Publikum empfindet Herbergssuche nach

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Eine moderne Tradition sind sie bereits geworden, die alljährlichen Weihnachtsspiele der Theaterwerkstatt Melchiorsgrund bei Hopfgarten. Viele Familien der Umgebung planen einen Besuch der Spiele, die an allen Feiertagen stattfinden, fest in ihre Weihnachtsgestaltung mit ein.

Eine moderne Tradition sind sie bereits geworden, die alljährlichen Weihnachtsspiele der Theaterwerkstatt Melchiorsgrund bei Hopfgarten. Viele Familien der Umgebung planen einen Besuch der Spiele, die an allen Feiertagen stattfinden, fest in ihre Weihnachtsgestaltung mit ein.

Dieses Jahr allerdings war der Andrang so groß, dass an Heiligabend die Bewohner von Melchiorsgrund ihren Platz für die zahlreichen Gäste von außerhalb zur Verfügung stellten, sonst wäre der Theatersaal aus allen Fugen geraten. Dies war eine gleichnishafte Geste, die zum weihnachtlichen Thema passte, denn kein Gast sollte abgewiesen werden.

Märchenhaftes Ambiente

Bereits im Hof des landwirtschaftlichen Gebäudes wurde den Gästen mit heißem Apfelsaft und Gebäck die Wartezeit auf die "Kompanei" verkürzt. Zu Beginn des Stücks sprach dann der Sternsinger in seiner Einleitung die Natur, die Sterne, die Hauptdarsteller, den Kosmos und die Gemeinde an, quasi ein naives "orbi et urbi" – dem Umkreis und der Stadt.

Anschaulich nachvollziehbar spielten die Darsteller den Teil der Reise der heiligen Familie, die nach mehreren Abweisungen schließlich zum Stall von Bethlehem führte. Das Publikum zog dann gemeinsam mit der "Kompanei" auf die andere Seite des Dorfes in den Theatersaal, wo die Zuschauer am eigenen Leib erfuhren, wie schwer es sein kann, in beengter Herberge einen geeigneten Platz zu finden.

In aufmerksamer Stille wurde dann, behütet vom Engel Gabriel, die Geburt Christi dargestellt, getragen vom engelsgleichen Gesang der jungen Darstellerin der Maria und dem glaubwürdig-gutherzigen Spiel ihres Josef. Danach eroberten die Hirten mit ihrem derb-humorigen und wilden Spiel die Bühne, denen der Engel auf dem Feld die Ankunft des Heilands verkündete und die zunächst ungläubig und dann schließlich demütig bekannten, dass es mit der "Sach so bewandt ist, dass es übersteigt allen Menschenverstand".

Erstaunlich war neben dem mitreißenden Spiel der Akteure das wunderbar märchenhafte Ambiente draußen wie drinnen und die knisternd erwartungsvolle Spannung, in der selbst die jüngsten Zuschauer das Geschehen aufmerksam verfolgten. Außer an den vielen Stellen, an denen gelacht wurde, war es meist mucksmäuschenstill.

Etwas Besonderes in diesem Jahr war auch das Angebot, dass sich die Besucher an dem Friedenslicht von Bethlehem, das über gute Kontakte zur Gemeinschaft Altenschlirf in den Melchiorsgrund gelangte, ihre mitgebrachten Kerzen entzünden konnten und diese in bereitgestellten Gefäßen mit nach Hause nahmen. Beim Verabschieden hörte man neben den guten Wünschen für die Weihnachtszeit häufig auch den Satz: "Bis zum nächsten Jahr!" (pm/Fotos: pm)

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