Stadtentwicklung Homberg

Es tut sich nichts

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Alle Städte und Gemeinden ringsum zeigen gute Entwicklungen: Schaffung von Arbeitsplätzen, Gewerbeansiedlungen, Neubau von Wohnungen und in Homberg tut sich wenig bis auf die vier in Homberg zur Zeit noch Investierenden. Warum wurden über Jahre die Förderprogramme nicht ausgenutzt, warum weist man nicht Gewerbegebiete auf schnell umsetzbaren Geländeflächen aus, die wesentlich kostengünstiger zu erschließen wären als das bei der "zukünftigen Autobahn" (wahrscheinlich im Jahr 2030)? Warum macht man sich nicht stark für die Wiederbelebung der Bahntrasse? In einem Bericht der Alsfelder Allgemeinen kann man lesen: "Denn die Ohmtalbahn wird nur dann realisiert, wenn lokale Politiker sich dafür stark machen. Doch da herrscht bisher eher Skepsis vor, wie eine Umfrage in Homberg zeigt." Wahrscheinlich hat man nicht erkannt, dass mögliche Wohnungssuchende ihre Ansiedlung auch von der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln abhängig machen. Den Radweg kann man auch anderswo und wesentlich günstiger anlegen. Demnächst sollen drei Brücken an der Herrenmühle über die Ohm führen: 1. die alte Brücke, 2. die Behelfsbrücke, 3. eine neue Brücke zwischen den genannten für 800 000 Euro Die alte Brücke ist sanierungsfähig für rund 300 000 Euro. Eine Einspurregelung mit "Gegenverkehr hat Vorfahrt" und einem Fußgängerbereich wäre ausreichend. Das sogenannte Filetstück von Homberg, die ehemalige Schule in der Friedrichstraße, welche von Investoren von der Stadt zu utopischen Vorstellungen verkauft werden sollte, wartet auf die Realisierung.

Und dies war schon alles vor der Corona-Krise. Unsere schöne Stadt Homberg hat dies alles nicht verdient!

Herbod Gans, Homberg

Warum gibt es weder Bußgelder noch Geld- oder Haftstrafen für Entscheidungsträger, die teilweise seit Jahrzehnten Warnungen von Experten vor Pandemien ignorieren, für "Volksvertreter" und wirtschaftlich Mächtige, die gesundheitliche und ordnungspolitische Vorsorge unterließen/verhinderten und zudem das Gesundheitssystem kaputtsparten bzw. zum großen Teil dem profitorientierten "Markt" überließen?

Erst werden an Lobbyinteressen orientierte Regierungs-"Berater" mit vielen Millionen aus Steuermitteln bedient - dann "in Sorge um die wirtschaftliche Entwicklung" Billionen Euros springen gelassen, die vor allem den Großunternehmen zugutekommen werden.

Wie kommt es bei den von der Krise am stärksten betroffenen benachteiligten Menschen an, wenn demnächst hoch subventionierte und soforthilfeempfangene Konzerne wieder ihren Aktionären großzügige Dividenden auszahlen?

Zudem die nicht totzukriegende Mär von der wirtschaftlichen Unfähigkeit und Gier der "Südländer".

Wer hat denn bei der Eurokrise am meisten abgesahnt und dafür gesorgt, dass die Finanzhilfen für Griechenland, Italien, Spanien usw. an drastische Sparmaßnahmen in den Gesundheits- und Sozialsystemen geknüpft wurden?

Die Verantwortlichen dafür, dass "Handschlag oder eine herzliche Umarmung… zum Feind des Lebens geworden sind" und vor allem Kinder, Alleinlebende und alte Menschen dermaßen leiden müssen, sollten in sich gehen und sich demütig einer Politik für die Menschen zuwenden - oder Platz machen für Andere, die "Mitmenschlichkeit und Solidarität" nicht als leere Worthülsen benutzen!

Während die Einen versuchen, mit den Infektionsschutzmaßnahmen irgendwie klarzukommen - im privaten Bereich oder auch in kleinen und mittelständischen Betrieben, nähen andere Schutzmasken oder unterstützen Familien mit Kindern, ältere und kranke Menschen aus ihrer Verwandt- oder Nachbarschaft, dem Freundes- oder Bekanntenkreis. Unterdessen mehren sich Anzeichen dafür, dass andere gesellschaftliche Kräfte aus der Krise heraus wirtschaftliches und politisches Kapital schlagen wollen, z.B. den begonnenen Klimaschutz stoppen, soziale und Arbeitnehmerrechte abbauen, demokratische und politische Bürgerrechte einschränken.

Ganz nebenbei kann die Bundesrepublik die größten Rüstungsexporte seit ihrer Gründung feiern.

