Podcast zum Mordfall Plüschke

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Vogelsbergkreis(pm). Seit Mitte Oktober gibt es in der heimischen Region Neues in Sachen spektakuläre Kapitalverbrechen. Unter der vielsagenden Bezeichnung "Mörderische Heimat" läuft der True-Crime-Podcast des Krimiautors Zeno Diegelmann und seines Mitstreiters Shaggy Schwarz aus Fulda. In dem alle 14 Tage angebotenen, rund 40-minütigen Beitrag rekonstruieren die beiden die spektakulärsten Fälle der Region und ordnen sie neu ein. Es geht dabei um Mord, Raub, Entführung und sonstige Kapitalverbrechen in der heimischen Provinz Osthessen, Fulda und der Rhön. Bei ihren Betrachtungen ziehen die Anbieter neben ihren ausführlichen Gesprächen auch die Erkenntnisse und Meinungen von Experten und Zeitzeugen zu Rate.

Bei dem neuesten Fall, der am Donnerstag, dem 10. Dezember, und am Donnerstag, dem 24. Dezember (Heiligabend) zu hören ist, handelt es sich um den Mord an dem ehemaligen BGS-Beamten Hans Plüschke aus Hünfeld. Der an dem damaligen Taxifahrer begangene Mord im Jahr 1998 wurde nie aufgeklärt und hat eine hochinteressante, brisante Vorgeschichte. Dazu eine kurze Rückblende: Bei einem schweren Grenzzwischenfall am 14. August 1962 erschoss der damalige Oberjäger der Hünfelder Grenzschutzabteilung, Hans Plüschke, den Hauptmann der DDR-Grenztruppen, Rudi Arnstadt. Die Ermittlungsbehörden in Fulda stellten das Verfahren gegen Plüschke wegen erwiesener Notwehr ein, während in der DDR der dort unbekannte Todesschütze zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mord verurteilt wurde.

Anonymer Hinweis für Autor Böckel

Es gingen Jahrzehnte ins Land, die Grenze ging auf, die DDR unter. Plüschke arbeitete in Hünfeld als Taxiunternehmer. 36 Jahre nach dem Ausgangsereignis an der Grenze fiel Hans Plüschke unweit der Stelle des damaligen Grenzzwischenfalls einem mysteriösen Mordanschlag zum Opfer.

Waren dabei die "alten Seilschaften" der Stasi am Werk, um den Tod ihres Kameraden Arnstadt zu rächen? Vieles deutet darauf hin, unter anderem auch diverse Bedrohungen des Mordopfers Hans Plüschke und der "identische" Schuss neben dem Auge an der Stirn, mit dem er regelrecht hingerichtet wurde.

Zeno Diegelmann und Shaggy Schwarz gehen dieser Sache nach und stützen sich dabei auch auf den Inhalt des Grenzbuches "Deutsche Grenzgeschichten" und ein Interview des Autors Herbert Böckel, einem Kameraden des Mordopfers Hans Plüschke. Böckel hat den tödlichen Schusswechsel miterlebte und in dem Mordfall jahrzehntelang recherchierte. Dabei wurde er selbst von Unbekannt mehrfach massiv bedroht.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass den Autor kürzlich ein anonymer Anruf mit einem brisanten Hinweis zu dem bereits Jahrzehnte zurückliegenden Mord erreichte. Der unbekannte Informant, nach eigenen Aussagen ein ehemaliger Stasi-Mitarbeiter, nahm Bezug auf das Buch "Deutsche Grenzgeschichten" und bekräftigte den Wahrheitsgehalt der dort geschilderten Ereignisse "Grenzzwischenfall 1962, Tod Hauptmann Arnstadt" und "Mordfall Plüschke 1998". Er sieht einen klaren Zusammenhang zwischen den beiden Geschehnissen und bezeichnete die Tat als "Fememord alter Seilschaften" der Stasi und Grenztruppen der DDR.

"Man sollte die Hoffnung zur Aufklärung des Mordfalls nie aufgeben, denn Mord verjährt nicht", ist das Motto des Ex-Grenzers und Polizeibeamten Herbert Böckel, der immer noch darauf setzt, dass der oder die Täter ermittelt und ihrer gerechten Strafe zugeführt werden.

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