Nur Ulf Immo Bovemsmann trägt am Rednerpult der Verständlichkeit wegen keine Maske. FOTOS: RS
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Nur Ulf Immo Bovemsmann trägt am Rednerpult der Verständlichkeit wegen keine Maske. FOTOS: RS

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  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Es waren schon extreme Rahmenbedingungen: Wegen der Abstandsvorgaben war das Dorfgemeinschaftshaus Nieder-Ohmen zur Gemeindevertretersitzung mit nicht einmal 40 Personen voll. Alle trugen Mund-Nasen-Masken, und wäre nicht zufällig eine Medizinerin unter den Besuchern gewesen, hätten eventuelle Viren verwirbelt werden können.

Draußen vor der Türe hieß es noch mal durchatmen. Dann setzen die Besucher der Gemeindevertretersitzung am Mittwochabend beim Eintreten ihre Masken auf. Wer keine hatte, erhielt eine am Eingang nebst Desinfektionsmöglichkeit von der Verwaltung. Das ungewohnte Textil vor der Nase erschwerte die Atmung, und so war es sicher mehr als nur ein Gag, dass Gemeindevertreter am Rednerpult die Maske senkten und als erstes erwähnten, sie hätten sich zu Wort gemeldet, um endlich einmal tief durchatmen zu können.

"Darf ich Sie zu der etwas anderen Gemeindevertretersitzung begrüßen?", leitete Vorsitzender Thomas Röhrich ein. Sein Hinweis, dass man extra die Tür und Fenster für Frischluft offen gelassen habe, wurde von Zuhörerin Susanne Sommer gleich kritisch aufgegriffen. Denn Luftzug verwirbele mögliche Viren, erläuterte die Hausärztin, das mache die Situation für die Gemeindevertreter gefährlicher. Der Hinweis der Bürgermeister-gattin wurde sogleich aufgegriffen, Fenster und Türen wurden geschlossen.

"Ich darf die Fraktionen bitten, sich knapp und präzise zu äußern, der Ältestenrat hat vorgeschlagen, die Sitzungsdauer auf zwei Stunden zu begrenzen, leitete Vorsitzender Röhrich die Debatten ein. Zum Thema Vereinsförderrichtlinien gab es allerdings keine, die Vorlage wurde ohne Diskussion angenommen, es gab nur eine Gegenstimme aus der SPD.

Damit ist jetzt die Version der Koalition aus SPD und FW gültig, die eine Förderung von Bekleidung und Verbrauchsmaterialien nicht vorsieht. Angereichert ist die Satzung um die Anregung der CDU, auch Seniorenprojekte zu fördern. Dafür müssen die beteiligten mindestens 65 Jahre alt sein. Neu ist auch, dass die Jugendförderung nicht nur von vier auf fünf Euro, sondern auf sechs je Person und Jahr erhöht wurde.

"Vorgartengestaltung wird langsam zur Glaubensfrage: Einer hat gerne viel Grün gepflegt, es gibt weniger gepflegte Gärten in natürlicher Ausrichtung, und der dritte sieht den Bedarf, das Arbeitsaufkommen im Garten mit Steinflächen zu mindern." Zum Antrag der Grünen, die ökologische Vorgartengestaltung zu fördern, äußerte Dr. Hans Heuser (CDU) weiter, grundsätzlich sei der Grünenantrag in Ordnung, die Umsetzung dürfe nur nicht zum bürokratischen Kraftakt werden. Gut sei, dass nur die Gärten besichtigt würden, die angemeldet worden sei. Als Preise werden ein erster mit 250 Euro und zwei zweite zu je 125 Euro ausgelobt. Ferner erhalten die Eigner der prämierten Gärten eine Plakette. Das wurde einstimmig so beschlossen.

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