Die Lahrbachquelle. FOTO: STEFAN ZÄNKER
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Die Lahrbachquelle. FOTO: STEFAN ZÄNKER

Schützenswerte Tümpelquellen

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Mücke(pm). Man sieht sie nicht gleich, aber sie sind etwas besonderes und deshalb sehr schützenswert: Die Tümpelquellen im Naturschutzgebiet (NSG) Sausel und Rauchel bei Groß-Eichen. Darauf weist Paul-Walter Löhr vom NABU Wettsaasen hin. Von besonderem Interesse sind bei den verschiedenen Quellenformen auch die vielen Käferarten, deren Untersuchung sich Löhr nun vorgenommen hat.

Seit über 25 Jahren beschäftigen sich überwiegend heimische Quellenforscher, organisiert im Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen, mit der Flora und Fauna hessischer Quellen. Die untersuchten Quellen befinden sich schwerpunktmäßig in Rhön, Vogelsberg und Kellerwald. Löhr bestimmt nun, nachdem die Bestimmung der Köcherfliegenlarven abgeschlossen wurde, Wasserkäfer in etwa 6000 Proben.

Quellen waren auch Kultstätten

Frühe Siedlungen wurden auch in der Nähe von Quellen gegründet. Endungen wie beispielsweise -born oder -brunn weisen noch darauf hin. Für die Menschen waren Quellen nicht nur zur Versorgung mit Wasser wichtig, sie dienten auch als Kultstätten und regten ihre Fantasie an. Dies schlug sich in Märchen und Sagen nieder.

Das Erforschen von Quellökosystemen in heutiger Zeit gibt Hinweise auf Umweltveränderungen und bietet Möglichkeiten, auf diese zu reagieren. Bei Quellen handelt es sich um geschützte, meistens kleine Lebensräume an der Grenze zwischen Grundwasser und Oberflächenwasser mit einer großen Bedeutung für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten. Diese Arten reagieren äußerst empfindlich auf Veränderungen ihres Lebensraumes. In der Wissenschaft werden drei natürliche Quellentypen unterschieden. Es handelt sich um Sturzquellen, Sickerquellen und Tümpelquellen, wobei auch Mischformen beschrieben werden. Die Tümpelquellen im Naturschutzgebiet (NSG) Sausel und Rauchel bei Groß-Eichen gehören übrigens zu den schützenswertesten in Hessen.

Die Eigenschaften der Quellentypen zeichnen sich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren aus. Dazu gehören geografische Lage, Umgebung und Pflanzen, Beschattung, Temperatur, pH-Wert, Wasserzusammensetzung und Untergrundbeschaffenheit.

Quellen in lichten Laubwäldern weisen nach den bisherigen Untersuchungen eine größere Artenzahl auf als vergleichbare Quellen im Offenland. Wasserkäfer und ihre Larven besitzen wegen ihrer Form eine gute Anpassung an das Leben im Wasser. Erwachsene Tiere besitzen häufig stark behaarte Hinterbeine, die eine schnelle Fortbewegung im Wasser begünstigen.

Die Hinterbeine sind gelegentlich sogar zu regelrechten Schwimmbeinen umgestaltet. Wasserkäfer sind trotz dieser Spezialisierung auch gute Flieger. Bei Austrocknung ihres Lebensraumes können sie problemlos andere Habitate aufsuchen. Zur Vermeidung von Verpilzung oder ähnlichem sind die Tiere in der Lage, sich durch Abgabe körpereigener Sekrete zur Wehr zu setzen.

Je nach Ansicht der Wissenschaftler kommen in Mitteleuropa zwischen neun bis elf Käferfamilien vor, die zu den "Wasserkäferfamilien" gezählt werden. Aktuell gibt es 257 Arten bei uns. Das bedeutet, dass 56 Arten seit 1950 "verschwunden" sind. In Quellen finden sich überwiegend kleinere Arten, die eine Bestimmung nicht gerade erleichtern. Agabus guttatus, eine typische Art der Quellen, zählt mit einem Zentimeter zu den größten Schwimmkäfern in Quellen.

Neben dem Nachweis der verschiedenen Arten und ihrer Ansprüche interessiert die Quellenforscher auch die Vergesellschaftung von Wasserkäferarten. Dabei stehen Fragen zur Einnischung, Koexistenz und Konkurrenzvermeidung im Vordergrund. Mithilfe eines speziellen Computerprogrammes, welches noch entwickelt wird, soll versucht werden, diese Fragen zu beantworten. Viele weitere Käferarten, über deren Bedeutung für den Lebensraum Quelle kaum etwas bekannt ist, kommen im feuchten Umfeld der Quellen vor. Dabei scheinen vor allem die sehr artenreichen Kurzflügelkäfer, aber auch Rüsselkäfer, Blattkäfer und weitere Vertreter diverser Käferfamilien eine bisher weitgehend unbekannte Rolle zu spielen.

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