Ansonsten erleben wir: "Undenkbares" ist möglich! Tun wir alles dafür, dass diese 20-er-Jahre in den Geschichtsbüchern und Archiven - im Gegensatz zu denen des letzten Jahrhunderts - als Fortschritt für die Menschheit und ihre natürlichen Lebensgrundlagen eingehen können!

Broder Braumüller,

Lauterbach

Es gibt zur Zeit nur ein Thema in der öffentlichen Diskussion: die Corona-Pandemie. Dabei ist erstaunlich, wie verantwortungsbewusst sich fast alle Menschen an die Beschränkungen und Verbote unserer Politiker und Wissenschaftler halten. Sie akzeptieren die Beschneidung und Aussetzung von durch die Verfassung garantierten Grundrechten, weil sie einsehen, dass nur so einer Gefahr für ihr eigenes Leben und Wohlergehen als auch das unserer gesamten Gesellschaft zu begegnen ist. Die Frage ist, warum begreifen wir diese Pandemie als eine Bedrohung, was sie ja zweifelsohne ist, aber andere Fakten, die unsere Existenz ebenso gefährden, nehmen wir nicht, oder kaum zur Kenntnis.

Die Not der Menschen auf der Südhälfte der Welt ist ebenfalls ein Krisenszenario, weil sich diese Menschen auf den Weg nach Europa machen, entweder wegen elender Lebensverhältnisse oder klimatischer Veränderungen, die wir und nicht die Menschen in der Dritten Welt zu verantworten haben. Die steigende Welttemperatur ist ebenfalls ein Faktum, das uns langfristig genau so bedroht wie die gegenwärtige Pandemie.

Warum hören wir und auch unsere Politiker in diesem Fall nicht ebenfalls auf unsere Wissenschaftler, die uns bei weiterer Ignoranz katastrophale Folgen voraussagen. Auch hier drängt die Zeit und ähnlich radikal wie bei der Pandemie müssen wir uns grundsätzlich neu orientieren.

Auf vielen Feldern, besonders aber in der Verkehrspolitik, ist ein Umdenken überlebenswichtig. Die Versiegelung der Landschaft und eine weitere Erhöhung des CO2-Ausstoßes sind nicht mehr zu verantworten. Durch die Klimaveränderung sterben unsere Wälder durch Trockenheit und Borkenkäferbefall rasant ab. Erst kürzlich wurde der geschätzte Totalwaldverlust von 180 000 ha in 2018 und 2019 auf 245 000 ha angehoben.

In dieser Situation eine unsinnige und überholte Autobahn A 49 VKE 40, die im Gleental nach Überzeugung der Mittelhessischen Wasserwerke durch ihren Bau das Grundwasser in diesem Trinkwassergewinnungsgebiet gefährdet, zu bauen, ist ein Schildbürgerstreich.

Denn nicht nur das Grundwasser ist gefährdet, auch 100 ha eines kerngesunden, nachhaltig bewirtschafteten Waldes sollen gefällt werden. Gerade der Wald ist als CO2- und Grundwasserspeicher unverzichtbar. Als Kompromiss könnte die VKE 40 nach den Vorstellungen des Dannenröder Appells weiter gebaut werden, der zu finden ist unter www.stopp-a49-verkehrswende-jetzt.de Bitte lesen und unterstützen Sie ihn. Unter einem weiteren Gesichtspunkt ist der Bau der A 49 VKE 40 zu betrachten. Zu Stabilisierung unserer Wirtschaft und Linderung von persönlichen Härten, verursacht durch die Corona Epidemie, hat die Bundesregierung ein Rettungspaket von unvorstellbaren 1,2 Billionen Euro geschnürt. Wie diese Summe, die ein Mehrfaches unseres Bundeshaushaltes beträgt, jemals bezahlt werden soll, ist uns schleierhaft. Vielleicht gelingt es uns tatsächlich, diesen Kraftakt zu vollbringen, da die finanzielle Situation Deutschlands zur Zeit relativ gut ist.

Doch wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die vor der Corona-Krise schon gefährlich hoch verschuldeten südeuropäischen Staaten die Sonderausgaben, die auch sie während dieser getätigt haben, nicht werden bezahlen können. Es werden notgedrungen und auch im eigenen Interesse Hunderte von Milliarden Euro von Deutschland gefordert werden. Einige Hundert Millionen Euro stünden da schon zur Verfügung, wenn der Bau der A 49 VKE 40 aufgegeben würde. Finanziell wäre es bei dieser Verschuldung nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber für das Klima und unsere Zukunft ein großer Schritt vorwärts.

Heinrich und Heidrun Seim,Homberg

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