100 Arbeitplätze

Pfeifer Group eröffnet Werk für Brettsperrholz in Schlitz

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Neues von der Pfeifer Group aus Österreich: Mitte 2019 startet die Firma in Schlitz mit der Produktion von Brettsperrholz. Weil der Markt dafür weltweit boomt, entstehen im alten Werk neue Anlagen.

Gut 25 Millionen Euro investiert die Pfeifer Group in den Um- und Ausbau ihres Standortes in Schlitz. Das dortige Werk war im Frühjahr 2017 aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschlossen worden. Dort waren Schalungsplatten produziert worden. Am gleichen Standort entsteht nun ein hochmodernes Werk für die Produktion von Brettsperrholz. Ab Mitte diesen Jahres will das holzverarbeitende Unternehmen aus Tirol (Österreich) mit der Erzeugung von Brettsperrholz starten.

Auf sechs Hektar will Pfeifer die Weichen für die Produktion von jährlich 100 000 Kubikmetern Brettsperrholz stellen. Der Vollbetrieb soll ab 2021 im Werk laufen. Die um- und neugebauten Lager-, Produktions- und Kommissionierungshallen stehen bereits. Die Installation des Maschinenparks sei schon weit fortgeschritten. Werksleiter Roland Ritter: "Alles läuft nach Plan. Wir rechnen mit einer ersten Inbetriebnahme im August."

Der Markt für Brettsperrholz hat sich wesentlich dynamischer entwickelt als prognostiziert

Josef Dringel, Projektleiter

Bauen mit Holz generell und mit Brettsperrholz (CLT) gehöre die Zukunft. Der Werkstoff CLT – massive Systemfertigteile aus kreuzweise verleimten Holzlamellen – lege seit Jahren einen beeindruckenden Siegeszug hin. Das Material eignet sich für Innen- und Außenwände ebenso wie für Decken und Dächer.

Lauterbach wird Zulieferer

Michael Pfeifer, CEO der Pfeifer Group: "Mit Brettschichtholz und Massivholzplatten sind wir ein bedeutender Anbieter von Holzbauprodukten". Projektleiter Josef Dringel ergänzt: "Der Markt für Brettsperrholz hat sich wesentlich dynamischer entwickelt als prognostiziert. CLT ist weltweit gefragt. Der Zeitpunkt für den Einstieg und Schlitz als Standort sind ideal." Pfeifer schafft zu Beginn 55 neue Arbeitsplätze. Im Endausbau sollen es dann 100 sein.

Für Pfeifer stand nach eingehender Wirtschaftlichkeitsprüfung außer Zweifel, dass das neue Werk in Schlitz in unmittelbarer Nähe zum Standort Lauterbach entstehen soll. Lauterbach kann so als zentraler Zulieferer für Schlitz genutzt werden. In Schlitz war ein Großteil der Infrastruktur vorhanden, was Investitions- und laufende Kosten verringert. Außerdem liegt das Werk zentral in Deutschland, dem wichtigsten Markt Europas, sowie nah an den Kern- und Boommärkten wie Großbritannien und Skandinavien. Die Nähe zu Lauterbach bedeute kurze Transportwege.

Ein neues Verkehrs- und Logistikkonzept sorge für die geregelte Zu- und Abfahrt beim Werk und eine möglichst geringe Verkehrsbelastung. Die Verkehrsabwicklung am Betriebsgelände erfolgt im Einbahnsystem über die bestehende Zu- bzw. Ausfahrt an der Bahnhofstraße. Die Anliefer- und Abfahrzeit ist auf den Betrieb tagsüber beschränkt. Täglich sollen etwa zehn Lkw das Werk anfahren und wieder verlassen.

Feinstaub kein Thema mehr

Am Betriebsgelände verkehren lärmemissionsarme E-Gabelstapler, die Manipulation in den Produktionshallen erfolgt mit modernen Krananlagen: "Nicht zu vergleichen mit der Situation vor der Werksschließung vor zwei Jahren", so Ritter.

Auch sonst nehme Pfeifer seine Rolle als stark in der Region verwurzeltes Unternehmen ernst. So habe man als Ausgleichsmaßnahme für die Flächennutzung am Areal eine neue Retentionsfläche für den Fluss Schlitz geschaffen, die die ökologische Funktion eines Altarms erfüllt. Feinstaub und andere Emissionen seien dank hochmoderner Filtertechnologie kein Thema mehr. "Die neue CLT-Produktion arbeitet absolut sauber, unsere Filteranlagen übertreffen alle Standards, so Ritter."

Der Werksleiter sieht die Revitalisierung des Standortes auch persönlich als große Chance: "Durch den Erfolgsboom von CLT ist es für mich und uns alle eine große Herausforderung, sich als Newcomer zu etablieren, da wir hier komplett neue Wege bei Pfeifer gehen. Wir verfügen in Schlitz über ein Betriebsareal mit 60 000 Quadratmetern und sämtlicher Infrastruktur.

Nach zweijähriger Pause nimmt Pfeifer den Betrieb wieder auf – mit einem im Grunde neuen Werk und mit Zukunftstechnologie. Dass dies hier passiert, macht mich persönlich stolz."

Info

Mitarbeiter gesucht

Pfeifer schafft mit der Revitalisierung des ehemaligen Schalungsplatten und -trägerwerks als erstes CLT-Werk der Gruppe zu Beginn 55 neue Arbeitsplätze. Im Endausbau werden es rund 100 sein. Die Personalsuche im Großraum Vogelsbergk/Fulda/Bad Hersfeld ist in vollem Gange. "Es entstehen interessante und attraktive Arbeitsplätze im gesamten Spektrum modernster Produktionstechnologien. Wir suchen Mitarbeiter für Technik, Planung, Arbeitsvorbereitung, die Produktion mit hohem Automatisierungsgrad, Verwaltung, Vertrieb, Werkstatt und Instandhaltung. Geeignete, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, ist zurzeit eine große Herausforderung." (pm)

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