Rund 25 Teilnehmer aus verschiedenen Ortschaften nehmen interessiert am Schnittlehrgang mit Kreisfachwart Günter Stroh auf der Streuobstwiese teil. FOTO: EVA
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Rund 25 Teilnehmer aus verschiedenen Ortschaften nehmen interessiert am Schnittlehrgang mit Kreisfachwart Günter Stroh auf der Streuobstwiese teil. FOTO: EVA

Schneiden für Form und Frucht

  • vonHannelore Diegel
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Homberg-Bleidenrod(eva). Wo genau muss beim Baumschnitt die Schere angesetzt werden, und wann ist der richtige Zeitpunkt, den Baum so zu trimmen, dass er optimal Früchte trägt? Die Antwort auf diese und noch viele weitere Fragen zum richtigen Obstbaumschnitt erhielten rund 25 Teilnehmer aus verschiedenen Ortschaften, die der Vorsitzende des Bleidenröder Obst- und Gartenbauvereins, Bernd Scholz, zum Schnittlehrgang mit Kreisfachwart Günter Stroh auf der Streuobstwiese des Vereines in Bleidenrod begrüßte.

Günter Stroh erläuterte die Reaktionen auf die letzten Schnitte, und wie man Bäume möglichst lange im ertragsfähigen Alter halten kann. Er erklärte, dass ein frostfreier, trockener Tag im Spätwinter ideal ist, um Obstbäume mit dem richtigen Schnitt zu verjüngen, weil sich die Bäume zu diesem Zeitpunkt noch in der Winterruhe befinden, es aber gleichzeitig nicht mehr lange dauert, bis die Wachstumsphase beginnt und die Wundheilung einsetzt. Der Fachwart machte zudem auf oft verbreitete Schnittfehler aufmerksam, durch die Bäume dann wachstumsmäßig "explodieren" können, und wie man dies dann wieder unter Kontrolle bekommt.

Der Fachwart vermittelte, dass der richtige Schnitt nicht nur für eine optisch schöne Form der Bäume sorgen soll, sondern vor allem dafür, dass sie reichlich Blüten und somit Früchte tragen. Licht, Luft und Sonne sind für eine gute Fruchtbarkeit unerlässlich. Mit jeweils ausführlichen Erläuterungen führte Günter Stroh mit passenden Gerätschaften den richtigen Schnitt für ein gutes Wachstumsgerüst an den verschiedenen Obstbaumgehölzen vor. "Was senkrecht wächst, treibt, was waagrecht wächst, trägt Früchte, optimal ist die Mitte davon", gab Stroh unter anderem den Teilnehmern, die er auch immer wieder in die Arbeiten mit einband, als Gedächtnisstütze mit auf den Weg. Und auch, dass gut gepflegte und scharfe Schnittwerkzeuge, egal ob Baumscheren oder Kappsägen, Voraussetzung für einen guten Baumschnitt sein sollten.

Thema des Lehrganges waren auch die Beurteilung von Blüten und Knospen, wie man mit dem richtigen Schnitt gegen die Neigung der Bäume in einen zweijährigen Fruchtwechsel zu fallen vorgehen sollte sowie die Erörterung unterschiedlicher Bewuchsleistungen von Bäumen, die sehr stark und andere, die sehr schwach treiben.

Zum Abschluss hatte der Verein die Teilnehmer zu Gulaschsuppe und Würstchen ins Vereinsheim eingeladen, wo auch im Rahmen einer Nachbesprechung die Gelegenheit bestand, zahlreiche offene Fragen zu erörtern.

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