Schüler sollen bei Klimaschutz mitplanen

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Vogelsbergkreis(jol). Demokratie lebt von der Auseinandersetzung über den besten Kurs, das konnte man bei der jüngsten Debatte im Kreistag um Klimaschutzmaßnahmen an Vogelsberger Schulen gut beobachten. Die Opposition will Klimaschutzprogramme, die von den Schulen selbst ausgearbeitet werden. Landrat Görig verweist darauf, dass bereits mit Millionenaufwand etwas geleistet wird. Am Ende wurde der Oppositionsantrag abgelehnt, aber die CDU sagte zu, man werde bei anstehenden Maßnahmen stärker darauf achten, die Schulgemeinde miteinzubeziehen.

Start der Debatte war ein Antrag der Grünen, mehr Klimaschutzprojekte in Schulen durchzuführen. Dabei sollen Mindeststandards für mehr Sträucher und Bäume in Schulhöfen vorgegeben werden. Zudem sollen Schülerinnen und Schüler bei der Begrünung ihrer Lernumgebung miteinbezogen werden, wie Dr. Udo Ornik erläuterte.

Landrat weist auf Sanierungsstau hin

Die Freien Wähler ergänzten den Vorstoß mit einem eigenen Antrag, der Arbeitsgruppen an den Schulen vorsieht. Diese erstellen ein Arbeitsprogramm für mehr Bäume und Fassadengrün sowie für Fotovoltaikanlagen und Kleinstwindräder zur Energiegewinnung. Über die Umsetzung soll dann der Kreisausschuss befinden. "Es geht um die Einbeziehung der Arbeitsgruppen und um das Abklären von Fördermitteln", schlug Dieter Welker (FW) vor.

Das hält Landrat Manfred Görig für überflüssig. Denn für die Instandhaltung der 38 Schulen des Kreises stehen nur drei Millionen Euro jährlich bereit. "Es wäre ein Vielfaches nötig für Sanierungsarbeiten, wir haben noch ein ganzes Stück aufzuholen." Allein eine neue Toilettenanlage kostet schon 200 000 Euro, für einen umgestalteten Schulhof rechnet er mit Kosten von 500 000 Euro. In fast allen Schulen sind kleinere Maßnahmen wie Blühstreifen für mehr Insekten bereits umgesetzt, für größere Aktivitäten reicht das Geld nicht. "Wir machen schon vieles davon", meint er mit Blick auf die Klimaschutzmaßnahmen.

Ornik blieb bei seinem Antrag, denn die Kreis-Maßnahmen "kommen von oben herab. Es ist falsch, auf die Vorschläge von Schülern und Lehrern zu verzichten." Görig wies das zurück, denn Schüler, Eltern und Lehrer werden bereits bei der Umgestaltung von Schulhöfen eingebunden. Fördermittel für Energiesparmaßnahmen werden bereits regelmäßig abgerufen. Zudem arbeite man mit der OVAG zusammen. Einen Kompromiss deutete Stephan Paule von der CDU an. Die Schulgemeinde kann ja bei Baumaßnahmen eingebunden werden. Dabei gehe es auch um eine Festlegung, welche Maßnahmen zuerst umgesetzt werden. Dabei dürften keine "Schubladenplanungen" entstehen. Der Antrag der Freien Wähler inklusive desjenigen der Grünen wurde von SPD, CDU, FDP und AfD gegen Stimmen von FW, Grünen und Linke abgelehnt.

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