Für die neuen "Kirtorfer Höfe" sollen die beiden entkernten Fachwerkhäuser an der Neustädter Straße saniert und eines neu gebaut werden. Der Bauzaun sichert die Brache, auf der ein Ärztezentrum geplant ist. FOTO: JOL
+
Für die neuen "Kirtorfer Höfe" sollen die beiden entkernten Fachwerkhäuser an der Neustädter Straße saniert und eines neu gebaut werden. Der Bauzaun sichert die Brache, auf der ein Ärztezentrum geplant ist. FOTO: JOL

Stadt investiert in Kirtorfer Höfe

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
    schließen

Seit einiger Zeit angekündigt, aber momentan tut sich nicht viel beim ehr- geizigen Projekt "Kirtorfer Höfe." Die Stadt will nun endlich mit der Umsetzung beginnen. Allerdings scheint es bei der Finan- zierung noch einige Fragezeichen zu geben.

Die Stadt Kirtorf engagiert sich stärker für das neue Ortszentrum, ein Großprojekt mit Ärztezentrum und Wohnungen. Einstimmig bewilligten die Stadtverordneten eine Planänderung für den Bereich zwischen dem Rathaus und dem Tegut-Markt. Um höhere Fördermittel des Landes zu bekommen, übernimmt die Stadt nun die Sanierung der Fachwerkhäuser Neustädter Straße 3 bis 7. Zwei historische Gebäude werden umfassend saniert, das dritte muss neu errichtet werden.

Bürgermeister Andreas Fey beziffert die Kosten auf rund 2,5 Millionen Euro. Bislang war geplant, dass eine private Projektgesellschaft das gesamte Gelände erschließt. Geplant ist in den "Kirtorfer Höfen" ein Ärztezentrum, das auch die Gemeinschaftspraxis der örtlichen Hausärzte aufnimmt sowie Fachärzte. Läden mit medizinischem Bezug und weitere Praxen sollen hinzukommen.

Pilotprojekt

"Das ist eine historische Stunde", betonte Fey in der Sitzung des Stadtparlaments. Sein Amtsvorgänger Ulrich Künz habe das Projekt auf den Weg gebracht, bei der die Stadt mit der privaten Projektgesellschaft zusammenarbeitet. Damit habe man ein Pilotprojekt des Landes geschaffen, das nun weiter entwickelt wird. Bürgermeister Andreas Fey hatte schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Umsetzung über die Projektgesellschaft nicht nur wegen der Auflagen schwierig wird.

Aufgrund der dann niedrigen Förderung werde das Vorhaben über eine Projektgesellschaft unwirtschaftlich. Für die Stadt habe sich aufgrund einer neuen Förderlinie des Landes eine Option ergeben, die Umgestaltung und Sanierung der Häuserzeile in Eigenregie aus dem Gesamtobjekt "Kirtorfer Höfe" zu übernehmen. Eine deutliche Erhöhung der Förderung ist laut Fey nun möglich.

"Wir werden einen neuen Anziehungspunkt für die ganze Region schaffen", sagt Fey. Die Stadt übernehme den Komplettumbau der drei Gebäude an der Neustädter Straße, weil man so eine deutlich höhere Förderung des Landes erhalte. Bislang wollte das Land etwa eine Million Euro dazu geben, dieser Betrag steige auf 2,6 Millionen Euro. Einen Eigenanteil an den Kosten muss die Stadt durch Kreditaufnahmen finanzieren. Dadurch werde das Ganze tragbar, die Projektgesellschaft stelle nun "die Fachkompetenz für Bau und Vermarktung der Gebäude zur Verfügung". Der Baufortschritt soll dabei eng abgestimmt werden.

Ralf Völzing (FWG-CDU) wiegelte etwas ab, "historisch wird es, wenn die ersten Nutzer in die Gebäude einziehen". Aber die Abstimmung im Stadtparlament sei ein Meilenstein auf dem Weg. Dadurch werde das Gesamtprojekt wirtschaftlicher für die private Gesellschaft.

Heinrich Raab (SPD) verwies darauf, dass die "Kirtorfer Höfe" seit drei Jahren in der Entwicklung sind. Nun gehe es für die Projektgesellschaft darum, möglichst schnell eine Baugenehmigung zu bekommen. Er verwies darauf, dass es Planänderungen und Vorgaben der Behörden gegeben habe, die Verzögerungen brachten. Bei der Abstimmung verließ Karsten Jost, Sprecher der Projektgesellschaft, den Saal. Ein weiterer Beschluss unterstreicht, dass Kirtorf auf Wachstum setzt. Mit hohem Aufwand wird das Neubaugebiet Heselweg in der Kernstadt erschlossen. Das Parlament war nun gefragt, weil die Erschließungkosten deutlich höher sind als ursprünglich geplant. Bislang hatte man mit Kosten von rund 136 Euro pro Quadratmeter Bauland geplant. Nun stellte sich heraus, etwa 185 Euro pro Quadratmeter nötig werden. Das liegt an dem Untergrund, wie Bürgermeister Fey sagt.

Mit Stimmen von FWG-CDU beschloss das Parlament, 107 Euro pro Quadratmeter anzusetzen. Die SPD ist nicht gegen das Baugebiet, wie Heinrich Raab sagte, will aber mit Blick auf die Belastung der Allgemeinheit einen Quadratmeterpreis von 117 Euro.

Bei 107 Euro/qm legt die Stadt für die Bauplätze 800 000 bis 900 000 Euro drauf, wie Völzing sagt. Doch mit Blick auf den Zuzug junger Familien sei das vertretbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare