Muss mit Blick auf die Corona-Pandemie abgesagt werden: Der Pfingstmarkt Alsfeld, ein Volksfest mit vielen Besuchern. ARCHIVFOTO: JOL
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Muss mit Blick auf die Corona-Pandemie abgesagt werden: Der Pfingstmarkt Alsfeld, ein Volksfest mit vielen Besuchern. ARCHIVFOTO: JOL

Ein Sommer ohne Feste

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Viele hatten es schon kommen sehen: Größere Feste wie der Alsfelder Pfingstmarkt und das Vulkanfest auf dem Hoherodskopf werden abgeblasen. Bei anderen Veranstaltungen wie der Messe Stein-Expo wird eine mögliche Absage noch geprüft. Das Verbot von Großveranstaltungen hat Folgen vom überregionalen Event bis zur dörflichen Kirmes.

Vulkanfest, Pfingstmarkt oder das Herzberg-Festival abgesagt, lokale Feiern ebenfalls, die große Messe Stein-Expo in Homberg auf der Kippe. Das bundesweite Verbot von Großveranstaltungen schlägt in Alsfeld, Feldatal, Gemünden, Homberg und Ulrichstein voll durch. Auch private Veranstalter wie die Homberger Schlosspatrioten müssen sich umstellen.

Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule rechnet damit, dass größere Veranstaltungen bis September nicht möglich sind. Ministerpräsident Bouffier habe dabei auch Volksfeste genannt. Paule geht davon aus, dass mehrere Feste nicht stattfinden können, so am 24. Mai der Käsemarkt, vom 29. Mai bis 2. Juni das größte Volksfest der Region, der Pfingstmarkt, der Kräuter- und Märchentag am 21. Juni sowie Anfang August das Stadtfest. Genauere Informationen des Landes stehen aber noch aus, diese sollen die genauen Regeln festlegen. Für Paule steht aber fest, dass die positiven Effekte der Feste für Tourismus und Einzelhandel wegfallen. Und beim Pfingstmarkt gebe es mit Festwirt und Generalpächter des Festplatzes mehrjährige Verträge. Die Schaustellerbranche sieht er vor erheblichen Herausforderungen. "Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren noch genügend Unternehmen da sind, mit denen die Volksfeste durchgeführt werden können."

Ungeachtet der schwierigen Lage arbeite die städtische Wirtschaftsförderung derzeit an Ideen, "wie der Euro in Alsfeld bleibt".

In Feldatal werde der Wandertag von Tourismus AG, Gemeinde und Feuerwehr Groß-Felda am 24. Mai abgesagt, wie Bürgermeister Leopold Bach mitteilt. Das Bezirksfeuerwehrfest Stumpertenrod vom 19. bis 21. Juni fällt ebenso aus wie das Mühlenfest. Eigentlich sollte in Stumpertenrod am 5. Juli gefeiert werden. Bereits um die 100 Aussteller hatten zugesagt. Das Schmiedefest Anfang August in Groß-Felda fällt ebenfalls aus.

In Gemünden haben die Organisatoren der Feier "1250 Jahre Nieder-Gemünden" kurzfristig Veränderungen beschlossen. Die Ortsrandbegehung wird vom 10. Mai auf den 3. Oktober verlegt. Das Veranstaltungswochenende soll dann erst 2021 stattfinden, wie Mitorganisator Tobias Reitz erläutert. Der Festakt wird vom 22. August 2020 auf den 21. August 2021 verschoben. Höhepunkt ist der stehende Festzug in der Ortslage, der am 29. August 2021 Besucher anlocken soll. Diesen Plan B hatte man angesichts der Umstände bereits entwickelt.

Gravierende Folgen gibt es auch in Homberg. Die dortigen Schlosspatrioten planen bereits für ein ganzes Jahr ohne Veranstaltungen, wie Vorsitzender Markus Haumann erläutert. Das Schlossfest Anfang Juli fällt aus, zunächst werden in den Räumen auch keine Ausstellungen laufen. Über den Betrieb des beliebten Schlosscafés an Sonntagen müsse man erst noch im Vorstand beraten. Dabei spielt die Gesundheit der Gäste ebenso eine Rolle wie der Schutz der Mitarbeiterinnen, von denen einige der Risikogruppe der Älteren angehören. Wichtig ist laut Haumann, dass die Schlossgärten weiterhin für Spaziergänger offen sind.

Abgesagt wurde bereits der Stadtfeuerwehrtag in Nieder-Ofleiden, hier war schon unter anderem für eine "Hüttengaudi" geplant worden.

Noch nicht entschieden ist über das Schloss-Festival von Ovag, Stadt und Schlosspatrioten vom 5. bis 7. Juni. Es wird geklärt, ob das Verbot von Großveranstaltungen für die drei Veranstaltungen zutrifft. Hauptproblem sei, dass nicht geklärt sei, ab wann es sich um eine Großveranstaltung handelt. In den nächsten zehn Tagen will man entscheiden.

Geplant ist ein Comedy-Abend mit Bill Mockridge, ein Konzert mit "Italo-Pop live" und Mentalmagie mit dem Duo Somnabul. "Es täte mir leid um die Menschen, wenn sie um die Kultur gebracht werden", sagt Ovag-Pressesprecher Andreas Matlé. Besonders stark betroffen sind auch die Künstler.

In der Gemeinde Mücke sind wohl zwei Veranstaltungen betroffen, wie Bürgermeister Andreas Sommer wissen ließ. Mit dem Reit- und Fahrverein Mücke wurde besprochen, dass es kein Reitturnier ge- ben kann. Auch ein für den Sommer geplantes internationales Workcamp wird abgesagt.

Zum großen Bedauern von Bürgermeister Edwin Schneider muss der Jakobimarkt in Ulrichstein als größtes Volksfest im Hohen Vogelsberg abgesagt werden. Er findet üblicherweise ab dem dritten Wochenende im Juli statt. "Die Gesundheit geht vor."

Zudem werden ausfallen: Kirmes und Sternwandertreffen in Ober-Seibertenrod, das Bierfest in Helpershain, die Kirmes Feldkrücken und größere Veranstaltungen an Feiertagen. Das Museum sei geschlossen, fügt Schneider an. Der Antik- und Flohmarkt am 28. Juni fällt aus. Am 11. Juli sollte eine Krimi-Lesung stattfinden. Ob der erste regionale Bauernmarkt am 6. Juni stattfinden kann, sei zu prüfen.

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