Auch heute und morgen ist mit Demonstrationen gegen Baumfällungen im Dannenröder Wald und dem Herrenwald zu rechnen. FOTO: PM
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Auch heute und morgen ist mit Demonstrationen gegen Baumfällungen im Dannenröder Wald und dem Herrenwald zu rechnen. FOTO: PM

Trauermarsch für den Herrenwald

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Kirtorf(pm). Demonstrationen und Kundgebungen dominieren nach wie vor das Umfeld der vorbereitenden Arbeiten zum Weiterbau der A 49. Demonstrationen haben sowohl der BUND als auch eine Gruppierung Anwohner gegen die A 49 für heute beziehungsweise morgen angekündigt. Unterdessen hat es am Mittwoch noch eine Entscheidung des Gießener Verwaltungsgerichts zur Klage gegen drei Versammlungsverbote im Zusammenhang mit dem Protest gegen die A 49 gegeben.

Der BUND im Vogelsbergkreis listet in seinem Aufruf zu einer Demonstration heute auf, quer durch das FFH-Gebiet Herrenwald solle die A 49 gebaut werden. FFH-Gebiete sollen europaweit als geschützte Lebensräume, Tiere und Pflanzen für kommende Generationen erhalten werden. Obwohl man wisse, dass die A 49 diese Naturschätze zerstöre und obwohl mit dem Bau das wichtigste Naherholungsgebiet von Stadtallendorf zerschnitten werde, liefen die Baumfällaktionen. Das sei ein Trauerspiel.

"Unser Trauermarsch für den Herrenwald startet am Donnerstag, dem 22. Oktober, um 9 Uhr in Lehrbach", heißt es in einem Aufruf. Treffpunkt ist der Buswendeplatz an der B 62 nahe dem Ortsausgang Lehrbach in Richtung Niederklein in Höhe "Austraße".

Protest auf B 62

Zwischen dem Dannenröder Wald und dem teilzerstörten Herrenwald führe der Weg auf der B 62 nach Niederklein. Dort ende der Trauermarsch gegen 11 Uhr in Höhe der "Allendorfer Straße". Mit Zwischen- und Abschlusskundgebung sind für den Trauerzug auf der B 62 nach Niederklein rund eineinhalb Stunden geplant. Mitnahmemöglichkeiten zurück nach Lehrbach werden eingerichtet.

Ein Aktivist gegen die A 49 hatte beim RP Gießen drei Versammlungen im Zusammenhang mit dem Protest gegen die A 49 angemeldet. Diese betrafen Abschiedszeremonien für Anwohner der zur Rodung anstehenden Flächen im Herrenwald bei Stadtallendorf sowie im Dannenröder Forst zwischen Kirtorf und Homberg. Das RP hatte das untersagt. Eine Klage beim Verwaltungsgericht erbrachte einen kleinen Teilerfolg, denn nach dem Urteil darf eine Veranstaltung in Stadtallendorf stattfinden. Das Verwaltungsgericht ordnete einen Passus des RP-Bescheides als rechtswidrig ein. Demnach hätte eine bis März 2021 beantragte Veranstaltung bis Ende Oktober befristet werden sollen. Als Grund hatte das RP angegeben, wegen der unklaren Corona-Lage sei die Befristung gerechtfertigt. Danach könne man ja erneut einen Antrag stellen. Das wurde vom Verwaltungsgericht als "willkürlich und damit rechtswidrig" eingeordnet.

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