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So kann man Schlaganfall vorbeugen

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Von: Redaktion

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Alsfeld (pm). Churchill, Roosevelt, Stalin - eng beieinander auf einer Bank sitzend. Diese Szene zeigt ein bekanntes Foto, das bei der Konferenz von Jalta, einem Badeort auf der Krim-Halbinsel, entstanden ist. Und das Foto ist ein ungewöhnlicher Einstieg für einen Vortrag über Schlaganfälle, der in der Krankenpflegeschule des Vogelsbergkreises stattfindet.

Nach kurzer Begrüßung von Dr. Erich Heinz, zweiter Vorsitzender des Vereins »Freunde und Förderer des Kreiskrankenhauses«, bringt Dr. André Schneider, Sektionsleiter Gefäßchirurgie am Krankenhaus des Vogelsbergkreises (KKA), Licht ins Dunkel: »Alle diese Herren hatten einen Schlaganfall - und stehen für einige der Hauptursachen«, informiert Dr. Schneider. Wenig Sport und Bewegung, hingegen viel Stress, Alkohol, Tabak und ungesunde Ernährung - das sind Faktoren, die Schlaganfälle begünstigen, wie der Mediziner ausführt.

»Außerdem repräsentieren die Drei in etwa auch die statistische Verteilung: Etwa 80 Prozent der Schlaganfälle sind sogenannten ischämische Schlaganfälle, bei denen es zu einer Minderdurchblutung im Gehirn kommt. Etwa 15 bis 20 Prozent sind hämorrhagische Schlaganfälle, bei denen ein Blutgefäß im Gehirn platzt«, sagt Dr. Schneider.

Rund 150 000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. »Hinzu kommt noch eine gewisse Dunkelziffer, denn nicht immer sind die Anfälle so heftig, dass Menschen einen Schlaganfall hinter den Symptomen vermuten. Außerdem sterben bis zu 100 000 Menschen an den Folgen«, führt Dr. Schneider weiter aus.

Ursachen dafür sind Ablagerungen, die sich über Jahrzehnte in den Arterien ansammeln. Bei der Arteriosklerose lagern sich Cholesterin und Kalk, auch Plaque genannt, an den Innenwänden ab. Hinzu kommt, dass die Innenseiten der Arterien rauer werden. Allerdings sei eine Verengung, beispielsweise einer Halsschlagader, nicht immer auch ein Indikator für eine Operation. »In vielen Fällen können Medikamente den Blutfluss ausreichend verbessern«, sagt der Mediziner. Wenn das Gehirn merke, dass es unterversorgt sei, versuche es die Blutzufuhr zu beschleunigen. Dadurch käme es durch die Engstellen zu Geschwindigkeitsspitzen im Blutfluss. »Die gilt es zu verhindern, denn sie bergen die Gefahr, Ablagerungen mitzureißen - und die feinen Gefäße, die das Gehirn versorgen, zu verstopfen«, sagt der Gefäßspezialist.

Es sei wichtig, dann genau abzuwägen: Ist die Verengung derart mächtig, dass eine Operation nötig ist? Oder bringt eine medikamentöse Behandlung mehr Erfolg? Der Arzt vergleicht ein verengtes Gefäß mit einem Gartenschlauch, der mit dem Daumen zugedrückt wird. Die Flüssigkeitsmenge sei fast gleichbleibend, doch habe sie viel mehr Kraft und Geschwindigkeit.

Vorbelastungen spielen eine Rolle

Die Chancen für erfolgreiche Behandlungen seien dann besser, »als wenn beispielsweise Symptome wie Doppelbilder, Sichtfeldausfälle, Sprach- und Schluckstörungen, Lähmungen, Gefühls-, oder Sensibilitätsstörungen auftreten«, fügt Dr. Schneider an.

Wenn eine Operation nötig ist, weil eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichenden Erfolg verspricht, werden diese im KKA unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. »Die Lokalbetäubung hat einen Vorteil: im Wachzustand können wir die Blutzufuhr im Gehirn an den Reaktionen des Patienten ablesen und entsprechend schnell reagieren«, sagt Dr. Schneider. Viel wichtiger sei aber, Eingriffe zu verhindern, indem schon früh diagnostisch abgeklärt werde, ob Gefahren lauern. »Sport, gesunde Ernährung, allgemein viel Bewegung und kein Tabakgenuss helfen Risiken zu minimieren. Ausschließen lassen sie sich allerdings nicht komplett«, schränkt Schneider ein. Auch eine erbliche Vorbelastung könne der Arteriosklerose in die Karten spielen, sagt der Fachmann. »Allerdings ist Arteriosklerose eine Krankheit des Alterns. Aufhalten oder umkehren kann sie die Medizin nicht. Doch kann eine gründliche Kontrolle Sorgen nehmen, und dabei helfen, ruhig durchs Leben zu gehen.«

Der nächste Dienstags-Vortrag im Rahmen der Reihe thematisiert am 5. Oktober, um 19 Uhr in der Krankenpflegeschule den »Kampf ums Bein - Moderne Therapie der PAVK«. Diesen Vortrag wird Dr. André Schneider, Sektionsleiter Gefäßchirurgie am KKA, halten. Es gelten 3 G-Regel und Maskenpflicht.

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