Blutspende

Warum Blutspendedienst-Mitarbeiter nicht mehr die Treppe benutzen wollen

  • schließen

Weil der Blutspendedienst Probleme mit der Treppe hat, werden die Blutspendetermine in Romrod von der Schule ins Bürgerhaus verlegt. Das findet das DRK überhaupt nicht gut.

Karin Span kann die Entscheidung des Blutspendedienstes nicht verstehen. "Das hat doch immer die ganzen Jahre über gut geklappt und es ist nie etwas passiert". Sie ist etwas ratlos, als sie auf vier Jahrzehnte Aderlass in der Schulaula zurückblickt. Die stellvertretende Vorsitzende des DRK Romrod kann nicht verstehen, weshalb der Blutspendedienst zum neuen Jahr den Aderlass von der angestammten Mittelpunktschule ins Bürgerhaus verlegt hat.

Anlass sei wohl, dass die Spendendienst-Mitarbeiter zwar mit ihrem Transporter auf den Schulhof fahren können, aber dann die Ausrüstung und die Liegen über eine Waschbetontreppe zur Aula hinauftragen müssen. "Ich bin seit 44 Jahren im DRK. Die Blutspende war immer in der Schule und das hat immer reibungslos geklappt", sagt Span. Sie kritisiert, dass nun ohne Not einige 100 Euro Miete bezahlt werden müssen.

Die Pressesprecherin des Blutspendedienstes, eine Tochterfirma des Roten Kreizes, Stefanie Fritzsche, lobt zunächst ausdrücklich das Engagement der Ehrenamtlichen. Mit ihrer Hilfe könnten die Spender "ihren wichtigen Teil zur Blutversorgung im Vogelsbergkreis beitragen". Sie verweist dann aber auf gesetzliche Regelungen und Richtlinien zum Thema Spender- und Arbeitssicherheit, die beachtet werden müssten.

Dazu zählen das Transfusions- und Arzneimittelgesetz. Auf dieser rechtlichen Grundlage gebe es unterschiedliche Kriterien, die ein Blutspendelokal erfüllen muss, unter anderem zu hygienischen Anforderungen, Lage und Größe. "Natürlich ist für uns auch wichtig, für Spender und die Mitarbeiter die Blutspende so angenehm wie möglich zu gestalten", fügt Fritsche an. Deshalb will der Dienst Blutspendeaktionen künftig nach Möglichkeit barrierefrei anbieten.

Jedes Terminlokal zur Blutspende werde von der Entnahmeleitung regelmäßig begutachtet. Im vergangenen Frühjahr wurde die Mittelpunktschule Romrod geprüft. Wegen der steilen Außentreppe wurde die Schule als nicht geeignet eingestuft und nicht mehr als Terminlokal freigegeben. Ein Grund dafür sei, dass alle Spender auch direkt nach der Blutentnahme über die Treppe zum Imbissbereich gehen müssen. Zudem muss das Material von den Mitarbeiter dort an- und abtransportiert werden. Für die Blutspendetermine im vergangenen Jahr gab es eine Ausnahmegenehmigung, "die in 2019 nicht mehr zur Anwendung kommt".

Die Blutspendetermine sollen nun in der Bürgerhalle abgehalten werden. Der Blutspendedienst will darüber rechtzeitig informieren. "Mit dem neuen Ort hoffen wir die Blutspendeaktionen für alle Beteiligten, Spender sowie Mitarbeiter und Helfer deutlich attraktiver zu gestalten", fügt Fritzsche an. Sie hofft, dass mehr Spender erscheinen. Denn zuletzt seien die Spenderzahl leicht zurückgegangen.

Im Vogelsbergkreis ist die Mittelpunktschule das einzige Lokal, das aktuell gewechselt werden muss, so der Blutspendedienst. Das mag andere Ortsvereine beruhigen, denn auch in Gemeinschaftshäusern und anderen Lokalitäten gibt es Treppen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare