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Pfarrstelle auf 75 Prozent gekürzt

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Ulrichstein-Bobenhausen (sf). Schlechte Nachricht für die evangelische Kirchengemeinde Bobenhausen: Pfarrer Dr. Detlef Metz wird seine Gemeinde mit Mücker und Ulrichsteiner Dörfern ab 2023 nicht mehr mit einer vollen Stelle betreuen können. Kürzlich tagte die Synode des Dekanats Büdinger Land, zu der auch die evangelische Kirchengemeinde Bobenhausen gehört. Die Synodalen befassten sich dabei unter anderem mit einem Vorschlag des Dekanatssynodalvorstands zur sogenannten Pfarrstellenbemessung und einer Neubewertung des jeweiligen Pfarrstellenanteils einer Kirchengemeinde, die offiziell zum 1. Januar 2023 in Kraft treten wird.

Nach dem bei der Dekanatssynode beschlossenen Sollstellenplan hat Bobenhausen nur noch Anspruch auf eine 75 Prozent-Pfarrstelle. Pfarrer Metz muss entsprechend 25 Prozent seines Dienstes in einer anderen Kirchengemeinde, und zwar im Schottener Stadtteil Rainrod ableisten, die über eine halbe Pfarrstelle verfügt. Die in Rainrod noch fehlenden 25 Prozent Dienstumfang werden von seiner Ehefrau, Pfarrerin Eleonore Merkel, wahrgenommen, deren bisheriger Wirkungskreis die Kirchengemeinden Eichelsachsen, Eschenrod und Wingershausen umfasst.

Tritt die Regelung offiziell zwar erst Anfang 2023 in Kraft, so greift sie freilich schon jetzt, weil am 20. Oktober der Rainröder Pfarrer Dr. Peter Möser in den Ruhestand getreten ist und das Bobenhausener Pfarrerehepaar bereits die Vakanzvertretung übernehmen musste.

Pfarrer Metz bedauert, dass man in der Synode - trotz der von der Kirchengemeinde Bobenhausen vorgebrachten Einwände - keinen anderen Weg gefunden hat. In zwei Anträgen wurde von den Bobenhäusern deutlich formuliert, dass man sämtliche Kürzungen von Gemeindepfarrstellen, besonders angesichts des gegenwärtig zu beobachtenden Traditionsabbruchs, für den falschen Weg hält, und ebenso für ein falsches Signal für die ländlich geprägte Region des Vogelsbergs.

Die Entscheidung müsse aber respektiert werden, meint der Pfarrer. Sie beruht auf dem Rückgang der Gemeindegliederzahlen. Weil die Kirchengemeinde Bobenhausen nur noch rund 840 Menschen in ihren fünf Ortschaften ausweist, sei es trotz ihrer größeren Fläche und der Zahl von fünf Dörfern immer schwieriger geworden, gegenüber anderen, von der Gemeindegliederzahl her deutlich größeren Kirchengemeinden, die nur eine Pfarrstelle haben, eine volle Pfarrstelle zu rechtfertigen.

Der Pfarrer versucht, die Auswirkungen für die Gemeindearbeit in Bobenhausen möglichst gering zu halten. Vorerst soll erst einmal alles so bleiben, wie es ist. Es müsse aber abgewartet werden, wie die ersten Erfahrungen mit der Doppelbelastung mit Bobenhausen und Rainrod zu bewerten seien. Immerhin liegen die beiden Arbeitsstandorte 17 Kilometer auseinander und die Fahrt über den Hohen Vogelsberg dauert rund 25 Minuten. Dem Pfarrer wichtig gewordene Projekte und Gruppen wie etwa Frauenkreis, Jugendtreff, Senioren-Geburtstagskaffeetrinken, Kirchenrallye für Kinder sollen in unverminderter Form weiterlaufen - auch dank fleißiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ebenso sollen die bisher abgedeckten Geburtstage: 80, 85 plus, weiter wahrgenommen werden. Bei Besuchen könne es natürlich einmal zu Verspätungen kommen, wenn in Rainrod etwa eine Beerdigung anliege, die nun einmal Vorrang habe.

Bei den Gottesdiensten sind nach Einschätzung von Pfarrer Metz die normalen Sonntage vermutlich kein Problem. Schwierigkeiten könne es allerdings bei den Feiertagen geben, ebenso bei besonderen Gottesdiensten: Jede Gemeinde wolle eben ihr Krippenspiel, ihre Jubiläumskonfirmation haben. Ein wichtiges Anliegen ist es dem Pfarrer, dass die Gottesdienste in den Filialorten Höckersdorf, Kölzenhain, Ober-Seibertenrod und Wohnfeld unbedingt erhalten bleiben.

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