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Laut Aktionsbündnis gibt es im Wasserschutzgebiet beim A49-Bau Öllachen.

Öllachen im Wasserschutzgebiet beim A49-Bau

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Homberg (pm). Wie das Aktionsbündnis Keine A49! am vergangenen Freitag erfahren mussten, sind auf der A49-Trasse im Dannenröder Wald erhebliche Öllachen festgestellt worden. Das teilt die Sprecherin des Bündnisses, Barbara Schlemmer, mit. Der Ort der Verunreinigung sei etwa am Ende des oberen Drittels der Trasse von Süden her in der Nähe von archäologischen Ausgrabungsarbeiten.

Einen Zusammenhang damit könne das Aktionsbündnis nicht beurteilen.

Das Austreten von Ölen und Schmierstoffen stehe im absoluten Gegensatz zu den Versicherungen von DEGES, die sogar schriftlich in einer Presse versichert habe, dass solche Verunreinigungen im Trassenbereich ausgeschlossen werden könnten und für das Trinkwasserschutzgebiet keine Gefahren bestünden, teilt Schlemmer mit. Ein weiteres Mal müsse man feststellen, dass die DEGES ihre Zusagen und Verpflichtungen nicht einhalte.

Bereits vorher gab es Anzeigen

»Wir haben diesen Vorgang der Oberen Naturschutzbehörde beim RP Gießen sowie dem Hessischen Umweltministerium gemeldet und erwarten, dass die Behörden unmittelbar einschreiten«, berichtet Schlemmer.

Es seien bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Vorfälle im Herrenwald Anzeigen bei den zuständigen Behörden im Landkreis Marburg-Biedenkopf gestellt worden, über deren Ausgang man bislang nicht unterrichtet worden sei. Das Aktionsbündnis fordere die Behörden auf, ihrer Verpflichtung nach dem Hessischen Umweltinformationsgesetz (HUIG) nachzukommen und innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von vier Wochen Stellung zu den Anzeigen zu beziehen.

»Was die Fälle illegaler Rodungen in jüngster Zeit im Maulbacher Wald betrifft, so haben wir einen Anwalt mit einer Anzeige und einer Dienstaufsichtsbeschwerde beauftragt«, berichtet Schlemmer zu einem weiteren Aspekt. »Wie eindeutig feststeht, besteht für die letzten Fällungen am 12. und 15. Februar im Maulbacher Wald keine Genehmigung. Im Gegenteil, die Fällgenehmigung wurde in Wiesbaden verwehrt«, stellt sie die Sachlage aus Sicht des Aktionsbündnisses dar.

Die intensiven Beobachtungen in den vergangenen Wochen durch die Maulbacher Bevölkerung und sicher auch die zeitweilige Besetzung im Maulbacher Wald hätten dazu geführt, dass die Fällungen für die Stromtrasse zunächst einmal zurückgestellt worden seien, bis ein rechtmäßiges Genehmigungsverfahren abgeschlossen und entschieden sei.

»Wir erwarten, dass DEGES gemäß ihrer Pressemitteilung tatsächlich abwartet, ob diese Fällgenehmigung überhaupt erteilt werden wird«, telt das Aktionsbündnis mit.

»Insgesamt finden wir es äußerst irritierend, dass ein Bund-Länder-Unternehmen mittels Beobachtung durch die Bevölkerung und Einschaltung von Behörden und Rechtsanwälten zu rechtsstaatlichem Verhalten gezwungen werden muss«, zeigt sich Aktionsbündnis-Sprecherin Schlemmer negativ berührt.

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