Auf einem Teil des Parkplatzes am Homberger Sportgelände An der Altenstadt soll die Rettungswache des DRK entstehen. FOTO: JOL
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Auf einem Teil des Parkplatzes am Homberger Sportgelände An der Altenstadt soll die Rettungswache des DRK entstehen. FOTO: JOL

Schnelle Rettung in Sicht

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Schnelle Rettung ist in Sicht. Nach Monaten des Stillstands kommt demnächst Bewegung auf die Baustelle. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen baut seine neue Rettungswache in Homberg. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, verspricht man.

Schnellere Hilfe im medizinischen Notfall verspricht der Rettungsdienst des Roten Kreuzes mit dem Bau der neuen Rettungswache in Homberg. Im vergangenen Jahr hat die Stadt ein Grundstück in der Straße An der Altenstadt in der Kernstadt an das DRK verkauft, nun ist das Vergabeverfahren für den Bau der Unterkunft und Halle abgeschlossen, wie eine Sprecherin des DRK Rettungsdienstes Mittelhessen mitteilt.

Die Baugenehmigung für das Grundstück ist Mitte Februar 2020 beim DRK eingegangen. "Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, hat auch die Corona-Pandemie an der einen oder anderen Stelle zu Verzögerungen geführt", bittet man um Verständnis für die Verzögerung beim Bau. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen plane, den Bau der neuen Rettungswache in diesem Jahr abzuschließen. Die einzelnen Bauteile des Neubaus hätten einen "hohen Vorfertigungsgrad", deswegen gibt man sich sehr zuversichtlich, dass die Rettungswache nach Baubeginn zügig fertiggestellt werden kann.

Gebaut wird auf einem rund 930 Quadratmeter großen Teil eines bisherigen Parkplatzes. Entstehen wird eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen. Neben den notwendigen Lager- und Desinfektionsräumen wird die Rettungswache über Umkleide- und angenehm gestaltete Aufenthaltsräume für die Mitarbeiter verfügen, wie die Sprecherin betont.

Große Entfernungen für die Helfer

Die Rettungsdienst-Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen bereits einige Neubauprojekte umgesetzt. Diese Erfahrungen fließen in die neue Wache in Homberg ein, zum Beispiel werden einige Teile der Ausstattung analog zu anderen Standorten umgesetzt.

"Die neue Wache wird damit den Anforderungen an den modernen Rettungsdienst entsprechen", sagt die DRK-Sprecherin weiter. Das biete optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter, damit sie im Notfall schnell herausfahren können. Im Juni vergangenen Jahres hat die Stadtverordnetenversammlung bei zwei Enthaltungen dem Verkauf des Grundstücks zugestimmt. Damals hieß es, es solle noch in 2019 gebaut werden.

Hintergrund des Bauvorhabens ist die Umstrukturierung des Rettungsdienstes im gesamten Kreis, erläutert Jürgen Schad, Sachgebietsleiter Rettungsdienst beim Vogelsbergkreis. Das Grundproblem ist die große Fläche des Vogelsbergkreises; Helfer müssen bei Einsätzen oft große Entfernungen überwinden. Deshalb hatte der Kreis in einem Gutachten prüfen lassen, wie man jeden Winkel am besten abdeckt. "Das Ergebnis war, dass einige Standorte der Rettungswachen verschoben werden müssen", sagte Schad.

Um die vorgeschriebenen Hilfsfristen einzuhalten, müssen die Aufenthaltsräume von Fahrer und Sanitäter neben der Fahrzeughalle liegen, damit man schnell beim Hilfebedürftigen sein kann. "Dem Personal bleiben 60 Sekunden, um mit dem Fahrzeug auszurücken", ergänzt Markus Müller, Geschäftsführer des DRK- Rettungsdienstes Mittelhessen. Die Fahrzeughalle soll zehn Meter lang sein und acht Meter Platz vor dem Tor müssen frei bleiben.

In Homberg hatten die Planer elf alternative Standorte geprüft, am Ende blieb nur der eine am Altenstadt-Sportplatz übrig. Die Halle wird für zwei Fahrzeuge ausgelegt, in der Regel soll nur ein Einsatzwagen vor Ort stehen. Das Gebäude muss zudem eine Hygieneschleuse aufweisen, damit sich die Mitarbeiter nach einem Einsatz umkleiden können.

Manche der Stadtverordneten hatten Bedenken wegen parkender Autos in der schmalen Straße, die zum Verkehrshindernis für die Rettungswagen werden können. Doch da beruhigte Müller. Die Erfahrung an anderen Standorten zeigt, dass die Menschen sich recht schnell an die neue Situation gewöhnen und eine Fahrspur offen lassen.

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