Für seinen Bring- und Holdienst per Fahrrad wird der Förderverein der Stadtbücherei Alsfeld ausgezeichnet. FOTO: JOL
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Für seinen Bring- und Holdienst per Fahrrad wird der Förderverein der Stadtbücherei Alsfeld ausgezeichnet. FOTO: JOL

Radler bringen Bücher ins Haus

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Alsfeld(pm). Sozial- und Integrationsminister Kai Klose hat die Preisträger des Wettbewerbs "Aktion Generation - lokale Familien stärken" bekannt gegeben. Einen Anerkennungspreis erhielt der Förderverein Stadtbücherei Alsfeld. Damit erhält der Verein ein Preisgeld von 500 Euro für sein Projekt "Bring- und Holservice für Büchermedien".

Da auf die Feierlichkeiten zur Eindämmung der Verbreitung des SARS CoV-2-Virus und zum Schutz der Gesundheit aller Beteiligten verzichtet wird, werden die Preise postalisch an die Gewinnerinnen und Gewinner versendet. Der Wettbewerb wurde in diesem Jahr zum sechsten Mal ausgeschrieben, wie das Ministerium mitteilte. Der Begriff "lokale Familie" geht dabei über klassische Verwandtschaftsbeziehungen hinaus und meint eine örtliche Gemeinschaft, in der die unterschiedlichsten Menschen aller Generationen zusammenleben.

"Vor wenigen Generationen waren Begegnungen zwischen Jung und Alt natürlich und für die meisten Menschen alltäglich." Inzwischen gebe es in Deutschland immer weniger Familien, in denen mehrere Generationen unter einem Dach leben. Wenn der demografische Wandel gesellschaftliche Distanzen fördert, "muss die lokale Familie verstärkt in den Mittelpunkt rücken", erklärt Klose.

Vor diesem Hintergrund will die Aktion Generation Impulse setzen und Konzepte auszeichnen, die sich dieser Herausforderung stellen und den Dialog der Generationen fördern. Dabei geht es um Konzepte, "die das Miteinander von Jung und Alt auf unterschiedliche Weise ins Zentrum ihres Wesens stellen und Verantwortung füreinander vor Ort mit ihrem Handeln ausdrücken", betont der Minister.

Die Projektkonzepte der Preisträger 2020 werden diesem Anspruch gerecht. So lobt Klose: "Sie bieten die Chance neue Altersbilder kennen zu lernen sowie auch verschiedene Rollen innerhalb der Generationen zu erleben." Solche Generationenprojekte stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Jede Gesellschaft ist auf dieses Gefühl von Zugehörigkeit angewiesen. Auf ein gutes Miteinander - auf geteilte Gemeinschaft. Diese zentrale Bedeutung findet im aktuellen Themenschwerpunkt seinen Widerhall: Gesellschaftliches Miteinander. "Und wie kann das gesellschaftliche Miteinander der Generationen besser gefördert werden, als damit, dass man mehr Raum für Begegnungen zwischen Menschen schafft", fragt Klose. Wenn Menschen ihr Handeln darauf ausrichten, Aktionen zwischen Generationen zu fördern, dann fördert das nicht nur den Zusammenhalt, sondern es ist gleichzeitig die Verankerung der Solidarität der Generationen.

Die ausgezeichneten Projekte verdeutlichen, viele Menschen wollen sich daran beteiligen, Netzwerke neu zu verknüpfen. Vorhandene Strukturen werden dazu genutzt, das Leben vor Ort für Jung und Alt attraktiv, lebenswert und familiär zu gestalten.

Die Alsfelder Initiatoren wollen in schwierigen Zeiten neue Wege gehen. Zusammen mit den Kreisverbänden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, des Verkehrsclubs Deutschland und des Fördervereins Stadtbücherei ist die Alsfelder Stadtbücherei einen neuen Weg gegangen: Bücher, Spiele oder digitale Medien werden seit August per Fahrradkurier ausgeliefert und auch wieder abgeholt. Der Lieferdienst geht über die Stadtgrenzen hinaus und bezieht die anliegenden Gemeinden und Dörfer mit ein.

Insbesondere ältere Menschen, denen die Wege im ländlichen Raum beschwerlich werden oder in diesen Tagen das Haus nicht verlassen dürfen, sollen mit diesem Projekt weiter an der Medien- und Informationsversorgung der Stadtbücherei teilhaben. Kultur, Ehrenamt und Sport werden mit dem Bring- und Holservice der Büchermedien miteinander verknüpft.

Dabei geht es auch um Hilfe von Jüngeren für Ältere. Nicht zuletzt wird damit auch soziale Teilhabe verschiedener Generationen gefördert, wie die ktiven des Vereins betonen.

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