Öffentliche Anerkennung als Dankeschön

  • Rolf Schwickert
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Gemünden (rs). Sie haben sich um den Brandschutz, den Sport, die Kultur und um Flüchtlinge gekümmert – am Donnerstag wurden verdiente Bürger vor der Gemeindevertretersitzung ausgezeichnet. Rainer Lindner bekam die Ehrenamtscard des Vogelsbergkreises, denn nach seinem langen politischen Wirken hat er die Flüchtlingshilfe in Gemünden mit aufgebaut, die sich in den letzten Monaten zudem noch zu einer Kulturinitiative gemausert hat.

Gemünden (rs). Sie haben sich um den Brandschutz, den Sport, die Kultur und um Flüchtlinge gekümmert – am Donnerstag wurden verdiente Bürger vor der Gemeindevertretersitzung ausgezeichnet. Rainer Lindner bekam die Ehrenamtscard des Vogelsbergkreises, denn nach seinem langen politischen Wirken hat er die Flüchtlingshilfe in Gemünden mit aufgebaut, die sich in den letzten Monaten zudem noch zu einer Kulturinitiative gemausert hat.

»Machen Sie weiter so«, appellierte Bürgermeister Lothar Bott an Lindner, der auf seine rund 15 Mitstreiter verwies, denen der Dank gleichermaßen gelte. Die kulturellen Angebote seien eine sehr gute Werbung für Gemünden, unterstrich Lindner, und er bedauert, dass die Einheimischen eher selten die Angebote wahrnehmen. Das Verhältnis zwischen den Einheimischen und den betreuten Flüchtlingen sei allerdings reibungslos. Animositäten gebe es mitunter in sozialen Netzwerken, in denen die Helfer als »Heuchler« und »Gutmenschen« denunziert würden.

In seiner Rede zur Würdigung des Einsatzes der Bürger, die in der Folge den Landesehrenbrief erhielten, sagte der Bürgermeister, in einem relativ kleinen Gemeinwesen wie in Gemünden zeige sich die Bedeutung des Ehrenamtes ganz deutlich. Engagement gebe es in Kirchengemeinden, Schulen, Kindergarten, Vereinen und bei privaten Initiativen. Als Dank gebe es oft nur die öffentliche Anerkennung und das öffentliche Dankeschön durch die Verleihung des Ehrenbriefes des Landes.

Klaus Ehrhardt aus Hainbach wirkte viele Jahre als Wehrführer und stellvertretender Wehrführer, Vorsitzender, Rechner und Beisitzer bei der Feuerwehr. Als Ortsvorsteher habe Norbert Fischer die Geschicke des Ortsteiles Nieder-Gemünden maßgeblich geprägt, sagte Bott. Der Umbau des Gerätehauses und Dorfgemeinschaftshauses wäre beispielsweise ohne den Beitrag von Fischer nicht möglich gewesen. Zudem lägen ihm Feuerwehr und Burschenschaft am Herzen. Winfried Keßler ist seit 1984 Vorsitzender der Ehringshäuser Laienspielgruppe und war bis 2014 leidenschaftlicher Schauspieler. Der Elpenröder Norbert Krieger ist seit 26 Jahren Beigeordneter der Gemeinde und war lange in der Feuerwehr aktiv.

115 Jahre ehrenamtliches Wirken

Karl Pitzer aus Ehringshausen ist seit vielen Jahren Vorsitzender der Gemeindevertretung, ist im Gesangverein und der Laienspielgruppe aktiv. Er ist zudem eine tragende Säule des Heimatarchives, und Bürgermeister Bott hatte mal die Jahre des ehrenamtlichen Wirkens von Pitzer an verschiedenen Stellen addiert: Er kam auf insgesamt 115 Jahre. Der Geehrte ergänzte, dass er aktuell Mitglied in sechs Vorständen sei. Albrecht Well aus Ehringshausen ist seit 20 Jahren Vorsitzender des Sportvereines. Durch ihn habe der Frauen- und Mädchenfußball einen herausragenden Stellenwert bekommen, sei der Ort in einem weiten Umkreis bekannt geworden, würdigte der Bürgermeister. Zudem sei unter Federführung von Well aus dem vormaligen Fußballverein ein Mehrspartenverein mit Show- und Gardetanz, Aerobic, Gymnastik, »fit for fifty« und Laufabteilung geworden. Albrecht Well betonte, dass er zwar den Landesehrenbrief bekommen habe, aber er verstehe ihn als Anerkennung für den Sport, der in Ehringshausen von vielen Menschen getragen werde.

Gemeindevertretungsvorsitzender Karl Pitzer hoffte in dieser Funktion und auch als einer der Geehrten, dass die Ehrung anderen Anstoß geben möge, selbst aktiv zu werden. Es sei bedauerlich, dass sich immer weniger Menschen dafür finden ließen, Verantwortung zu übernehmen. Gerade im Kleinen könne man etwas bewirken, und Engagement mache das eigene Leben reicher.

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