So kann ein Vorgarten in der Version Schottergarten aussehen, die Eigentümer versprechen sich meist wenig Arbeit damit. Ein ökologischer Nutzen wird in Mücke bezweifelt. FOTO: DPA
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So kann ein Vorgarten in der Version Schottergarten aussehen, die Eigentümer versprechen sich meist wenig Arbeit damit. Ein ökologischer Nutzen wird in Mücke bezweifelt. FOTO: DPA

Für ökologische Vorgärten

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Mücke(rs). Nicht alles, was modern ist, wird auch als schön empfunden - so ist es auch bei den Schottergärten. Die einen finden sie prima und pflegeleicht, für andere sind sie Hassobjekte. Nicht ganz so weit ist es in Mücke, aber auf Anregung der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wurde kürzlich im Bauausschuss darüber diskutiert, wie man dem wachsenden Trend auch in der ländlichen Region begegnen kann. Dabei wird der Schwerpunkt auf die ökologische Vorgartengestaltung gelegt.

Grünensprecher Peter Schäfer erläuterte, unabhängig von möglichen negativen Begleiterscheinungen gebe es bei Schottergärten keinerlei Nutzen. Als Maßnahmen regen die Grünen an, die Gemeinde solle einen jährlichen Preis für die Gestaltung und/oder Bereitstellung ökologisch wertvoller Vorgartenflächen ausloben. Ein Preis dazu solle 500 Euro betragen, und eine Jury aus Mitgliedern der Naturschutzverbände sowie dem Bürgermeister gebildet. Darüber hinaus solle zur Vermeidung im Vorgriff bei der Bauleitplanung zukünftiger Neubaugebiete ein Grünanteil im Vorgarten vorgegeben werden.

Die Maßnahme solle dem Trend zunehmend unkrautfreier und pflegeleichter, aber ökologisch höchst bedenklicher Steingärten entgegenwirken. Wildkräutern, heimischen Pflanzen, Insekten und Vögeln würden bei Steingärten kaum noch Chancen in den Vorgärten eingeräumt. Der Verlust von Biodiversität des Bodens fördere das Insekten- sterben.

Preise und Plaketten

Von der CDU erklärte dazu Dr. Hans Heuser, in eine zu bildende Jury sollte noch je ein Mitglied jeder Fraktion entsandt werden. Der Antrag sei nur etwas weit gefasst und bürokratisch angelegt. Dazu regte Schäfer an, Teilnehmer beim Wettbewerb sollten sich jeweils melden, bei der Preisgestaltung könne man auch einen Hauptpreis von 250 Euro ausloben sowie zwei weitere zu je 125 Euro. Bürgermeister Andreas Sommer, selbst Vorsitzender eines Obst- und Gartenbauvereines, ergänzte, man könne auch Plaketten für die positiven Beispiele verteilen. Er verstehe den Vorstoß der Grünen als Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt, und es gehe nicht darum, dass der Rasen in einem Vorgarten besonders kurz gemäht wird.

Der Ausschuss empfahl der Gemeindevertretung den Antrag einstimmig zur Annahme.

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