Kristina Hänel
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Kristina Hänel

Schwanger in der Corona-Krise

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Vogelsbergkreis/Gießen(pm). Die Corona-Pandemie schränkt das normale Leben stark ein, zusätzlich bedeutet sie besondere Schwierigkeiten für einzelne Personengruppen, so auch für Schwangere beziehungsweise werdende Eltern.

Die Schwangerschaft oder die ersten Tage mit einem neuen Familienmitglied sind eine aufregende Zeit. Wegen der Corona-Pandemie kann dieser Lebensabschnitt aber nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung auch von Sorgen geprägt sein. Der Familienservice Vogelsbergkreis bietet deshalb auf seiner Homepage Informationen für Schwangere und junge Familien. Auf der Seite www.familienservice- vogelsbergkreis.de finden Schwangere und (werdende) Eltern sowohl Hinweise auf finanzielle Unterstützungen des Bundes als auch zu Beratungsstellen im Vogelsbergkreis oder Informationen zum Umgang mit dem Coronavirus in den umliegenden Geburtskliniken. Auf der Homepage sind immer auch alle allgemeinen Informationen zu finden, wie zum Beispiel der "Wegweiser für Schwangere und Familien mit Kindern bis drei Jahren".

Der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch sei wegen der Corona-Pandemie gefährdet. Etliche betroffene Frauen gerieten deshalb "in Panik", sagt unterdessen die Gießener Ärztin Kristina Hänel. Manche versuchten, die Schwangerschaft mit unsicheren Methoden selbst zu beenden, andere seien suizidgefährdet. Vor allem Krankenkassen müssten sich dringend an die Krisen- bedingungen anpassen.

Normalerweise müssen ungewollt Schwangere für eine Abtreibung drei bis vier persönliche Termine außer Haus wahrnehmen. Die Pflichtberatung werde von den meisten Stellen sichergestellt, seit Neuestem ist sie auch per Videotelefonat möglich. In Praxen und Kliniken mangele es allerdings an Schutzausrüstung und Zeit.

Größtes Manko sei derzeit, dass die Kostenübernahmeerklärung des Landes nicht zügig ankomme, sagt die 63-jährige Ärztin. Einige Krankenkassen seien schwer erreichbar, der Postweg dauere zu lange. Hänel fordert außerdem, dass Frauen bei medikamentösem Abbruch die zweite Arznei zu Hause mit telemedizinischer Betreuung vornehmen. Das sei in anderen Ländern üblich.

Die Allgemeinmedizinerin, die mit ihrer Kampagne gegen den Paragrafen 219a bekannt wurde, sieht aber Besserung: "Meine Erfahrung ist: Die Politik und andere zuständige Stellen sind sich der Probleme bewusst." FOTO: SCHEPP

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