Austausch über die Herausforderungen der Bus-Reisebranche (v. l.): Mark Philippi, Marlen Philippi, Regierungspräsident Christoph Ullrich und Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen GmbH). FOTO: PM
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Austausch über die Herausforderungen der Bus-Reisebranche (v. l.): Mark Philippi, Marlen Philippi, Regierungspräsident Christoph Ullrich und Jens Ihle (Regionalmanagement Mittelhessen GmbH). FOTO: PM

Auf Reisen in ungewissen Zeiten

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Mücke(pm). "Wir haben hier in Mittelhessen viele Top-Firmen, die mit innovativen Ideen unterwegs sind, wir müssen aber mehr über sie sprechen." Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich informiert sich regelmäßig vor Ort bei Firmen im Gießener RP-Bezirk mit seinen fünf Landkreisen zwischen Limburg und Schlitz, Münchhausen und Hungen. Diesmal besuchte er das Unternehmen Philippi Reisen in Groß-Eichen.

"Bereits im Februar hatten wir für das laufende Jahr einen sehr guten Buchungsstand. Umso mehr waren wir und die Reisebranche insgesamt betroffen vom Lockdown", berichtet Mark Philippi, der das regionale Busunternehmen mit drei Reisebüros führt. "Reisen durften nicht stattfinden, weder inner- halb Deutschlands, innerhalb Europas oder weltweit. Wir mussten genau das machen, was man nicht machen möchte - nämlich stornieren."

Doch bei allen negativen Erlebnissen im vergangenen halben Jahr und der bedrohten Existenz von vielen kleinen und familiengeführten Hotels, Restaurants, Busunternehmen und Reisebüros, hat Mark Philippi auch Positives in der Krise erlebt. "Trotz der Einschränkungen und Maßnahmen können wir auch froh sein in einem solchen handlungsfähigen und gut aufgestelltem Land zu leben. Wo auf der Welt gibt es sonst solche Hilfen?", fragt Mark Philippi.

Ob sich das Reisegeschäft im nächsten Jahr wieder normalisiert, da ist Philippi derzeit nicht allzu optimistisch. "Das Reisegeschäft wird zurückgehen. Es dauert, bis die Unbefangenheit bei Leuten wieder da ist." Eine besondere Herausforderung wird es sein, den Menschen die Lust aufs Reisen wieder zu vermitteln. Denn Verunsicherung ist sehr persönlich und lässt sich nicht ohne Weiteres ausräumen. Auch in Zeiten von Corona und drohender Quarantäne möchten Mark Philippi und seine Frau ihren Kunden alternative Reiseziele anbieten. "Denn wenn die Reise ins Ausland nicht mehr ganz so attraktiv scheint, lassen sich die schönen Seiten unserer Heimat am besten entdecken", sagt er. "Die ein oder andere Wohlfühloase liegt direkt vor unserem Wohnzimmer." Und ein heimatnaher Urlaub hat auch seine Vorzüge. Für Mark Philippi und sein Team gilt es jetzt, neue und passende Angebote zu kreieren.

Auch bei den inländischen Reisezielen merkt die Busbranche die Auswirkungen der Pandemie. Philippi glaubt aber an die Stärke der Busbranche. "Der Bus ist ein umweltfreundliches Reisemittel, und wir bieten Pakete für alle Bevölkerungsschichten an." Aber an eine wirkliche Entspannung der Situation und der Aufnahme des geordneten Regelbetriebs glaubt er erst nach einer erfolgreichen flächen- deckenden Impfaktion.

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