Ein Keramik-Souvenier mit einem Motiv der Wilhelmshöhe bei Kassel. FOTO: PM
+
Ein Keramik-Souvenier mit einem Motiv der Wilhelmshöhe bei Kassel. FOTO: PM

Perlmuttbilder und keramische Souvenirs

  • vonRedaktion
    schließen

Herbstein(pm). Im Statt- und Fastnachtsmuseum des Heilbades Herbstein wird am Sonntag, dem 14. Juni, ab 14 Uhr eine umfangreiche Souvenirsammlung mit Keramik und Perlmuttbildern aus der Sammlung Fritz Lerch aus dem Schwalmtaler Ortsteil Brauerschwend gezeigt.

Die Bilder bestehen aus einer zumeist konvex gebogenen dünnen Glasscheibe mit fest aufgeklebten Stadt- oder Landschaftsdarstellungen. Bestimmte Teilflächen sind dabei ausgespart und mit Perlmutt oder mit Gelatine aufbereitetem Luxuspapier beklebt, sodass ein irisierender Effekt entsteht. Die Wasseroberflächen, spiegelnde Fenster oder schneebedeckte Hügel beginnen zu "leben" und erzielen eine fast filmische Wirkung. Oft ist der Himmel von hinten mit kräftigen Rosa- und Blautönen bemalt, um so eine noch bessere Tiefenwirkung zu erlangen. Die Glas-Bilder stecken in einfachen oder auch bemalten, ornamentierten oder golden-stuckiertem Holzrahmen.

Der Großteil der ausgestellten fast 500 Motive ist in den Jahren zwischen 1900 und dem Ende des Kaiserreichs entstanden und bietet einen umfassenden Überblick über die deutsche Souvenirlandschaft in Bezug auf Perlmuttbilder.

Zu den Erinnerungsbildern gesellen sich in der Ausstellung zahlreiche keramische Souvenirs, die ebenfalls in bestimmten Kur- und Ausflugsorten sehr "in" waren. Man trifft dabei auf ganze Kuhherden mit "Gruß aus..."-Applikationen, auf keramische Schweine und Bierkrüge. Unvermeidlich sind dabei auch die unzähligen Tassen und Tässchen, die das gesamte deutsche Reich auf die Kaffeetische brachte. Es war vermutlich die Ansichtskarten- oder Bilderrahmenindustrie, die die anschaulichen Objekte bis in den letzten Winkel des Kaiserreichs verteilte.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Objekte der Textilkünstlerin Ursel Arndt/Berlin sowie mit weiteren Perlmuttobjekten (zum Beispiel Gesangbücher, Knöpfen, Schmuck) und Informationen zum natürlichen Werkstoff Perlmutt.

Das Statt Museum bietet gute Möglichkeiten, die Corona-Einschränkungen einzuhalten. Der Besucher wird durch Absperrungen und Pfeile in einem Rundgang geführt, bei dem eine Begegnung fast ausgeschlossen ist. Der Rundgang der Besucher endet im Fastnachtsmuseum und man wird schließlich über die an der Stadtmauer platzierte Wendeltreppe wieder nach unten geführt. Insgesamt können nicht mehr als etwa 15 Personen das Museum gleichzeitig besuchen. Am Eingang und am Ausgang werden Desinfektionsmittel bereitgehalten.

Falls die Beschränkungen weiter gelockert werden, könnte die für den Internationalen Museumstag geplante Eröffnungsveranstaltung als sogenannte Midissage im Sommer durchgeführt werden.

Die Öffnungszeiten des Statt- und Fastnachtsmuseums in der Obergasse 5 sind immer sonntags zwischen 14 und 16.30 Uhr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare