Das Gruppenbild vom Sommer zeigt die "Honig-Dealer" der Ohmtalschule mit den Biologielehrerinnen Vanessa Franz (3. v. r.) und Sabine Bachorz (r.). FOTO: PM
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Das Gruppenbild vom Sommer zeigt die "Honig-Dealer" der Ohmtalschule mit den Biologielehrerinnen Vanessa Franz (3. v. r.) und Sabine Bachorz (r.). FOTO: PM

Süßes vom "Honig-Dealer"

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Homberg(pm). An der Ohmtalschule (OTS) wird ab sofort "gedealt". Ganz legal selbstverständlich, und mit einem äußerst gesunden und schmackhaften Stoff: Honig. Seit 2018 eine Imker-AG an der OTS ins Leben gerufen wurde, findet das leckere "Stöffche" reißenden Absatz. Mehrere Völker arbeiteten in den vergangenen Jahren bienenfleißig auf den schuleigenen Blühwiesen, die von Frühjahr bis Herbst eine wahre Augenweide sind. Nun beschlossen die Teilnehmer der Imker-AG, eine Schulfirma namens "Die OTS-Honig-Dealer" zu gründen.

Hannah Schrader vom OTS-Presseteam sprach mit der Initiatorin des Projektes, Biologielehrerin Vanessa Franz.

War von Anfang an geplant, dass die Imker-AG zur Schulfirma wird?

Nein, von Anfang an war das nicht geplant. Wir haben ausprobiert, ob es sich gut anbieten würde, und das hat es.

Wer kam auf die Idee, eine Schülerfirma aus der Imker-AG zu machen?

Na ja, die Schüler haben so ein wenig rumgeblödelt und dann kam auf einmal der Vorschlag, wir könnten den Honig ja auch im Internet verkaufen. Im Endeffekt war das dann eben eine Gemeinschaftsentscheidung und die Schulfirma kam dabei heraus. Wir sind nun keine AG mehr, sondern eine GbR mit zwei Schülern als Geschäftsführern.

Wussten Sie, wie all das funktioniert? Das Konzept zum Beispiel?

Wir hatten Hilfe von Frau Dören aus dem Ausbildungszentrum für Natur- und Umweltbildung im Vogelsbergkreis (AZN Kirtorf). Sie kam vorbei und hat mit uns die Frage geklärt, was denn eine nachhaltige Schulfirma ausmacht, und hat auch Tipps gegeben, die wir natürlich gerne angenommen haben. Es wurde alles geprüft, und dann haben wir das Okay erhalten.

Wie läuft das Geschäft?

Sehr gut! In diesem Jahr haben wir knapp 30 Kilogramm von einem Bienenvolk verkauft. Wir waren auf diese Weise bereits komplett ausverkauft! Die Nachfrage ist mindestens dreimal so hoch. Ein großes Glas kostet bei uns fünf Euro, ein kleines 2,50 Euro. Dazu kommt noch ein Euro Glaspfand.

Wird der Gewinn auf die Schüler aufgeteilt oder machen sie das ehrenamtlich? Bekommt die Schule das Geld?

Der Gewinn wird in Anschaffungen, wie zum Beispiel eine manuelle Schleuder, investiert. Also einfach erst einmal in die Sachen, die nötig sind und die die Arbeit erleichtern.

Wie viele Bienen haben die "OTS-Honig-Dealer"?

Wir haben ein großes und ein kleines Volk. In einem großen Volk sind immer rund 30 000 und in einem kleinen circa 20 000 Bienen. Insgesamt haben wir also ungefähr 50 000.

Wie ist das Gruppenklima in der Firma? Läuft alles gut oder gibt es manchmal auch persönliche Probleme?

Also in der Firma sind derzeit zwölf Schüler von der sechsten bis zur zehnten Klasse und die verstehen sich zum Glück sehr gut.

Wie oft trefft ihr euch, um die Firma aufrechtzuerhalten?

Momentan treffen wir uns noch einmal die Woche. Also wie bei anderen AGs auch. In der Hauptsaison (Mai) werden wir uns allerdings vermutlich öfter treffen müssen.

Wissen Sie, ob die Schule auch noch andere Firmen gründen würde? Wie zum Beispiel eine Firma, die Gemüse verkaufen würde?

Die Schulleitung überlegt noch, ob man eventuell eine Kooperation mit dem Schulgarten starten könnte. Dann müsste man natürlich auch schauen, wie sich das verkauft. Sicher ist aber noch nichts. Außerdem muss man dann schauen, wie es nächstes Jahr mit Corona aussieht.

Wie läuft das mit der Werbung? Macht ihr schon welche?

In diesem Winter wird die diesjährige Ernte verkauft, wodurch man ja zwangsweise auch auf unsere Firma aufmerksam wird. Später ist dann eventuell noch geplant, dass wir auf der Homepage Werbung machen.

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