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Eugen Kupich überreicht einen Brief Prinz Philips an das Schlossmuseum Romrod. Darüber freut sich Regina Dippell-Petersen. Foto: jol

Monarchie

Gruß aus Buckingham Palace nach Romrod

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Schloss Romrod war früher Spielplatz für Prinzen und Prinzesssinnen. Daran erinnert sich sogar Prinz Philipp, wie der Gemahl von Queen Elisabeth in einem Brief an einen Romröder versichert.

Ein königliches Schreiben ziert nun die Wand im Schlossmuseum Romrod und erinnert daran, dass einst in der Vogelsberger Provinz der Hochadel anzutreffen war. Dieser Tage überreichte Eugen Kupich einen Brief von Prinz Philipp, in dem der betagte Gemahl der Queen zarte Erinnerungen an einen Besuch im Romröder Schloss bestätigt. Immerhin ist das schon sehr lange her, dass der kleine Philipp Romrod besuchte. Bis 1937 gehörte das Amwesen Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, dem Schwiegervater seiner Schwester Cecilia.

Es muss wohl 1936 und 1937 gewesen sein, dass der junge Prinz das herzogliche Jagdschloss besuchte. Daran erinnerte sich jedenfalls Tilly Kupich als alt eingesessene Romröderin sehr genau. Ihr Sohn Eugen ist bereits 1977 nach Großbritannien ausgewandert. Dort hat er lange als Restaurant Manager gearbeitet, oft bei Hotels der Holiday-Inn-Kette, wie er sich nun beim Besuch im Schlossmuseum erinnert. Nach einigen Jahren war er den Herumreisens müde und machte sich als Taxifahrer selbstständig. "Bereits als ich damals ausgewandert bin, hat mich meine Mutter gedrängt, Prinz Philipp anzuschreiben und ihn nach seiner Zeit in Romrod zu fragen."

Aber Eugen war es unangenehm, den Mann an der Seite des Staatsoberhaupts damit zu belästigen. Erst als seine Mutter 2010 starb, erinnerte er sich an den Auftrag, den sie ihm Jahre zuvor gegeben hat. So setzte er sich eineinhalb Jahre später an die Schreibmaschine und "habe ihre königliche Hoheit angeschrieben und gesagt, dass ich ihm in Erinnerung an meine Mutter schreibe".

Verbunden wurde das mit der Frage, ob sich Philipp an die Tage in Romrod erinnerte. Leicht verblüfft war Eugen Kupich, als bereits 14 Tage darauf ein höflicher Brief aus dem Buckingham Palast in seinem Postkasten lag. Der Prinz hat sogar eigenhändig die Anrede eingesetzt und unterschrieben, "das machen sonst seine Angestellten", sagt Kupich.

Das Schloss ist Philipp auch deshalb in Erinnerung, weil es ihn an seiner verstorbene Schwester Cecilia erinnert. Sie war Schwiegertochter von Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, einem Bruder ihrer Großmutter. Philipp freute sich, dass das ehrwürdige Gemäuer durch das Hotel wieder mit Leben gefüllt ist.

Eugen Kupich besucht regelmäßig seine alte Heimat und so kam der Brief nun auch nach Romrod. So nahm er an einem Treffen der "70er Jahre Clicque" teil und dabei kam man auf den Brief aus royalem Hause zu sprechen, wie sich Regina Dippell-Petersen erinnert. Im Verlauf des Abends regte Eugen Kupich an, das Schreiben an das Schlossmuseum zu stiften. Nun kamen noch vier Fotos hinzu, die auf Philipp, seine Familie und diejenige von Cecilia und ihrem Mann Georg Donatus von Hessen verwiesen.

Cecilias und ihre Familie sind bis auf ein Kind 1937 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Das überlebende Kind starb bereits ein Jahr später.

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