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Die FW regen für die Tagespflege den alten Bahnhof Nieder-Ohmen an, die Mücker Bürger sehen dort Defizite. .

Tagespflege wird gebraucht

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Mücke (pm). Die Betreuung älterer Menschen ist seit vielen Jahren ein Thema in der Gemeinde, und nachdem ein Unternehmen eine Senioreneinrichtung gegenüber der Gesamtschule gebaut hat, hat sich die Lage etwas entspannt. Vorher waren Familien nach Homberg, Ulrichstein oder gar über die Kreisgrenze nach Grünberg ausgewichen. Jetzt ist die Diskussion um den Begriff der Tagespflege angereichert worden, wozu übereinstimmend ein Bedarf innerhalb der Großgemeinde gesehen wird.

Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, welchen Ansprüchen solche Einrichtungen genügen müssen.

Kürzlich hatten sich zu der Thematik bereits die FW zu Wort gemeldet. Britta Lampertsdörfer, examinierte Altenpflegerin und Kandidatin der FW aus Groß-Eichen, hatte zur Tagespflege informiert, »die gemeinsamen Stunden steigerten die Lebensqualität der Pflegebedürftigen und gäben eine Tagesstruktur«. Nicht selten sehe man den ersten positiven Effekt einer solchen Betreuung - auch wenn sie nur an einigen wenigen Tagen in der Woche stattfände - schon sehr früh.

»Unser Konzept sieht vor, dass wir einem sozialen Träger geeignete Räumlichkeiten für den Betrieb einer Tagespflege zur Verfügung stellen«, erläutert Günter Zeuner für die FW. »Wir glauben, dass das ehemalige Bahnhofsgebäude in Nieder- Ohmen großes Potenzial dafür bietet. Es verfügt über Parkmöglichkeiten, besitzt einen barrierefreien Zugang, wurde erst vor kurzem renoviert und steht derzeit leer.«

Großer Bedarf

Auch die Mücker Bürger möchten sich in der nächsten Legislaturperiode für die Errichtung einer Tagespflege in Mücke, vielleicht sogar in Kombination mit einer Demenzwohngruppe einsetzen, teilt Jennifer Schomber mit. So ein Projekt bedürfe einer umfangreichen Planung, berichtet die examinierte Krankenschwester aus ihrer Erfahrung. Die Bereitstellung eines Bahnhofgebäudes sei dafür nicht ausreichend, und die Gemeindeverwaltung mit der Planung zu beauftragen sei fragwürdig bei der Fülle der zu beachtenden Vorschriften und Voraussetzungen. So müsse ein Konzept für die Finanzierung, Raumgestaltung, Pflege, Hygienekonzepte und vieles andere mehr erstellt werden, ergänzt Katharina Liehr.

Jörg Schlosser spricht aus, was alle in der unabhängigen Wählerliste sehen: »Wir haben einen großen Bedarf an Tagespflegeplätzen für Mücke. Es gibt bei uns viele Familien, die in aufopferungsvoller Weise ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Kommt eine Demenz bei einem Familienangehörigen, oft sind es Oma oder Opa, hinzu, so können diese häufig nicht mehr alleine zu Hause bleiben. Das bedeutet für viele Familien eine Rund-um-die- Uhr-Betreuung, Absprache, Organisation und nur selten ein paar freie Stunden.«

Zurzeit haben nach dem Eindruck der Mücker Bürger einige Einheimische einen Platz in der Tagespflege in Grünberg ergattert, aber leider nicht alle, die sich solch einen Platz für ihre Angehörigen wünschten, hätten dieses Glück. Für die zu betreuenden Personen bedeute solch ein Platz auch Abwechselung und Förderung der noch vorhandenen kognitiven Fähigkeiten. Von Ergotherapie bis zum Lauftraining werde in einer guten Tagespflege vieles angeboten. Aus diesem Grund sei ein Ort mit einem großzügigen Außenbereich sehr wichtig, stellt Jörg Schlosser klar.

Gegen Bahnhof

Genau aus diesem Grund halten man das Bahnhofsgebäude in Nieder-Ohmen für ungeeignet, weil es direkt an einer vielbefahrenen Bahnstrecke liege. Ohne die Möglichkeit, eine Außenfläche zu nutzen, und dazu unter beengten räumlichen Gegebenheiten, sei nicht das, was man sich unter einer guten Tagespflege, eventuell auch für Familienangehörige, vorstelle. Wenn man schon neu plane, dann doch so, wie es sinnvoll sei und nicht aus der Not heraus.

»Wir werden uns dafür stark machen, dass langfristig die Möglichkeit einer Tagespflege in Mücke gegeben ist«, sagt Jörg Matthias. Dazu bedürfe es aber einer sorgfältigen Planung. Diese Planung sollte auch nicht zulasten der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung gehen. Das projekt sollte durch externe Spezialisten mit Erfahrung in diesem Bereich federführend begleitet werden. Es müsse zunächst ein passendes räumliches Objekt gefunden werden und danach eine sorgfältige Planung erfolgen.

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