GEW sieht Schulgemeinden am Limit

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Alsfeld(pm). Wie sollte es anders sein? Bei der Kreisvorstandssitzung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) standen im Zentrum der Tagesordnung der Austausch und die Beratung zum Thema Schule in der Corona-Pandemie. Wie Kreisgeschäftsführer Ralf Fei mitteilt, wurde durch die Rückmeldung der Vorstandsmitglieder deutlich, dass alle Beteiligten in den Schulen am Rande der Belastungsgrenze arbeiten.

Viele Lehrkräfte klagen darüber, dass der Umgang mit Corona-Fällen an den verschiedenen Schulen oftmals nicht einheitlich, nicht transparent bzw. nicht nachvollziehbar sei. Wenn für Kollegen einer Schule verschiedene Gesundheitsämter zuständig sind, werde es besonders unübersichtlich. Es sei nicht hinnehmbar, dass trotz der hohen Inzidenzzahlen in Klassen ohne Abstandsgebot unterrichtet werde. Gleiches gelte für die Fahrten zur Schule in überfüllten Bussen und Bahnen. Niemand wolle den Schulbetrieb in Präsenz wieder - wie im Frühjahr geschehen - einstellen. Wie dies zu verhindern ist, werde jedoch kontrovers diskutiert.

Besonders deutlich geworden sei, wie unterschiedlich die Situationen an den einzelnen Schulen im Vogelsbergkreis aufgrund der räumlichen Gegebenheiten seien. Während an der einen Schule die Klassenräume dicht besetzt seien, hätten andere Schulen vertretbare Klassengrößen oder hinreichend Räume, um Klassen aufzuteilen.

Für Wechselmodelle

Eine Grundschule sehe sich zum Beispiel in der glücklichen Lage, während der Lüftungspause mit den Schülern in einen anderen Raum zu wechseln. In anderen Schulen säßen Schüler bei Klassenarbeiten unter offenen Fenstern und seien Straßenlärm und Kälte ausgesetzt. Während einige Räume sich leicht lüften ließen, seien andere kaum hinreichend zu lüften.

Durchgehend berichteten die Lehrkräfte von der überwiegend hohen Disziplin, die Schüler in allen Schulformen bezüglich des Umgangs mit Vorsichtsmaßnahmen an den Tag legten. Das könne allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Maskenpflicht und Lüftungskonzepte den Unterrichtsverlauf belasteten. Vieles, was guten Unterricht ausmache, sei unter diesen Umständen nicht möglich. Die Unterrichtssituation produziere trotz aller aufrichtigen Bemühungen Bildungsdefizite. Es stelle sich die Frage, ob Wechselmodelle mit all ihren Problemen nicht die bessere Alternative zum Präsenzunterricht seien, der alles andere als "normaler Unterricht" sei. An den Schulen gebe es schon zahlreiche Ideen, wie solche Wechselmodelle umgesetzt werden könnten.

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