Bei Appenrod soll eine Rastanlage mit WC für die A 49 entstehen. Der Ortsvorsteher befürchtet Lärmbelästigung. FOTO: JOL
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Bei Appenrod soll eine Rastanlage mit WC für die A 49 entstehen. Der Ortsvorsteher befürchtet Lärmbelästigung. FOTO: JOL

Parlament schaltet Anwalt ein

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Die Stadtverordneten regieren verschnupft darauf, dass an der neuen A 49 fast kein Lärmschutz entsteht. Ihre Vorschläge im Verfahren wurden nicht berücksichtigt. Nun wollen sie einen Fach- anwalt beauftragen.

Die Homberger Stadtverordneten vermissen Lärmschutz an der neuen Autobahn vor ihrer Haustür. Deshalb haben sie in der jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht damit zu beauftragen, für einen besseren Schutz der Bürger vor Verkehrslärm zu sorgen. "Es ist vieles möglich, wenn Grundstücke zur Verfügung und Baurecht besteht", sagte Jürgen Driebe von der A 49 Autobahngesellschaft. Die Firma ist eine Tochter des Baukonzerns STRABAG. Beim Bau arbeitet man mit dem Unternehmen Leonhard Weiß zusammen.

In der Sitzung stellte Driebe die Bauplanung für die A 49 im Bereich Homberg vor, die umsetzt, was im Planfeststellungsbeschlusses steht. Insgesamt werden 31 Kilometer von Treysa bis Gemünden betoniert. An der ganzen Strecke wird es Wildschutzzaun geben, aber nur an wenigen Stellen Lärmschutz.

Einen 120 Meter langen Lärmschutzwall sieht die Planung an der Autobahnabfahrt Homberg-Nord vor. Dort verläuft die Autobahn auf einem Damm. Keinen Lärmschutz gibt es allerdings für die Appenröder Seite, wie Driebe illustrierte. Lediglich im Bereich der Brücken über die A 49 gibt es Lärmschutzwände.

Mit Interesse nahmen Politiker und etwa 30 Gäste in der Stadthalle zur Kenntnis, wo Dämme und Geländeeinschnitte vorgesehen sind. So wird es am Ohmtaldreieck einen bis zwölf Meter tiefen Einschnitt geben. Im Maulbacher Wald wird die Trasse teilweise auf einem bis zu elf Meter hohen Damm verlaufen. Die Kreisstraße 56 Maulbach - Wäldershausen wird tiefergelegt und die Autobahn darüber hinweggeführt. Die K 56 wird für die Bauarbeiten gesperrt. Die Neubaustrecke soll im Mai 2023 "dem Verkehr übergeben werden", sagte Driebe. Die Bau-Lkw werden übrigens über öffentliche Straßen und die Trasse geleitet.

Weg statt Straße

Kritisch diskutiert wurde der Verlauf bei Appenrod. Nahe der Ortslage wird ein Rastplatz mit WC errichtet, Driebe erwartet keine Lärmbelästigung, weil der Bereich in einem Einschnitt liegt. Ortsvorsteher Richard Fleischhauer befürchtet aber Lärm durch Kühlanlagen der geparkten Lkw. Driebe sieht mehr Lärmbelastung im Abschnitt zwischen Appenrod und der Abfahrt Homberg-Nord. Dort verläuft die Autobahn auf Geländeniveau. Die Autobahn wird eine Betondecke haben, "Flüsterasphalt" ist nicht vorgesehen.

Umstellen müssen sich die Autofahrer auf dem Weg nach Dannenrod. Die Straße Appenrod - Dannenrod wird zum Wirtschaftsweg zurückgebaut. Die neue Dannenröder Straße geht von einem Verkehrskreisel an der Autobahnabfahrt ab. Norbert Reinhardt (CDU) kritisierte den Rückbau der Straße zum Wirtschaftsweg, denn die Stadt hatte in einer Stellungnahme eine Straße gewünscht, die Begegnungsverkehr zulässt.

Die weitere Strecke durch den Dannenröder Forst weist im Mittelbereich einen bis zu zwölf Meter tiefen Einschnitt auf, was breite Böschungen bewirkt. Denn neben der Autobahn sind Wege für Betriebsfahrzeuge vorgesehen. Besonders wies Driebe auf eine Grünbrücke hin, die für Tiere des Waldes errichtet wird. Sie werde 40 Meter breit und hat Irritationsschutzwände. Hinunter zur langen Brücke über das Gleental wird es über vier Prozent Gefälle geben, was beim Autobahnbau eigentlich vermieden werden soll.

Scharfe Kritik äußerte Reinhardt, "alle Eingaben der Stadt Homberg sind nicht berücksichtigt worden". Zusätzlicher Lärmschutz ist nicht vorgesehen, auch wenn Driebe nicht ausschließt, dass noch etwas zu machen ist.

Die Fraktionsvorsitzenden einigten sich schnell darauf, einen Fachanwalt einzuschalten. Ziel ist dabei, mehr Lärmschutz zu erreichen.

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