Die neue Fassade der physikalischen Therapie (l.) gegenüber der alten Metallfassade aus den 1980er Jahren. FOTO: PM
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Die neue Fassade der physikalischen Therapie (l.) gegenüber der alten Metallfassade aus den 1980er Jahren. FOTO: PM

Patienten haben Angst vor Krankenhausaufenthalt

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Alsfeld(pm). Die CDU-Kreistagsfraktion besuchte kürzlich das Kreiskrankenhaus und informierte sich vor Ort über Finanzierung, Investitionen, Ausbildung und Personalgewinnung. Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, betonte das besondere Interesse der Union am Krankenhaus, weil der Vogelsbergkreis alleiniger Gesellschafter sei und von daher das Haus im besonderen Fokus der Kreispolitik stehe. Geschäftsführer Ingo Breitmeier präsentierte die neue physikalische Therapie (phEs). Insgesamt hat die Kernsanierung 1,2 Millionen Euro gekostet. Es gebe zurzeit keinen Grund, das Kreiskrankenhaus wegen möglicher Ansteckungsgefahr zu meiden, betonte Breitmeier, die physikalische Therapie werde gut genutzt und sei zu 100 Prozent ausgelastet, wie die Leiterin, Heike Hass, berichtete.

Im Konferenzraum Vogelsberg, wo die Corona-Abstandsregeln eingehalten werden konnten, erläuterte Geschäftsführer Breitmeier zunächst die Covid-19-Situation. Das Alsfelder Haus als "Level 3-Haus" sei gut und ausreichend ausgerüstet, sowohl was Schutzausrüstungen als auch Masken anbelange.

Nach dem abgestuften Versorgungskonzept in Hessen werden Covid-19-Patienten zunächst in "Level-1-Häusern" behandelt. Erst wenn die Kapazitäten dort nicht mehr ausreichen auch in "Level-2-Häusern" und erst, wenn diese an die Kapazitätsgrenzen kommen, werden Covid-19-Patienten in "Level-3-Häusern" behandelt."

Daher werden aufgrund der entspannten Situation in der Region auch keine Covid-19-Patienten im Alsfelder Krankenhaus behandelt.

Der Geschäftsführer bezeichnete die vom Bund und Land gewährte Corona-Ausfallpauschale als wertvolle Liquiditätshilfe. Er fragte sich allerdings sorgenvoll, wie es weitergehen solle, wenn diese Hilfen auslaufen würden. Er sehe dies vor dem Hintergrund, dass die derzeitige Belegung des Hauses immer noch unter dem Stand vor der Corona-Pandemie liege, was der offensichtlichen Corona-Angst vor einem Krankenhausaufenthalt geschuldet sei.

Auf die Frage nach der Zukunftsfähigkeit des Hauses erläuterte Breitmeier, dass dies im Wesentlichen von zwei Faktoren abhänge: erstens von der Gewinnung qualifizierten Personals, insbesondere ärztlichen Personals, und zweitens im Alsfelder Fall von ausreichenden Zuschüssen für die notwendigen Gebäudesanierungen. Dabei sei in erster Linie das Land gefordert.

Breitmeier stellte fest, dass auch bei Erfüllung dieser Konditionen ein Haus wie Alsfeld im ländlichen Raum bei den gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen nicht mit ausgeglichenen Betriebsergebnissen geführt werden könne.

In der sehr regen Diskussion stellten Fraktionsvorsitzender Stephan Paule und Kreistagsabgeordneter Hans-Jürgen Schäfer (Schlitz), langjähriger Lauterbacher Krankenhausvorstand, die Forderung auf, dass die Krankenhausfinanzierung deutlich zugunsten der Häuser im ländlichen Raum umgestaltet werden müsse, wenn man wolle, dass die Krankenhausversorgung im ländlichen Raum gesichert werden soll.

Dies ist jedenfalls die Forderung der CDU im Vogelsbergkreis: Mehr Geld für die Krankenhäuser im ländlichen Raum zur Gewährleistung der ärztlichen Versorgung der Menschen, die dort leben.

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