Autos fahren an einem Schlagloch vorbei. SYMBOLFOTO: DPA
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Autos fahren an einem Schlagloch vorbei. SYMBOLFOTO: DPA

Straßensanierung in Homberg

Substanz durch Pflege länger erhalten

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Man kann die betroffenen Anlieger gut verstehen, die im Raum stehenden Beiträge sind ruinös, wer hat so viel Geld in der "Schublade" liegen?

Auch bei uns wurde vor Jahren eine Straße grundsaniert, und die Beiträge waren trotz hoher Zuschüsse ziemlich happig. Wenn man ein Eckgrundstück besitzt, ist man doppelt gestraft.

Wo soll der Bürger denn gerecht belastet sein, wenn nur die Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten werden?! Gewerbetreibende bekommen noch mal einen Extrazuschlag, obwohl Sie ja schon Gewerbesteuer bezahlen und mit der Bereitstellung von Arbeitsplätzen einen guten Teil zum Wohlergehen der Gemeinde beitragen. Was man aber mit aller Deutlichkeit in Homberg bemängeln muss, ist die Unterlassung von Erhalt der vorhandenen Substanz. Man lässt alles vergammeln, und wenn schließlich nichts mehr zu retten ist, muss teuer saniert werden.

In früheren Jahren wurden die Fugen im Teer regelmäßig aufgeschnitten und neu versiegelt. Das gibt es nicht mehr! Durch eine permanente Pflege der Substanz könnte man die Haltbarkeit sicher umfangreich verlängern. Das ist in dem Artikel so auch schon beschrieben.

Mir fällt da spontan die Brücke an der Pletschmühle ein. Hätte man die alte Brücke stetig gepflegt und erhalten, wäre die sicher jetzt noch benutzbar. Stattdessen baut man eine Behelfsbrücke, die auch schon wieder marode ist. Demnächst entsteht eine dritte Brücke, die alte Brücke kann aber immer noch von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden.

Das ehemalige Bahnhofsgelände ist ein ähnliches Beispiel, das Bahnhofsgebäude verfällt immer mehr. Einst mit viel Geld für Asylanten hergerichtet, ist das Gebäude dermaßen baufällig, dass wahrscheinlich nichts mehr zu retten ist. Bei Amtsantritt der jetzigen Bürgermeisterin sagte diese mir, man wolle für das Gelände zunächst ein Konzept entwickeln. Bis heute ist nichts passiert.

Stattdessen werden millionenschwere Vorhaben angeschoben, deren Nutzen zumindest umstritten ist. Aber das macht ja mehr Freude als das schnöde Alte zu erhalten, kann man überall in der Politik beobachten. Um alles zu finanzieren, wurden in den letzten Jahren fleißig Steuern und Abgaben erhöht. Das erhöht die Attraktivität der Gemeinde sicher außerordentlich.

Unsere Bürgermeisterin traf erst vor Kurzem in diese Zeitung die Aussage, dass die Stadt Homberg finanziell gut dasteht. Dann weg mit den Gebühren, um die Bürger auch mal zu entlasten, schließlich sind Anfang nächsten Jahres Kommunalwahlen, und man will doch wieder gewählt werden! Warum bildet man keine Rücklagen für kommende Aufgaben, wie es von jedem Geschäftsmann verlangt wird?

Vielleicht kommen unsere Stadtverordneten ja auch mal in den Genuss der zu zahlenden Straßensanierungsgebühren. Dann sehen sie das Thema sicher mit anderen Augen.

Gerade in den momentan schwierigen Zeiten sollte man die Bürger entlasten und sie nicht noch mehr zur Kasse bitten.

Karl Heinrich Linker, Homberg

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