+
Staunen über die riesigen Maschinen in der Völklinger Hütte.

Stahl, Schweiß und Eisenkocher

  • schließen

Mücke (pm). Der Verein Kunstturm Mücke hatte schon eine ganze Weile geplant und vor kurzem nun zum Besichtigungsausflug der Völklinger Hütte eingeladen. Mitglieder wollten einmal beispielhaft vor Ort erkunden, wie mit dem der Erde mühevoll entrissenen heimischen Eisenerz weiter verfahren wurde. 24 Teilnehmer folgten dem Ruf und man startete gemeinsam mit dem Bus. Nach der Rheinpassage hinter Mainz wurde auf einer Raststätte eine rustikale Frühstückspause absolviert und der Herbst gab bereits mit einer frischen Brise vom grauen, aber trockenen Himmel herab seine Vorschau. Die Reisegruppe erreichte nach der Durchfahrt durch Saarbrücken gegen Mittag das Weltkulturerbe der Völklinger Eisenhütte. Eine Führerin begrüßte die Gruppe und geleitete alle auf einen Rundweg durch das beeindruckende Industriedenkmal. "Tief bewegt bestaunten wir alle die zyklopische Kulisse, bestehend aus riesigen verölten Abwärmemaschinen, der staubigen Möller-Halle, den sechs monströsen Hochöfen, alles durchzogen und gekreuzt von einem labyrinthischen Gewirr aus Röhren, Schienen, Kränen und Leitungen in allen möglichen und unmöglichen Kombinationen, Knäueln und Puzzles," so der Eindruck eines Fahrtteilnehmers.

Und das alles abwechselnd "patiniert mit Rost und Ruß, eine unwirkliche Kulisse, wie in einem Cyberpunk-Computerspiel, und doch schufteten hier beinahe ein Jahrhundert lang die Eisenkocher unter heute nur schwer vorstellbarer Mühsal".

Lärm und die Hitze müssen unmenschlich gewesen sein, eine qualmende Hölle auf Erden, die dennoch diese Region bis in die 1980er geprägt habe mit ihrer Verquickung von Kohle, Koks und Stahl und dies seit den Tagen der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert, als noch Qualm, Staub und Ruß rund um die Uhr den Menschen das Sonnenlicht gestohlen hatten.

Unter diesen Eindrücken hatte jeder die Gelegenheit, die Aussichtsplattformen zu erklimmen oder die eindrucksvollen Sonderausstellungen "Pharaonen-Gold" oder die Kunstwerke der "5. UrbanArt Biennale 2019 Unlimited" zu bestaunen, es gab mehr als genug zu sehen.

Mit einem imaginären Rucksack voll von Impressionen traten alle die Heimreise an und hatten noch lange Gelegenheit, ihre Eindrücke auszutauschen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare