+
Der glühende Lavastrom stellte sich als besonderes Highlight heraus. Die Schöpfer des neuen Vulkanmodells mit aufgeschnittenen drei Vulkanen sind Kerstin Bär von der DVG und der Modellbauer Detlev Koch.

Vulkane

Fliegende Vulkanbomben und glühende Lavaströme

  • schließen

Das Vulkaneum in Schotten ist seit kurzem um einen interessantes Schaustück reicher: ein Vulkanmodell, das drei aufgeschnittene Vulkane zeigt.

Mit glühendem Lavastrom und fliegenden Vulkanbomben steht es im Foyer des Gebäudes. Geschaffen wurde es von Detlev Koch, einem Modellbauer aus Thüringen und Kerstin Bär von der Sektion Vogelsberg der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft (DVG). Die Finanzierung erfolgte rein aus Spenden.

Angestoßen wurde die Idee für ein Vulkanmodell von Anja Lehmann und Johanna Boos vom Team des Vulkaneums vor über einem Jahr. Damals ging es um einen Vulkan, in den man hineinsehen kann. Kerstin Bär griff die Idee auf und schlug vor, wieder so vorzugehen, wie bei den kleinen Vulkanen im Lavadecken-Modell.

Wie der Stromboli

Hier hatte sie die Vorlagen geschnitzt und der Modellbauer hatte sie in Epoxidharz abgegossen, damit die Objekte dauerhaft und robust werden. Nachdem Detlev Koch sich grundsätzlich bereiterklärt hatte, ging es an die Detailplanung und auf Sponsorensuche. In den weiteren Diskussionen wurde dann viel mehr daraus als nur ein aufgeschnittener Vulkan.

Nicht nur, dass der eine Vulkan jetzt glühende Bomben wirft wie der Stromboli, es kam auf Anregung von Klaus Tamme (DVG) ein weiterer Vulkan hinzu, aus dem jetzt ein glühender Basaltlavastrom herausfließt. Beide Vulkane sind Schlackenkegel, wie sie für den Vogelsberg in seiner aktiven Zeit typisch gewesen sein müssen. Schließlich kam noch ein Maar dazu, ein Vulkan wie er sich bildet, wenn Magma auf Grundwasser trifft. Dann entsteht ein großer Sprengtrichter im Boden. Gestein und Asche wird ausgeworfen und großflächige Ascheschichten bedecken die Landschaft.

Die drei Vulkane stehen jetzt außerdem auf den typischen Untergrund des Vogelsberges: Bundsandstein, jüngeren Sanden, Lavaströmen und Tuffen. Nachdem die Rohform geschnitzt war, bekam diese noch Oberflächen, die natürlich Strukturen nachempfindet und die Farben wurden angelegt. Ende Januar nach rund 150 Stunden Vorarbeit konnten die Gäste eines Vortrags im Vulkaneum dann schon ein Modell bewundern, das man so hinter Glas hätte ausstellen können. Aber man sollte es ja auch anfassen können.

Detlev Koch, der staatlich geprüfter Präparator ist, staunte nicht schlecht bei der Übergabe der Rohform. Er musste aufgrund der Größe und der vielfältigen Strukturen neu überdenken, wie der Abguss zu bewältigen wäre. Da Material- und Zeitaufwand stiegen, wurde ein weiterer Sponsor gesucht und gefunden. Neben der DVG (die 2000 Euro beiträgt), der Vogelsberg-Stiftung für Natur und Kultur und dem Förderverein des Vulkaneums (jeweils 1500 Euro) stieg auch die Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde aus Hanau mit ein, um die insgesamt 6500 Euro für das Epoxidharz-Modell aufzubringen.

Bei der Vorstellung waren nun alle Anwesenden, darunter mehrere Ortsbeauftragte der DVG, begeistert vom fertigen Modell, das Koch mit durchscheinend-rotem Material von innen beleuchtet hat. "Der Lavastrom sieht jetzt aus wie echt!" stellte Kerstin Bär fest. "Es ist noch viel besser geworden, als wir gedacht haben." fand Ralph Koster als Leiter der Tourismusgesellschaft und des Vulkaneums.

Für Kinder spannend

Bürgermeisterin Susanne Schaab hob hervor, dass die Attraktivität des Vulkaneums nochmals gesteigert werde. Erhard Müth freute sich, dass die Vogelsberg-Stiftung einen Beitrag leisten konnte. "Die Geschichte der Vulkane als landschaftliches Kulturgut kann hier vermittelt werden."

Eric Pohlmann und Arno Mangold als Vertreter des Fördervereins Vulkaneum erinnerten an den verstorbenen Vorsitzenden Ernst Boettcher, der das Projekt unterstützt hatte: "Er wäre sicherlich sehr zufrieden." Dr. Günter Seidenschwann von der Wetterauischen Gesellschaft betonte als ehemaliger Lehrer, dass naturkundliches Wissen hervorragend und anschaulich vermittelt werden kann - insbesondere an Kinder und Jugendliche. "Es sind die gleichen Ausbruchstypen, die wir in die Ausstellung des Vulkaneums integriert haben und die bei Führungen Thema sind.

Damit fügt sich das Modell gut in das Konzept ein, " ergänzte Kerstin Bär für die DVG. "Und es ist eine Darstellung, die es als Modell so auf der Welt noch nicht gibt" ist sie sich sicher. Die insgesamt etwa 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit hätten sich gelohnt.

Das Vulkanmodell steht dauerhaft im frei zugänglichen Foyer des Vulkaneums und kann auch zu den Öffnungszeiten des Vulkaneums besucht werden. Dort ist bis Ende des Monats auch noch die Foto-Ausstellung der DVG als Sonderausstellung zu sehen. Zu dieser gibt es ein Begleitheft, das die gleichen Ausbruchstypen wie das neue Modell erläutert - allerdings anhand von Geotopen in der Vogelsberg-Landschaft.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare