Klinik-Mitarbeiter in Schotten geimpft

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Schotten(pm) Sechs Tage nach dem Corona-Impfstart in Deutschland wurden am Samstag die ersten 109 Beschäftigten der GZW-Krankenhäuser in Bad Nauheim, Friedberg und Schotten geimpft. Bevorzugt erhielten Ärzte und Pflegekräfte des Gesundheitszentrums Wetterau, die in direktem Kontakt zu Covid-19-Patienten stehen, das von dem Mainzer Unternehmen BioNTech mit der Pharmafirma Pfizer entwickelte Vakzin. Es soll vor einer Erkrankung an Covid-19 schützen und ist als bislang einziger Impfstoff in der Europäischen Union zugelassen.

Im Kreiskrankenhaus Schotten hat der Internist Dr. Marc Scharmann die Impfaktion übernommen. Als erster unterzog sich dort der Chefarzt für Innere Medizin, Prof. Dr. Reinhard Voss, der Prozedur. Am Ende des Tages hatten 64 Ärzte und Pflegekräfte des Kreiskrankenhauses das schützende Vakzin erhalten, darunter auch Dr. Scharmann. Er hatte sich die Spritze kurzerhand selbst verabreicht.

Im Hochwaldkrankenhaus Bad Nauheim traf das Impfteam der Johanniter-Unfall-Hilfe Frankfurt am Samstagvormittag bereits Stunden früher als erwartet ein. Zuvor hatte es in einem Seniorenheim weniger Menschen geimpft als geplant, dadurch wurden Impfdosen frei. Pflegedienstleiter Mark Griffin reagierte schnell: 20 Mitarbeiter der Zentralen Notaufnahmen, Intensivstationen und Isolierstationen des Hochwaldkrankenhauses sowie des Bürgerhospitals Friedberg waren bereits zum Impfen eingeteilt worden. Nun lud Griffin weitere 25 Mitarbeiter ein.

Geimpft wurden sie in Bad Nauheim von Prof. Dr. med. Leo Latasch. Der Mediziner im Ruhestand ist seit sechs Tagen für die JUH mit Impfteams unterwegs. Während er mit den einzelnen Impflingen spricht, kümmert sich JUH-Mitarbeiterin Hannah Behnke am Computer um die Bürokratie.

Ihr Kollege Hendrik Höhn ist unterdessen mit der Mischung der Impfdosen beschäftigt. Jeweils fünf Spritzen zieht er vorsichtig und konzentriert nacheinander mit Kochsalzlösung und 20 Prozent des Inhalts einer Impfstoff-Ampulle auf. Dafür hat er sterile Einweghandschuhe über die blauen Standardexemplare gezogen. Die Spritzen sind eine Stunde verwendbar, ein exaktes Timing ist unerlässlich. Nach sechs Stunden sind 45 GZW-Mitarbeiter geimpft.

Bundesweit ist die "größte Impfaktion aller Zeiten" in Deutschland nicht ganz ohne Holpern gestartet. Für die Impfteams stellen sich besondere Herausforderung. Eigens vorbereitete Aufklärungsbögen und Datenschutzerklärungen sind zu unterschreiben, gegebenenfalls im Gespräch zwischen Arzt und Impfling zu erläutern. Mündlich gestellte Fragen betreffen mögliche körperliche Reaktionen auf die Impfung. Auch überprüft der Arzt im Dialog, der schriftlich festzuhalten ist, den Gesundheitszustand des Impflings.

Die Pandemie trifft die Industrienationen auf einem zivilisatorischen, ethischen und medizinischen Entwicklungslevel, der es gebietet, gegen die Erkrankung und den Tod von Menschen mit allen Mitteln anzukämpfen. Opferzahlen in zig-Millionenhöhe wie bei der "Spanischen Grippe" vor 100 Jahren will heute niemand in Kauf nehmen.

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