Sorge um höhere Belastung durch Schutzschirm-Auflagen

Antrifttal (jol). Die Skepsis war fast mit Händen zu greifen in der Bürgerversammlung – ob weitere Belastungen auf die Antrifttaler durch das Schutzschirm-Programm zukommen.

Da vermochte die Aussage von Bürgermeister Johannes Averdung kaum zu beruhigen, dass die Gemeinde so oder so sparen muss und durch den Schutzschirm immerhin 1,2 Millionen an Schulden abgenommen bekommt. Lebhaft sprach man bei der Bürgerversammlung in Ohmes über die Wasserversorgung, nun soll geprüft werden, ob eine kurze Leitung zwischen den Hochbehältern das Verkeimungsproblem löst.

So mancher unter den gut 60 Antrifttalern in der Versammlung am Dienstag befürchtet bei Annahme des Schutzschirm-Vertrags, dass es zu noch höheren Steuern kommt, wenn die Konjunktur einbricht. Auch bei zurückgehenden Einnahmen aus dem allgemeinen Steueraufkommen muss die Gemeinde einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, so Averdung. Besonders schmerzlich sind die höheren Umlagen an den Vogelsbergkreis, der als Schutzschirm-Kreis ebenfalls auf jeden Cent achten muss. Das Problem: Die Gemeinde wird erst dann aus dem Schutzschirm-Vertrag entlasten, wenn sie drei Jahre lang einen ausgeglichenen Haushalt erreicht.

Dafür muss sie Steuern erhöhen, Bestattungen verteuern und mehr von Hundehaltern einnehmen. Das rechnete Bürgermeister Averdung in der Sitzung unter Leitung von Vorsitzendem Franz-Josef Kreuter vor. Die geforderten Maßnahmen der Gemeinde sollen 93000 Euro durch eine höhere Gewerbesteuer bringen, bei der Grundsteuer sollen es 25500 Euro mehr sein (etwa 80 Euro pro Grundstück), der Kindergartenbus soll seltener fahren. Auf den Friedhöfen will man 10000 und bei der Hundesteuer 1850 Euro mehr erwirtschaften. Dazu kommen nicht direkt sichtbare Maßnahmen wie Zuschuss zu den Stromkosten von den Windpark-Betreibern, Winterdienst und Wegenutzungsgebühren am Windpark. Aus der Einkommenssteuer sollen 105000 Euro mehr fließen, was der guten Konjunktur geschuldet ist. Im Gegenzug steigt die Kreis-/Schulumlage im nächsten Jahr um 53000 Euro, 2014 sind es 109000 und 2015 stattliche 156000 Euro. In der Diskussion mit den Bürgern meinte Averdung, dass die Gemeinde nicht die Mittel vom Land bekommt, die sie zur Erfüllung der Aufgaben benötigt. Dafür sind die Anforderungen hoch, so für die teure Kanalsanierung. Dem gegenüber sinkt die Einwohnerzahl, über zehn Jahre um 300 Menschen auf 2283 (2011).

Steffen Rühl sah als großes Risiko, dass sich die Konjunktur eintrübt, Einnahmen ausbleiben und dann die Gemeinde die Bürger noch stärker belasten muss. Die seien eh schon schlecht dran bei sinkenden Löhnen und Renten. Ein anderer Besucher meinte, man liefere sich 30 Jahre lang starker Kontrolle aus. Averdung entgegnete, dass das schon für die gegenwärtige Lage mit Haushaltssicherungskonzept gilt.

Lebhaft wurde über die Pläne für eine neue Wasserleitung vom Tiefbrunnen Seibelsdorf besprochen. Winfried Konle stellte die bisherigen Überlegungen vor, wonach eine 1,7 Kilometer lange Leitung für rund 200000 Euro von Seibelsdorf nach Ohmes gebaut werden kann. Unklar seien die Forderungen des Privatwaldbesitzers für die Wegenutzung. Grund für die Pläne sind Keime im Wasser und Sorge um den Nitratgehalt.

Mehrere Bürger verwiesen darauf, dass das Wasser in der Quelle gut sei und die Keime im Ortsnetz hineingelangen. Es gebe zu viele "tote Abschnitte" von leer stehenden Ställen. Deshalb wird nun der Vorschlag untersucht, eine Leitung von der Quelle zum Hochbehälter zu legen. Das ist billiger und man hat mehr Wasserzirkulation im Ortsnetz, was die Keim-Gefahr verringert.

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