Im Vorjahr warnt die Stadt Homberg auf der Geotour vor dem Eichen-Prozessionsspinner. Nun werden die Tierchen verbeugend bekämpft. FOTO: JOL
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Im Vorjahr warnt die Stadt Homberg auf der Geotour vor dem Eichen-Prozessionsspinner. Nun werden die Tierchen verbeugend bekämpft. FOTO: JOL

Spritzkur gegen Eichenspinner

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Als Nachtfalter ist der Eichen-Prozessionsspinner fast unsichtbar. Als Raupe sorgt er mit seinen Brennhaaren für den Ausnahmezustand. Autobahnparkplätze und das Freibad Homberg wurden seinetwegen 2019 teilweise gesperrt. Nun wird ihm mit einem Bio-Mittel zu Leibe gerückt.

Sie sehen mit ihren langen Haaren eher lustig aus. Aaber die kleinen Raupen mit dem Zungenbrechernamen haben es in sich. Die Brennhaare der Eichen-Prozessionsspinnerraupe setzen ein Gift frei, das starke allergische Reaktionen der Haut und im Extremfall Asthma auslösen kann. Deshalb waren im vergangenen Jahr Bereiche an Kindertagesstätten, an Wanderwegen und öffentlichen Plätzen gesperrt worden. Sogar auf dem Gelände des Homberger Freibads blieb man davon nicht verschont. Nun werden an Landstraßen und in mehreren Kommunen Bäume an neuralgischen Punkten mit einem Bio-Mittel eingesprüht.

So wird die Gemeinde Gemünden entsprechend präventiv an den bekannten Stellen tätig. Wie Bürgermeister Lothar Bott mitteilt, hat der gemeindliche Bau- und Servicehof eine Fachfirma mit den notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen beauftragt. Der Termin für die Bekämpfung mit einem biologischen Spritzmittel steht noch nicht genau fest, soll aber in den nächsten Wochen sein.

Im Vorjahr wurden Raupennester mit Brennhaaren an Bäumen auf den Parkplätzen Krachgarten und Dottenberg an der Autobahn A 5 bei Gemünden festgestellt. Sie wurden fachgerecht abgesaugt. Durch den Einsatz biologischer Produkte wie ein auf die Raupen selektiv und lokal wirkendes Bakterium waren Auswirkungen auf andere Lebewesen nicht zu erwarten. Zeitweilig waren die Parkplätze gesperrt.

Absaugen und Abbrennen

Im Juni 2018 waren in Burg-Gemünden Flächen unterhalb der Kirche und im Bereich des Wochenendhausgebiets betroffen. Ferner wurde der Parkplatz an der Landesstraße zwischen Nieder-Gemünden und Homberg gesperrt.

In der Stadt Homberg ist ebenfalls die vorbeugende Behandlung gegen die Problem-Raupen vorbereitet. "Wir hatten im vergangenen Jahr ja einige Schwierigkeiten", begründet das Bürgermeisterin Claudia Blum. Deshalb soll nun zur Verkehrssicherung eine Bekämpfung an den Orten erfolgen, wo Menschen in Kontakt mit den Brennhaaren kommen können. Das sei eine dringliche Aufgabe, die keinen Aufschub duldet, sagt Blum. Die Eichen werden in den nächsten Wochen austreiben, "das ist ein guter Zeitpunkt, die Bekämpfung anzugehen". Der Auftrag an eine Fachfirma wurde bereits vergeben.

Im vergangenen Jahr hatte die Stadtverwaltung wegen der Nester Teilbereiche von Freibad, Kindergarten und Sportplätzen gesperrt. Dort wurden die befallenen Stellen von einem professionellen Schädlingsbekämpfer entfernt. Kurze Abschnitte der Geotour Felsenmeer sollten nicht betreten werden. Ein Problem sind auch alte Nester der Eichen-Prozessionsspinnerraupen, weil die Tierchen beim Verpuppen die Brennhaare mit abstreifen. Sie bleiben lange in den Gespinsten an den Eichen hängen und werden vom Wind in die Umgebung verstreut.

Betroffen sind sicherlich auch wieder Bereiche in der Gemeinde Mücke. Bürgermeister Andreas Sommer sagt, er hatte Mitarbeiter des Bauhofs zu einer entsprechenden Schulung angemeldet. Dann kam aber die Corona-Krise und der Kurs wurde abgesagt. "Wir werden daher unsere Strategie vom Vorjahr mit Absperrung und, wo möglich, Abbrennen der Nester, fortführen."

In Einzelfällen wurden bereits junge Eichen gefällt, die nahe an den Feuerwehrstützpunkten Nieder-Ohmen und Wettsaasen standen. Die Eichen standen zu nah an den Gebäuden, wie die Unfallkasse Hessen bemängelt hat. Keine größeren Probleme gab es bislang in Ulrichstein, wie Bürgermeister Edwin Schneider resümiert.

"Wir hatten bisher nur zwei kleinere Einsätze gegen den Eichenprozessionsspinner." Von daher seien diesbezüglich aktuell keine Aktionen der Kommune geplant.

Im benachbarten Feldatal sind "wieder Präventivmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner in Form des Vernebelungsverfahrens geplant", teilt Bürgermeister Leopold Bach mit. Voraussichtlich findet die Bekämpfung in etwa vier Wochen statt. Eine Firma wurde bereits damit beauftragt.

Hierbei werden die Rindenflächen des Baumes am Stamm und in der Krone flächendeckend mit einem Präparat mittels eines Verneblers mit elektrostatischer Aufladung behandelt. Wie Bach anfügt, hat sich das Verfahren im vergangenen Jahr bewährt.

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