestehende Windparks besucht.

Auf der Platte bei Ulrichstein erläuterte Erwin Horst, dass die Investoren der stillgelegten Anlagen bei Helpershain pro Monat 200000 Euro verlieren. Das sei bitter für Menschen, die dafür Kredite aufgenommen haben. Auf der Platte baut HessenEnergie einen Bürgerwindpark mit sieben modernen Anlagen, die 13 alte ersetzen – mit der fünffachen Leistung, wie Meixner erläuterte. Im Bau sind Enercon-Anlagen, die 2,3 Megawatt Leistung erbringen. Damit setzt man auf bewährte Technik wie eine Rotorblätter-Heizung, die wichtig für sehr kalte Vogelsberger Tage, kommentierte Gerd Morber von HessenEnergie. Daran beteiligt sind viele Teilhaber der Energiegenossenschaft Vogelsberg, die von Günter Mest und Dr. Birgit Richtberg vorgestellt wurde. Die Anlagen mit Nabenhöhe von rund 140 Metern speisen den Strom in ein eigenes Umspannwerk ein, der Strom fließt damit in das überregionale Netz. Probleme für weitere Windparks sind die vielen Naturschutzzonen gerade im Hohen Vogelsberg, aber da gab sich Stephan gelassen. Wenn das Regierungspräsidium bestimmte Flächen ausspare, handele es sicher vorauseilend, dann solle man sich an Ministerin Puttrich wenden.

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