In der drei Kilometer langen Schneise für die A49 im Dannenröder Forst werden Baumstämme abgeräumt.
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In der drei Kilometer langen Schneise für die A49 im Dannenröder Forst werden Baumstämme abgeräumt.

Dannenröder Forst

A49: Rodung im Dannenröder Forst abgeschlossen - Aktivisten kündigten weiteren Protest an

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Auch nach Abschluss der Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst wird der Protest gegen den Bau der A49 weitergehen. Das teilten Aktivisten am Mittwoch in Dannenrod mit. Die Polizei zog eine positive Bilanz der Einsätze mit täglich rund 2000 Beamten. Man habe stets die Sicherheit der Beteiligten im Blick gehabt, hieß es. Aktivisten sprechen hingegen von Polizeigewalt.

Homberg/Ohm - Der letzte Baum auf der Trasse für die zukünftige A49 durch den Dannenröder Forst ist gefallen, doch die Gegner des Autobahnbaus kündigen weitere Aktionen an. Bei einem Pressegespräch an der Rodungsstelle hieß es, der Widerstand werde bundesweit weitergehen, bis alle Autobahnprojekte gestoppt seien. Die Polizei sprach unterdessen davon, dass die etwa 2000 Beamten aus elf Bundesländern sehr gute Arbeit geleistet hätten. Von vereinzelten Fehlern abgesehen, sei der mehrwöchige Einsatz erfolgreich verlaufen.

Die Polizei hat die Einsatzkräfte nach der Rodung bereits reduziert, wie Polizeisprecher Jochen Wegmann sagte. Die nun anstehenden Aufräumarbeiten im drei Kilometer langen Rodungsbereich durch das Waldstück im Dannenröder Forst werden allerdings weiter polizeilich gesichert. Wie viele Polizisten eingesetzt werden, »entscheiden wir tagesaktuell«, sagte der Polizeisprecher.

Dannenröder Forst: Polizei mit 1000 Gewahrsamnahmen - Zahlreiche Vergehen registriert

Die Einsatzkräfte hätten anstrengende Tage hinter sich, berichtete Polizeisprecherin Sylvia Frech. In den vergangenen vier Wochen seien über 500 Strukturen wie Barrikaden und Baumhäuser von Aktivisten weggeräumt worden. Man nahm über 1000 Personen in Gewahrsam, über 1550 Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden eingeleitet. Es gab zudem 41 Sachbeschädigungen, 39 gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr und 65 Widerstandshandlungen gegen Beamte, darunter vier tätliche Angriffe. Neben den friedlichen Protesten gegen den Ausbau der A49 zwischen Gießen und Kassel gab es auch Attacken von Autobahngegnern mit Steinen, Fäkalien und Zwillen.

Die Beamten hätten im Dannenröder Forst Verhältnismäßigkeit walten lassen, auch bei Einsätzen von Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer, erläuterte Wegmann. Der Grundsatz »Sicherheit vor Schnelligkeit« sei durchgehalten worden. Dabei habe man besonders darauf geachtet, die friedlichen Demonstranten von denen zu unterscheiden, die »es darauf anlegen, Polizeibeamte zu verletzen«. Es habe auch Fehler gegeben, gestand Frech zu. So sei eine Frau abgestürzt, nachdem ein Polizist ein Sicherungsseil durchgeschnitten habe. Der Vorfall werde untersucht, ebenso wie gegen einen Polizisten, der einen Totenkopf am Helm getragen habe.

Die Bilanz vonseiten der A49-Gegner sieht da etwas anders aus. So kritisierte ein Vertreter des Camps Mahnwache, dass viele Menschen fassungslos über die Polizeigewalt gewesen seien. Hinzu kämen Verstöße gegen das Recht auf Versammlungsfreiheit durch die Polizei und »jeden Tag Personenkontrollen«.

A49-Gegner im Dannenröder Forst: Rechtsstaat büßt Glaubwürdigkeit ein

Barbara Schlemmer von der »Aktionsgemeinschaft Keine A49« ergänzte, viele Menschen aus der Region rund um den Dannenröder Forst hätten ihren Glauben an Rechtsstaat und Polizei eingebüßt.

Eine Aktivistin betonte, dass 40 Jahre Widerstand gegen den Autobahnbau von regionalen Umweltschützern und die Besetzung des Waldstücks durch Aktivisten zusammenhingen. Diese Verbindung werde auch bleiben. Eine Sprecherin des Bündnisses »Wald statt Asphalt« kündigte an, dass es bundesweit Aktionen gegen den Bau von Autobahnen geben werde. Geplant seien über 800 Kilometer dieser Strecken, da böten sich Ansatzpunkte für Aktionen des zivilen Ungehorsams an. Am Dannenröder Wald sei beispielsweise ein »Klimacamp« geplant.

Die Mahnwache am Sportplatz soll weiter bestehen bleiben, sie ist noch bis Ende Februar genehmigt. Dort ist Raum für Workshops und Veranstaltungen. Weil die Bewegung gegen den Autobahnbau aus unabhängigen Gruppen besteht, ist noch nicht klar, was genau geschehen wird.

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