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Ich bin sehr traurig

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Ich war heute mal auf einem Sprung im Dannenröder Forst. Schon von Weitem hört man die Geräusche der Sägen und Rodungsmaschinen, das Knacken und Splittern von Holz. In den Bäumen hängen die Aktivisten und Aktivistinnen wie festgeklebt an den Stämmen oder frei schwebend in Hängematten ausharrend, der Räumungstrupp ist nicht mehr fern. Umringt sind sie von einem beeindruckenden Trupp der Polizei.

Ich kann die Räumung eines Tripods beobachten, rasch geht sie vonstatten, leise und routiniert, beide Seiten scheinen erfahren zu sein. Die Aktivistin kniet schließlich ergeben auf dem Boden und wird weggetragen, ohne Widerstand zu leisten, sie wird bald wieder da sein...

Zu Hause hänge ich die Wäsche auf, draußen, bei strahlendem Sonnenschein und überlege, ob ich heute Mittag vielleicht auf der Terrasse Kaffee trinken soll.

Es ist der 18. November.

Soll ich den Jahreszeitenbaum an der Arbeit für meine Senioren nun umdekorieren? Mit Watte, weiß wie Schnee und einem Schneemann an seiner Seite, so wie sie es von früher kannten? Oder soll er doch lieber herbstlich gestaltet bleiben, weil der Winter ja eh ausfällt.

Ich weiß es nicht und bin sehr traurig.

Christine Schäfer, Mücke

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