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Ein seltener Käfer wurde erstmals in Hessen gefunden

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Ein Kurzflügelkäfer auf einer Pflanze.
Seltene Entdeckung: Wenig bekannte Kurzflügelkäfer, wie der blaumetallische »Dianous coeulescens« mit einem rötlichen Fleck auf jeder Flügeldecke, werden von Paul-Walter Löhr aus Merlau und Stefan Zaenker aus Fulda erforscht. © Privat

Eine Art des Kurzflügelkäfers wurde nun erstmals in und an hessischen Quellen entdeckt. Sein Vorkommen wurde in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

Mücke – In keinem europäischen Mittelgebirge werden Quellen so akribisch erforscht wie in den hessischen Mittelgebirgen Kellerwald, Rhön und Vogelsberg. Das Vorkommen wenig bekannter Kurzflügelkäfer in und an hessischen Quellen wurde kürzlich in einer Fachzeitschrift von Paul-Walter Löhr aus Merlau und Stefan Zaenker aus Fulda veröffentlicht. Eine weitere Arbeit der beiden Autoren über wasserbewohnende Käferarten in Quellen Hessens befindet sich im Druck, wie die Naturschutzgruppe NABU Wettsaasen mitteilt.

Mitglieder des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen kartierten bisher rund 5000 Quellen in Hessen. Dabei sammelten sie umfangreiches Tiermaterial zur wissenschaftlichen Bestimmung. Mit Hilfe dieser Aufsammlungen gelang der Nachweis von über 3000 Arten. Es darf vermutet werden, dass zukünftige Untersuchungen weitere Arten und Überraschungen erbringen, die das Wissen über die Tierwelt naturnaher Quellen erweitern und bereichern.

Seltener Käfer in Hessen entdeckt: Liste mit 79 Arten veröffentlicht

Die Familie der Kurzflügelkäfer, wissenschaftlich Staphylinidae, umfasst in Deutschland rund 1500 Arten. Unter den bis jetzt bestimmten 29 spezialisierten Arten befand sich mit Lesteva luctosa eine Art, die erstmalig in Hessen gefunden wurde. Stenus montaviagus ist eine weitere sehr seltene Art, die nur aus der Rhön, dem Vogelsberg und dem Westerwald bekannt ist.

In einer weiteren Veröffentlichung wird zum ersten Mal für Hessen eine Liste aller »Wasserkäfer-Arten« publiziert, die in und an unseren Quellen vorkommen. Die Liste mit insgesamt 79 Arten beinhaltet zehn besonders schützenswerte Rote Liste-Arten. Die bisherigen Untersuchungen, auch speziell in den Höhenlagen des Vogelsberges, deuten auf eine gute bis sehr gute Qualität des Grundwassers hin. Denn Quellen sind nichts anderes als naturnahe Grundwasseraustritte.

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