Wie solidarisch ist die EU?

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Alsfeld(pm). Eine Woche lang setzten sich 39 Schüler des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule gemeinsam mit französischen Jugendlichen in der Europäischen Akademie Otzenhausen mit der Frage auseinander, wie weit die Solidarität innerhalb der Europäischen Union reicht. Dabei erlebten sie im Austausch mit den Schülern des Lycée Jean-Macé in Rennes in der Bretagne die EU im Kleinen. Gemeinsam reflektierten sie Themen wie Rassismus, Geschlechtergerechtigkeit oder das bedingungslose Grundeinkommen. Dabei gestaltete es sich gar nicht so einfach, ins Gespräch zu kommen und Inhalte zu erarbeiten. Trotz der Unterstützung durch Dolmetscherinnen erforderte es Mut, Energie und Kreativität, um miteinander zu kommunizieren. Leichter war es da schon, gemeinsam Solidarität im Alltag zu erleben. Beim Besuch bei "Ingos kleiner Kältehilfe" in Saarbrücken berichteten Freiwillige von ihrer Unterstützung für Obdachlose. Abend für Abend versorgen sie diese in der Fußgängerzone mit einer warmen Mahlzeit und heißen Getränken. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Schüler von einer jungen Frau, Emmi, die einen Charity-Shop gegründet hat. Sie hatte die Idee von einem Schüleraustausch in Schottland mitgebracht. Seit Mai 2019 werden gespendete Kleidungsstücke und Dinge des täglichen Bedarfs zu günstigen Preisen verkauft. Die Einnahmen spendet der Verein beispielsweise an ein Kinderhospiz und an eine Initiative zu Rettung des Regenwaldes.

Der Shop begeisterte einige Schülerinnen so sehr, dass sie in der Workshop-Phase, die den Abschluss der Woche bildete, ein eigenes Konzept für einen Laden entwickelten. Andere Gruppen setzten sich in Raps, Talk-Shows oder auf Plakaten mit Mobbing, Klimaveränderungen oder Migration auseinander. "Dieser Tag hat mir am meisten Spaß gemacht", so Rhoda Kalms." Ihre Gruppe hatte auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. "In dieser Woche wurden die Augen geöffnet für Themen, mit denen man sich bis dahin nicht beschäftigt hat", resümiert David Tkotz.

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