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Beim Mundartgottesdienst steht die Predigt im Mittelpunkt.

Raus "en de Gorde"

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Ulrichstein-Feldkrücken (au). Die evangelische Kirchengemeinde feierte am Sonntagmittag wieder einmal einen Mundartgottesdienst. Im Mittelpunkt der Predigt stand der Garten. So sage ein Sprichwort "Das Leben fängt an dem Tag an, an dem man sich einen Garten gemacht hat" und auf Platt hörte sich dies so an: "Des Lewe fängt o dem Dog o, o dem mer sich en Gorde gemocht hot". Bereits im 2. Brief an die Korinther stehe: "Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten."

Auch das Anspiel zur Predigt beschäftigte sich mit dem Säen. Zwei Frauen sehen in der Straße einen fremden Mann mit Gummistiefeln und einem großen Rucksack. Sie rätseln, was es damit auf sich hat.

Noch geheimnisvoller wird es, als sie feststellen, dass ein Spaten im Rucksack ist und der Mann etwas auf einem Grundstück, wo ein Haus abgerissen wurde, vergraben will. Eine verschwundene Katze oder Leichenteile sind die Vermutungen der beiden Frauen. Sie sehen dann aber, dass er kleine Päckchen eingräbt und daneben Schilder mit Nummern und Symbolen wie Ringe, Sonne und Glocke darauf stehen.

Da der Mann ja nichts Verbotenes gemacht hat, gehen die Frauen einfach weiter und rufen nicht die Polizei. Nach ein paar Wochen kommen sie wieder am Grundstück vorbei und sehen ein Blütenmeer. Nun dämmert es, dass die Symbole die verschiedenen Blumenarten wie Sonnenblumen, Glockenblumen und Ringelblumen bedeutet hatten. Die Frauen sind begeistert dass der Mann etwas für die Bienen und Hummeln getan hat. In der Predigt war zu hören, dass für die Chinesen der "Gorde jo ebbes ganz Besonneresch es". Hier solle der Mensch zur Ruhe kommen und sich wohlfühlen. Wer heute einen Garten besitzt, hat immer etwas zu tun. Das Unkraut wachse meist schneller als das Gesäte. Wenn es regnet, müsse man dauernd den Rasen mähen und bei trockenem Wetter dauernd "lecke" (gießen).

Das Bild des Gartens passe auch zu der eigenen Kirchengemeinde. Man sei dafür da, zu bebauen, zu bewahren, zu hegen und zu pflegen. Dabei solle man aber auch das Unkraut stehen lassen, das sei auch gut für die Bienen und Hummeln. Die Kirchengemeinde Feldkrücken sei wie ein schöner bunter Garten, dabei müsse nicht alles kerzengerade aufgeräumt sein, die Hauptsache sei: "Mir ho Läwe dren" (mir haben Leben drin). Die Konfirmanden verteilten kleine Tütchen mit Blumensamen, die die Besucher zu Hause aussäen sollen.

Im Rahmen des Mundartgottesdienstes wurde Kirchendienerin Waltrud Leinberger für ihre zehnjährige Tätigkeit mit einem Präsent und Blumen bedacht. Der Gottesdienst wurde gestaltet von: Anke Schleuning, Andrea Schütter, Monika, Heidi und Claudia Rühl, Elvira und Stefanie Faust sowie Ingo und Marion Appel. Im Anschluss gab in der Kirche Kaffee und Kuchen.

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