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Die Umbaumaßnahmen an der Kläranlage Ulrichstein liegen im Zeit- und Kostenrahmen.

Saubere Ohm für 2,3 Millionen Euro

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Wasser ist eine teure Sache. Das erfahren die Ulrichsteiner bei den Bohrungen nach Trinkwasser. Und wenn das WasserRichtung Kläranlage läuft, kostet es wieder. 2,25 Millionen Euro investiert die Stadt in ihre Abwasseranlagen. Bei der Finanzierung der Kosten hilft der Wind: Im laufenden Jahr wird mit rund einer Million Euro Einnahmen aus Windkraft gerechnet.

Es dürfte in der Geschichte der Stadt Ulrichstein wohl die größte Investition in die acht Kläranlagen sein, die je in einem Kalenderjahr getätigt wurde. Das stellt Bürgermeister Edwin Schneider fest. Der Hintergrund: Schon seit rund acht Jahren wurden die Reinigungswerte der Kläranlagen Ulrichstein und Ober-Seibertenrod nicht mehr optimal erreicht. Die ursprünglich einmal festgelegten Werte, mit denen gereinigtes Wasser wieder in die Ohm geleitet werden darf, konnten nur noch selten eingehalten werden.

Weil sich die Werte laut der gesetzlichen Vorgaben aber nicht verschlechtern dürfen, wurde der Stadt per Bescheid auferlegt, die Reinigungsleistungen beider Kläranlagen durch bauliche Maßnahmen und Veränderungen zu optimieren. Seit über zwei Jahren beschäftigt der Umbau der beiden Kläranlagen Ulrichstein und Ober-Seibertenrod Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung. So erhielten die Stadtverordneten bereits im November 2017 ausführliche Informationen dazu. Damals war die Ausschreibung für die Kläranlage Ober-Seibertenrod aufgehoben worden, weil nur ein Angebot vorlag und dieses die förderfähigen Kosten um fast 100 Prozent überschritten hatte. Es erfolgte eine Neuausschreibung, die Auftragsvergabe beschlossen die Stadtverordneten im Februar 2018.

Für die Kläranlage Ulrichstein hatten im November 2017 drei Angebote mit einer Bandbreite der Kosten zwischen 4,4 Millionen und 1,7 Millionen Euro vorgelegen. Die Ausschreibungen ergaben, dass die Baumaßnahmen für Ulrichstein rund 1,9 Millionen Euro und für Ober-Seibertenrod rund 300 000 Euro kosten.

Die Technik der beiden Teichkläranlagen wurde beziehungsweise wird durch neue Verfahren ersetzt. In Ulrichstein kommt das sogenannte biocos-Verfahren zum Einsatz. In Ober-Seibertenrod werden Scheibentauchkörper eingesetzt.

Weil es sich bei beiden Baumaßnahmen um Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie handelt, konnte erreicht werden, dass die Arbeiten mit einem Zuschuss des Landes aus der Abwasserabgabe mit 45 Prozent gefördert werden. Die Arbeiten sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Trotz der laufenden Bauarbeiten werden die Abwässer aus Ulrichstein natürlch weiter gereinigt.

Dazu wurde eine Leitung am ersten Teich vorbei zum zweiten Klärteich verlegt, in dem jetzt die Reinigung der Abwässer erfolgt. Die Umbau- und Optimierungsarbeiten an der Kläranlage Ober-Seibertenrod wurden Ende Mai abgeschlossen. Der Kostenrahmen von 350 000 Euro konnte eingehalten werden.

Termin für einen Tag der offenen Tür ist am 17. September um 17 Uhr. Die Arbeiten an der Kläranlage Ulrichstein liegen im Zeitplan. Bis Ende des Jahres sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Die Kosten von rund 1,9 Millionen Euro werden nach heutigem Stand eingehalten.

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