Schwarzstörche reagieren sehr empfindlich auf Störungen und meiden daher weitgehend die Nähe von menschlichen Siedlungen. FOTO: FRITZGES
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Schwarzstörche reagieren sehr empfindlich auf Störungen und meiden daher weitgehend die Nähe von menschlichen Siedlungen. FOTO: FRITZGES

Schwarzstorch ist da

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Mücke(pm). "Nach mehreren Versuchen, den Schwarzstorch aus der Deckung zu fotografieren, ist es mir gestern gelungen, ihn aufzunehmen." Das berichtet der bekannte Hobbyfotograf Ulrich Fritzges am Sonntag aus Mücke. Das fotografische Resultat ist ein echter Fritzges; das Bild ist gestochen scharf und durch das Spiegelbild des Vogels ein besonderer Hingucker. Allerdings sollte es für das Gros der Vogelsberger bei dem Bild bleiben, denn der Schwarzstorch reagiert sehr sensibel auf zivilisatorische Einflüsse. Vor diesem Hintergrund schreibt Fritzges auch, dass der genaue Standort nicht bekannt gegeben werden sollte.

Zahl der Brutpaare ist rückläufig

"Der scheue Großvogel nistet im Wald, möglichst weit weg von menschlicher Besiedlung", berichtete Axel Rockel von der Staatlichen Vogelschutzwarte im vergangenen Jahr in dieser Zeitung über den Schwarzstorch. Seine Zahl gehe seit Jahren zurück, wobei Rockel bewusst vermied, die Lage bekannter Horste zu benennen. Denn es gebe immer wieder Leute, die versuchten, die Horste zu finden. Das könne die scheuen Tiere in die Flucht jagen. In früheren Jahren gab es im Raum Homberg ein Brutpaar, das bereits 2019 keinen Nachwuchs aufzog. Rockel wusste auch von einem Paar im Bereich Gemünden/Mücke und einem im Bereich Ulrichstein/Schotten zu berichten. Ein Problem bei der Spezies ist: Der Schwarzstorch braucht Bäche, um Fische zu fangen. In diesem Zusammenhang wirkt sich die Trockenheit negativ aus. Ganz wichtig ist ein ruhiger Nistplatz auf einem alten Baum. Vertrieben wird er von Menschen und von Windkraftanlagen, sagte Rockel. "Diese Störung ist entscheidend."

Im Vogelsbergkreis wurde auch schon planerisch positiv auf Vorkommen des Schwarzstorches reagiert: Ein Vorranggebiet für Windkraft im Bereich Wolfhain bei Groß-Felda wurde 2016 gestrichen, weil Schwerpunkträume für den Schwarzstorch und den Rotmilan betroffen waren.

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