Den generationsübergreifenden Bewegungsparcours testen (v.l.) Bürgermeister Andreas Sommer, Berthold Kratz (2. Vorsitzender des SV Ruppertenrod), Bauhofleiter Thorsten Laub und Initiator Günter Zeuner. FOTO: SF
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Den generationsübergreifenden Bewegungsparcours testen (v.l.) Bürgermeister Andreas Sommer, Berthold Kratz (2. Vorsitzender des SV Ruppertenrod), Bauhofleiter Thorsten Laub und Initiator Günter Zeuner. FOTO: SF

Spielerisch gegen Muskelschwund

  • vonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Ruppertenrod(sf). Ungewöhnliches hat sich in den vergangenen Tagen unmittelbar am Kinderspielplatz getan. Dort wurden Sportgeräte für die ältere Generation installiert.

Keine Lebensphase ist so vielfältig wie das Alter, so scheint es. Vieles, wenn auch längst nicht alles, kehrt ganz offensichtlich zu seinen Anfängen zurück. Schaukeln, Wippen und Spielen macht den Menschen im Alter zischen einem Jahr und 99 Jahren gleichermaßen Spaß. So werden auch die neuen Spielgeräte in Ruppertenrod bislang, denn sie stehen dort bereits seit einer Woche, meistens von den Kindern genutzt. Diese Fitnessteile aus Edelstahl sind für müde und alte Knochen gleichermaßen eine Lockerungs- und Kräftigungsmöglichkeit.

In Ruppertenrod können die Großeltern mit den Enkelkindern zum Spielplatz gehen, denn beide Bewegungsstätten liegen unmittelbar nebeneinander, und so hat jede Generation ihren Spaß.

Der Begriff Seniorenspielplatz hat sich noch nicht nachhaltig im kollektiven Bewusstsein verankert. Diese Tatsache erstaunt umso mehr, als die demografischen Gegebenheiten den Schluss zulassen, dass öffentliche Bewegungsmöglichkeiten für die ältere Generation inzwischen in quantitativer Hinsicht mindestens ebenso wichtig sind wie Kinderspielplätze.

Man muss nämlich wissen, dass der altersbedingte Muskelabbau ab dem 50. Lebensjahr langsam einsetzt, und dieser sich mit fortschreitendem Alter noch beschleunigt. Beispielsweise liegt der Verlust an Muskelkraft bei der Generation 70+ bei rund drei Prozent pro Jahr. Der medizinische Fachbegriff in diesem Zusammenhang nennt sich "Sarkopenie" und wird als eine Ursache für Stürze, Bewegungseinschränkungen und allgemeine "Gebrechlichkeit" im Alter eingestuft.

Wer demnach der Sarkopenie im Alter entgegenwirken möchte, der muss möglichst oft den bequemen Lehn- oder Schaukelstuhl verlassen und sich körperlich betätigen, weil mangelnde Bewegung die Sarkopenie zumindest begünstigt.

Das tolle Projekt wurde in Ruppertenrod vom "Mücker Seniorentrupp" angeleiert. Finanziert wurden die Spielgeräte vom Land Hessen aus dem Topf "Starkes Dorf", und dafür machte Bürgermeister Andreas Sommer schon im vergangenen Jahr Reklame bei den Ortsbeiräten.

Einführungen mit Günter Zeuner

Günter Zeuner, einer der Seniorenbeauftragten in Mücke hat gemeinsam mit dem örtlichen Sportverein den Antrag gestellt, und so konnte man dann schließlich die Geräte kaufen. Die Kommune steuerte noch rund 1000 Euro bei, und die Mannschaft vom Bauhof der Gemeinde hat die einzelnen Sportgeräte dort befestigt und verankert.

An den einzelnen Geräten sind auch Informationen zu lesen, wie die Geräte zu bedienen sind. Günter Zeuner will sich aber dafür einsetzen, dass man noch eine große Tafel aufstellt, auf der alle Geräte, auf einen Blick und das in großer Schrift, ausführlich beschrieben sind.

Wer gerne einen Einführungskurs machen möchte und da sind alle Mücker Bürger angesprochen, kann sich gerne bei Günter Zeuner melden. Die Ruppertenröder sind aufgefordert für den "neuen Kreativ-Spielplatz" einen schönen Namen zu finden. Der Ortsbeirat freut sich über Anregungen.

Der Platz ist für Personen ab dem 14. Lebensjahr zur Nutzung gedacht und der Spielplatz für Kinder unter 14 Jahren.

Dieser Tage freuten sich Bürgermeister Andreas Sommer, Bauhofleiter Thorsten Laub, Berthold Kratz (2. Vorsitzender des SV Ruppertenrod) und Initiator Günter Zeuner über die Fertigstellung und testeten auch gleich die Gerätschaften.

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