Am Ortseingang von Ober-Ofleiden endet die Ohmtalbahn, dahinter sind die Gleise demontiert worden. FOTO: JOL
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Am Ortseingang von Ober-Ofleiden endet die Ohmtalbahn, dahinter sind die Gleise demontiert worden. FOTO: JOL

Studie zur Ohmtalbahn kommt

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Rückt eine Reaktivierung der Ohmtalbahn näher? Ein solcher Vorschlag hat in jüngster Zeit immer mehr Anhänger gefunden. In einer Studie soll jetzt geprüft werden, wie die Voraussetzungen sind. Schon jetzt lässt sich absehen, dass der Aufwand groß wäre.

Viele Bewohner im Raum Homberg, Gemünden, Kirtorf und Antrifttal pendeln für Arbeit und Freizeit Richtung Marburg-Biedenkopf. Was ohne Auto nicht einfach ist, zu schwerfällig und zeitraubend ist das Bussystem. Schon länger ist deshalb bei Kommunalpolitikern im Gespräch, die Verkehrsanbindungen zwischen dem Vogelsbergkreis und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zu verbessern. Einen ersten Schritt sind Landräte und Bürgermeister jetzt gegangen. Ob im Zuge der Überlegungen die Ohmtalbahn reaktiviert werden kann - diese Frage soll im Rahmen einer Vorstudie geklärt werden. Darauf verständigten sich Landrat Manfred Görig, die beiden Ersten Kreisbeigeordneten Jens Mischak (Vogelsbergkreis) und Marian Zachow (Marburg-Biedenkopf) sowie die Rathauschefs der Anliegerkommunen Homberg, Gemünden, Kirchhain, Amöneburg und Stadtallendorf im Rathaus in Homberg. Zum Hintergrund: Während der Güterverkehr noch immer zwischen Kirchhain und Nieder-Ofleiden rollt, wurde der Personenverkehr auf der Ohmtalbahn schon 1980 eingestellt. Seitdem sind im westlichen Vogelsberg und dem angrenzenden Landkreis Marburg Busse im Einsatz. Ein Teilstück der Strecke bei Ober-Ofleiden ist mittlerweile "entwidmet", somit handelt es sich in diesem Bereich formal nicht mehr um eine Bahntrasse. Dort soll bekanntlich der neue Radweg entlangführen.

Schnellbusse vorgeschlagen

So sprachen Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow auch von "hohen Hürden", die zu überwinden sind, um die Ohmtalbahn zu reaktivieren. Ob es gelingen kann, soll im Rahmen der Vorstudie untersucht werden. "Mit der Studie haben wir eine Grundlage, an der wir uns orientieren können", so Görig. Die Untersuchung werde auch zeigen, wie der ÖPNV in dieser Region insgesamt intensiviert werden kann.

Diesen Aspekt griff auch Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak auf: "Die Verbindung zwischen dem Vogelsbergkreis und dem Ostkreis Marburg-Biedenkopf könnte attraktiver gestaltet werden - beispielsweise auch durch den Einsatz sogenannter Schnellbusse."

"Mit dem gemeinsamen Vorgehen zeigen wir: Wir sind interkommunal handlungsfähig", unterstrich der Marburger Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow. Für eine Verknüpfung der beiden Landkreise sprachen sich auch die Bürgermeister aus, von daher seien alle Optionen zu prüfen.

Görig, Mischak und Zachow sowie Bürgermeisterin Claudia Blum (Homberg) und ihre Kollegen Lothar Bott (Gemünden), Olaf Hausmann (Kirchhain), Michael Plettenberg (Amöneburg) und Christian Somogyi (Stadtallendorf) verabschiedeten eine Erklärung. Danach kommen die Bürgermeister und die Landkreise überein, dass die Verbesserung der Verkehrsverbindungen zwischen beiden Kreisen und den beteiligten Kommunen "für die Zukunft wesentlich ist". Hinsichtlich einer Reaktivierung der Ohmtalbahn stelle sich eine Fülle offener Fragen und Probleme. Deswegen bilden beide Kreise sowie die Kommunen eine Steuerungsgruppe, die folgendes in Angriff nehmen will: Prüfen einer Optimierung der ÖPNV-Verbindungen zwischen beiden Landkreisen, zum Beispiel die Durchbindung der Linie 80 Marburg-Homberg-Burg- und Nieder-Gemünden oder der Linie 82 Kirchhain-Homberg-Burg- und Nieder-Gemünden oder eine Verlängerung des Stadtverkehrs Stadtallendorf über Schweinsberg nach Homberg/Ohm, die Beauftragung einer Vorstudie zur Machbarkeit einer Reaktivierung der Bahnlinie, dabei soll im Blick sein, dass die "Überlegungen weder Radwegeplanungen noch Ausweitungs- und Entwicklungsplanungen anliegender Unternehmen entgegenstehen dürfen". Kreise und Kommunen bekennen sich zur Bedeutung der Ohmtalbahn für den Güterverkehr und sprechen sich für langfristige Sicherung und Weiterentwicklung der Strecke bis Nieder-Ofleiden aus.

Grundsätzlich war man sich einig, dass eine Reaktivierung nur als Gesamtstrecke zwischen Main-Weser-Bahn und Vogelsbergbahn einen Sinn ergebe.

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