Bundesstraße 49

Vollsperrung in Romrod mit Folgen

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Über 100 Tage soll die B 49 in Romrod zur Sanierung voll gesperrt und der Verkehr weiträumig umgeleitet werden. Bürgermeister angrenzender Orte fürchten durch Umleitungen ein Verkehrschaos.

Die Planungen wurden kürzlich von der zuständigen Behörde Hessen Mobil im Rahmen einer Infoveranstaltung vorgestellt. Wie der zuständige Bauingenieur Matthias Anke im Bürgerhaus von Romrod sagte, soll die Sanierung vom 25. März bis zum 6. Juli in drei Bauabschnitten mit jeweils zwei Unterabschnitten erfolgen. Der Bauauftrag sei bereits an eine Baufirma aus Marburg erteilt. Die Fahrbahn soll auf insgesamt rund 1,3 Kilometern mit einem Kostenvolumen von etwa 550 000 Euro erneuert werden. Wie der zuständige Bauingenieur sagte, sollen für die Sanierungsarbeiten keine Anliegerbeiträge anfallen. Nach Angaben von Hessen Mobil wird diese Art der Sanierung alle 30 Jahre nötig.

Die Besucher der Veranstaltung trugen zu den Sanierungsarbeiten einige Bedenken vor. Unter anderem wurden die Parksituation und die Verkehrssicherheit in der Neuen Straße (nach Nieder-Breidenbach) bemängelt, die zeitweise als Umleitungsstrecke dienen soll. Desweiteren stellten sich Fragen zur Aufrechterhaltung des Busverkehrs zu Kindergarten und Schule sowie der Anfahrt von Rettungsfahrzeugen. Nach Angaben von Hessen Mobil ist dies alles geregelt. Für Betriebe plant die Stadt Romrod ein Banner mit Anfahrtsinformationen aufzustellen, dazu sollen sich Betroffene zeitnah an die Stadtverwaltung wenden.

Bürgermeister Bach skeptisch

Während der Sanierungsarbeiten wird der komplette Verkehr über Nieder-Breidenbach – Ober-Breidenbach – Windhausen – Kestrich – Groß-Felda – Ermenrod umgeleitet. Bürgermeister Leopold Bach rechnet daher mit deutlich erhöhtem Verkehrsaufkommen in der Gemeinde Feldatal. "Ich bin sehr um das Wohl unserer Bürger und die möglicherweise entstehenden Straßenzustände besorgt. Insbesondere für den Fall, dass die A 5 "dicht" sein sollte ist mit einem "Verkehrschaos" in unserer Gemeinde zu rechnen. 100 Tage Bauzeit, dass halte ich für sportlich. Ich bin skeptisch, ob der Zeitplan zu halten ist. Wenn doch, soll es mir recht sein", meinte Bach in einer Pressemitteilung zu dem Bauvorhaben .

Der Rathauschef hört dieser Tage oft: "Das wird chaotisch". Ihm ist es ein Anliegen, dass die Lkw sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten. Daher hat er bereits Initiative ergriffen und sich mit Verantwortlichen von Hessen Mobil und der Verkehrsbehörde des Vogelsbergkreises in Verbindung gesetzt. Er habe dort seine Bedenken vorgetragen und darauf hingewirkt, dass für Lastwagen durchgehend Tempo 30 gelten soll.

Die drei Bauabschnitte

Der erste Bauabschnitt beginnt auf der B 49 am Romröder Ortsschild von Feldatal kommend und erstreckt sich bis zur Einmündung zur Zeller Straße in Höhe der Schlossapotheke, er soll vom 25. März bis zum 27. April andauern. In diesem Bauabschnitt sollen etwa zehn Zentimeter Asphalt abgefräst und in zwei Schichten neu aufgetragen werden. Der zweite Bauabschnitt schließt sich bis zur Einmündung zur Neuen Straße in Richtung Nieder-Breidenbach an, er soll vom 29. April bis zum 25. Mai andauern. In diesem Bauabschnitt sollen ebenfalls etwa zehn Zentimeter Asphalt abgefräst und in zwei Schichten neu aufgetragen werden. Zudem steht die Brücke dort zur Sanierung an.

Der dritte Bauabschnitt schließt sich bis zur Schulabfahrt am Alsfelder Berg an, er soll vom 27. Mai bis zum 6. Juli dauern. In dem Bauabschnitt werden 20 Zentimeter Asphalt sowie Untergrund abgefräst und eine neue 20 Zentimeter umfassende Asphaltdicke in drei Schichten aufgetragen. In allen Bauabschnitten sollen Einbauten wie Schieber und Hydranten erneuert werden.

Beeinträchtigungen für Anwohner

Nach Angaben von Hessen Mobil sollen die Anwohner der Bundesstraße nur an wenigen Tagen ihre Grundstücke nicht mit dem Auto erreichen können. "Wir wollen die Beeinträchtigungen so gering wie möglich halten", machte Anke deutlich. Der Verkehr soll für die Baumaßnahme weiträumig umgeleitet werden, insbesondere weil es sich bei der B 49 um eine Bedarfsumleitung für die A 5 handelt. So soll der Verkehr je nach Bauabschnitt unter anderem über die Gemeinde Feldatal und die Stadt Alsfeld umgeleitet werden.

In der Stadtmitte von Romrod soll zwei Baustellenampeln den Verkehr zeitweise regeln. Die einzelnen Bauabschnitte können nach Angaben von Hessen Mobil ausdrücklich nicht befahren werden, dem entgegen seien jedoch die Bürgersteige zu betreten. Die Bürgersteige sind von der Sanierung nicht betroffen. Die Oberfläche der Landesstraße in Richtung Zell soll im Anschluss an die Sanierung der B 49 in einem Teilstück bis zur Autobahnbrücke unter einer Vollsperrung saniert werden. Im Rahmen einer weiteren Maßnahme plant Hessen Mobil die Erneuerung einer Stützmauer zur B 49 im Bereich des Ocherbachs. Diese Bauarbeiten wurden laut Hessen Mobil ausgegliedert, weil sie sehr zeitintensiv sind und keiner Straßenvollsperrung bedürfen. Hessen Mobil plant die Mauer aus Sicherheitsgründen von derzeit 85 Zentimeter auf 110 Zentimeter zu erhöhen. Die Stadt Romrod sieht die Maßnahme nicht für nötig an, sie würde bei den Bauarbeiten anteilig die Kosten übernehmen müssen.

Die in Form einer Allee angeordneten Ahornbäume am Alsfelder Berg sollen bestehen bleiben, jedoch zurückgeschnitten werden. Nach Angaben von Hessen Mobil gibt es keine Anzeichen, dass Wurzelwerk in die B 49 eingedrungen ist.

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