Begeisterung bleibt frisch

  • VonChristiane Helm
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Homberg (chi). »Das Tolle an dem Beruf ist, dass man oftmals die ganze Familie und deren Geschichte kennt. Heute haben die Kinder, die ich von klein auf kenne, schon selber wieder Kinder, die ich betreue. Das Wissen auch um die familiäre Hintergründe ist für mich der ganzheitliche Ansatz in der Medizin.« Die Begeisterung für seinen Beruf als Landarzt merkt man Dr. Dieter Ladwig immer noch an. Seit heute genau 25 Jahren praktiziert er in seiner eigenen Praxis in Homberg. Nach dem Studium in Marburg, Assistenzarztstellen am Kreiskrankenhaus in Schotten und einer Hausarztpraxis in Langenselbold kam Dieter Ladwig als Übernahmeassistent nach Homberg in die Praxis von Dr. Kraus, bevor er diese am 2. Januar 1992 endgültig übernahm.

Zuerst ansässig in der Praxis in der Uhlandstraße, wurde der private und berufliche Standort dann durch ein »Zusammenwirken glücklicher Umstände« (Kauf des alten Forstamtes) in die Berliner Straße verlagert. Seit zehn Jahren nun ist der Sitz der Praxis dort in den eigens neu gebauten Räumlichkeiten. Aus den Reihen der einstmals übernommenen Mitarbeiterinnen ist Sindy Hering-Becker noch immer dabei. Sie war damals im dritten Lehrjahr und wird in diesem Jahr ihr 25-jähriges Arbeitsjubiläum in der Praxis Ladwig begehen.

Ihr folgten in den vergangenen 25 Jahren zehn weitere Auszubildende zur Arzthelferin und acht Studenten-Praktikanten. »Die Praktikanten sind immer ganz beeindruckt von der Vielfältigkeit, die den Beruf des Landarztes auch ein Stück weit prägt.« Dies ist auch das, was für Dieter Ladwig so spannend an seinem Beruf ist und was er auf unterschiedliche Arten weitervermittelt. So ist man seit jetzt schon seit fünf Jahren akademische Lehrpraxis der Universität Marburg und gibt Studenten die Möglichkeit zu einem mehrwöchigen Blockpraktikum in der Praxis. Zusätzlich absolvieren derzeit zwei weitere Studenten ein sogenanntes Schwerpunktcurriculum (SPC), das heißt, sie sind vom ersten bis zum fünften Studienjahr immer wieder zu Praktika in der Praxis und erhalten dadurch einen umfassenderen Einblick in die Arbeit des Hausarztes. Die Problematik der schwindenden Anzahl von Hausärzten gerade im ländlichen Raum ist ihm keineswegs egal, sagt Ladwig. »Es ist nötig, Dinge zu bewegen und Werbung für hausärztliche Praxen zu machen.« Mit seinem Lehrauftrag an der Universität Marburg zum Thema Allgemeinmedizin, als Mitglied der Vertreterversammlung der kassenärztlichen Vereinigung und nicht zuletzt als Bezirksvorsitzender des Hausärzteverbandes setzt er sich aktiv ein für »den schönsten Beruf, den ich mir vorstellen kann«. Für eine umfassendere und effektivere Versorgung der Patienten ist er Mitglied in der Ärztegenossenschaft »PriMa« (Prävention in Marburg – Netzwerk von Haus- und Fachärzten). Den meisten Hombergern dürfte Dr. Dieter Ladwig bekannt sein – wenn nicht durch seine berufliche Tätigkeit, dann spätestens durch sein ehrenamtliches Engagement als Bereitschaftsarzt beim Roten Kreuz oder aber durch seine zweite großen Leidenschaft, dem Singen beim Maulbacher Chor »Soundhaufen«. Vier Mitarbeiterinnen und eine Auszubildende umfasst das Team heute. »Nur nicht stehen bleiben« könnte das Motto lauten – auch für die Arzthelferinnen ist Fortbildung wichtig. Und so haben die Medizinischen Fachangestellten Jenny Löchel und Sindy Hering-Becker gerade erst erfolgreich Qualifizierungen zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) und zur Nichtärztlichen Praxisassistentin (NäPa) abgelegt. Man darf also nicht nur zum 25-jährigen Praxisjubiläum gratulieren.

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